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Stormarn Wie feiern Schaltjahr-Geborene?
Lokales Stormarn Wie feiern Schaltjahr-Geborene?
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18:18 27.02.2016
Torge Meins (ab morgen 44 beziehungsweise elf Jahre alt) ist ein sogenanntes Schaltjahrkind, denn der Hammoorer Landwirt erblickte am 29. Februar das Licht der Welt. Quelle: Fotos: Ep/hfr

Topmodel Lena Gercke (geboren 1988), Fußballweltmeister Benedikt Höwedes (1988) und Autor Martin Suter (1948) haben eins gemeinsam: Sie haben alle am 29. Februar Geburtstag, sind also Schaltjahreskinder. Wie viele es tatsächlich von ihnen gibt, darüber liegt keine Statistik vor. Doch auch im Kreis Stormarn haben die Lübecker Nachrichten Menschen gefunden und sie befragt, wie es ist, nur alle vier Jahre tatsächlich Geburtstag zu haben.

„Na klar war das nicht so schön, wenn die anderen Kinder gesagt haben: ,Du hast ja gar nicht Geburtstag‘, aber gelitten habe ich darunter nicht“, so Torge Meins, der am Montag 44 Jahre alt wird. „Elf Jahre eigentlich“, scherzt er inzwischen selbst über sein außergewöhnliches Geburtsdatum. „Stichtag war eigentlich erst am 23. März, deshalb hab ich mir um den 29.2. gar keine Gedanken gemacht“, erinnert sich seine Mutter Margret Meins (64). Sie wollte damals nur eben ihre Tochter von den Großeltern abholen, als ihre Fruchtblase platzte. „Auch da war ich noch nicht beunruhigt. So eine Geburt kann sich ja auch mal hinziehen.“ Doch bereits knapp zwei Stunden später, um 17.30 Uhr, hatte Torge schon das Licht der Welt erblickt. Weil Margret Meins bereits Erfahrungen mit „besonderen Geburtstagen“ hatte, ihr Mann Walter feierte Heiligabend Wiegenfest, nahm sie das spektakuläre Datum 29.2. nicht sonderlich mit. Geschenke bekam Torge dann immer am 1. März. „Nur in den Schaltjahren haben wir dann den Kindergeburtstag immer direkt am 29.2. gefeiert“, erinnert sich Torge Meins.

Ein ganz besonderes Ereignis ist dem Landwirt aus Hammoor und seiner Mutter nachhaltig in Erinnerung geblieben: „1990, das Jahr, in dem ich 18 Jahre alt wurde — kein Schaltjahr — sind meine Mutter und ich einfach schon am 28.2. zum Verkehrsamt gefahren, um meinen Führerschein abzuholen. Das hat aber nicht geklappt. Wir mussten am 1. März noch mal wiederkommen.“ Für seinen Ehrentag 2016 hat er nichts Großartiges geplant: „Wir werden schön zu Hause mit der Familie essen.“

„Ich war schon traurig, wenn ich stets drei Jahre hintereinander keinen ,richtigen‘ Geburtstag hatte“, erinnert sich Leonie Feldmeier. Zumal die Kinder im Kindergarten sie auch mit den Worten ärgerten: „Warum spielen wir überhaupt mit dir, du bist ja erst ein Jahr und gehörst eigentlich in die Krabbelgruppe!“ Ganz bewusst hat Leonie ihren zweiten Ehrentag, den achten Geburtstag, erlebt.

„Da war ich vorher extrem aufgeregt, endlich mal richtig Geburtstag zu haben und nicht immer erst am 1. März feiern zu müssen!“ Leonies Eltern indes denken sich zu den wahren Geburtstagen immer ein besonderes Geschenk aus: „Ich bekam immer eine Sache, die zu dem Schaltjahr-Alter passte, so zu meinem zwölften, also dem dritten Geburtstag, einen Teddy. Und meine Oma Marion ist am 29.2. immer direkt zum Kaffee gekommen“, weiß die Schülerin aus Barkhorst, die morgen 16 Jahre alt wird (eigentlich vier).

Stichtag für Leonies Geburt war eigentlich der 26. Februar. Erst als der verstrichen war, wurde Mutter Nora schon mal angesprochen: „Pass auf, dass das Baby nicht am 29. auf die Welt kommt.“ „Dagegen machen kann man ja eh nichts und letztendlich fand ich es ganz cool“, sagt Nora Feldmeier. Auch Leonie hat sich inzwischen mit ihrem besonderen Geburtsdatum abgefunden und feiert trotz Schaltjahr mit ihren Freunden in diesem Jahr erst am Wochenende drauf.

Sie wird 14 — mal vier: Die Oldesloerin Renate Mier feiert am 29. Februar also ihren 56. Geburtstag. Und lacht darüber, wenn sie Menschen damit aufs Glatteis führen kann, die nach ihrem Alter fragen. „Viele stutzen erst einmal“, erklärt Mier. Sie lässt ihr Gegenüber aber nicht im Ungewissen, sondern klärt auf, dass sie zu den Menschen gehört, die immer im Schaltjahr Geburtstag haben — eigentlich. Aber die gebürtige Westfälin ist dazu übergegangen, ihren Geburtstag in den anderen drei Jahren am 28. Februar zu feiern.

„Ich fühle mich dem Februar zugehörig“, erklärt sie. Und erinnert sich daran, dass in ihrer Kindheit der Geburtstag gefeiert wurde, wie es gerade kam. Dann aber an zwei Tagen: „An dem einen Tag gab es Kindergeburtstag, an dem anderen kamen die Verwandten.“ Und wenn wieder Schaltjahr war, dann „gab es am Geburtstag noch immer einen Zuschlag“, also ein besonderes Geschenk. „Ich habe erst später für mich festgelegt, dass in den anderen Jahren der 28. Februar mein Geburtstag ist.“ Einfach sei es nicht gewesen, dieses Datum bei Freunden oder Verwandten durchzusetzen. Viele Jahre habe die Meinung vorgeherrscht, „man gratuliert nicht vorher“. Diese Zeiten seien vorbei. Gleichwohl bleibe der eigentliche Geburtstag am 29. Februar etwas ganz Besonderes. „Ich nehme mir immer frei, es wird immer gefeiert. Der ganze Tag ist mein Tag“, freut sich die Koordinatorin beim Segeberger Hospizverein auf morgen. ep/kks

Kalender-Trick

365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden braucht die Erde, um die Sonne einmal zu umrunden. Da unser Kalenderjahr aber mit 365 Tagen berechnet ist, entsteht ein Zeitunterschied, der nach vier Jahren fast einen ganzen Tag ausmacht. Um diesen auszugleichen, gibt es im sogenannten Schaltjahr einen zusätzlichen Tag, eben den 29. Februar.

Weil es trotzdem nicht ganz passt, fallen in bestimmten Hunderterjahren (das nächste Mal 2100) die Schalttage aus. EP

LN
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