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Wie lässt man die Kirche im Dorf?

Ahrensburg/Todendorf Wie lässt man die Kirche im Dorf?

Drei Stormarner Gotteshäuser stehen vor dem Abriss, weil der Kirchenkreis kein Geld mehr für den Erhalt gibt: Die St. Johanneskirche in Ahrensburg, die Kirche in Todendorf und eine Kirche in Reinbek.

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Was wird aus der Todendorfer Kirche? Sie ist eines von fünf Gebäuden der Kirchengemeinde Eichede.

Quelle: Fotos: B. Albrod

Ahrensburg/Todendorf. Vor einiger Zeit hat der Kirchenkreis-Ost eine Gebäude-Management-Analyse in Auftrag gegeben, um angesichts steigender Kirchenaustritte und rückläufiger Gottesdienstbesucher zu entscheiden, welche Gotteshäuser weiter finanziert werden sollen. Nach der St. Johanneskirche in Ahrensburg sind jetzt auch die Kirche in Todendorf und eine Kirche in Reinbek als C klassifiziert worden. „Das bedeutet nicht, dass die Kirchen abgerissen werden sollen“, betont Remmer Koch, Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost. „Das bedeutet aber, dass es vom Kirchenkreis keine Fördermittel mehr für den Erhalt der Gebäude gibt.“

LN-Bild

Drei Stormarner Gotteshäuser stehen vor dem Abriss, weil der Kirchenkreis kein Geld mehr für den Erhalt gibt.

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Je nach Bedeutung der Kirche wurden die Gebäude mit A, B oder C bewertet. Der Standort der Kirche, ihre Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Bedeutung oder der bauliche Zustand seien Kriterien, nach denen die Einteilung erfolge, so Koch. Die reicht von „unbedingt erhaltenswert“ (A) über „erhaltenswert mit Investitionen“ bis „nicht förderfähig“ (C). Die Todendorfer Kirche bekam ein C. Die Kirchengemeinde will nun gemeinsam mit der kommunalen Gemeinde entscheiden, wie es mit der Kirche weitergeht.

„Sie ist eines von fünf Gebäuden der Kirchengemeinde Eichede“, erläutert Pastorin Susanne Schumacher. Das Pastorat, zwei weitere Gebäude und die historische Kirche in Eichede gehören außerdem dazu.

Die Todendorfer Kirche wurde 1967 als Autobahnkirche gebaut. „Wegen des moorigen Untergrunds wurde die Kirche damals auf Pfeiler aus Beton und Stahl gebaut, die nach 49 Jahren verwittert sind und saniert werden müssen“, so die Pastorin weiter. Dazu kommen Wasserschäden am Dach, so dass großer Investitionsbedarf herrscht, den die Kirchengemeinde Eichede allein nicht tragen kann. „Die Kirchengemeinde bekommt immer weniger Kirchensteuern. Wir haben eine Verantwortung für die Zukunft und keine Mittel für die Sanierung.“

Deshalb hat die Kirchengemeinde ihre 2500 Mitglieder jüngst zu einer Versammlung eingeladen, um gemeinsam zu überlegen, wie man die Kirche in Todendorf erhalten könnte. „Auch der Bürgermeister war dabei, und wir wollen sehen, ob man vielleicht zusammen mit der kommunalen Gemeinde die Kirche tragen könnte“, sagt Pastorin Schumacher. Sie will ein Meinungsbild einholen, um zu sehen, wie wichtig den rund 1200 Todendorfern ihre Kirche ist. „Es gab schon viele Ideen für eine Mischnutzung, beispielsweise als Atelier wegen der großen Fenster, für Kitas und Vereine und trotzdem sonntags für Gottesdienste.“ Mit dem Gemeindebrief im September soll ein Fragebogen verteilt werden.

In Ahrensburg ist die St. Johanneskirche mit C bewertet worden, die derzeit von einem Verein weiter finanziert wird. Der hatte sich gebildet, nachdem 2012 bekannt geworden war, dass Gotteshaus und Pastorat verkauft werden sollten. Nachdem die Kirche im Juni 2013 offiziell geschlossen worden war, hatte der Verein zehn Monate lang Andachten vor der Kirchentür abgehalten, bis der Kirchenkreis einem Vertragsabschluss zwischen Förderverein St. Johannes Ahrensburg und dem Kirchengemeinderat Ahrensburg zugestimmt hatte. Der gilt bis 2019 und verlangt, dass der Verein aus eigenen Mitteln für 15000 Euro Unterhalt im Jahr für den Betrieb der Kirche aufkommt. Zusätzlich übernehmen die Mitglieder die Küsterarbeiten ehrenamtlich.

Auch hier ist das Urteil „C“ gefällt worden, so dass vom Kirchenkreis-Ost keine Fördermittel mehr zu erwarten sind. Zusätzlich hat sich der Ahrensburger Kirchengemeinderat 2014 aufgelöst, der sich für die Schließung der Kirche ausgesprochen hatte, so dass als Interimslösung ein Beauftragtengremium die Geschäfte führt, bis am 27. November ein neuer Kirchengemeinderat gewählt wird. „Die Kirchengemeinderatswahl ist eine Schicksalswahl für uns“, erklärt Hans-Peter Hansen, Vorsitzender des Fördervereins. Denn wenn das neue Gremium sich für den Erhalt von St. Johannes ausspräche, könnten auch aus der Ahrensburger Kirchengemeinde wieder Mittel zum Unterhalt der Kirche kommen.

„Wir finanzieren die Kirche aus den Mitgliedsbeiträgen des Fördervereins, aus Spenden und aus dem Kulturprogramm, das wir in St. Johannes anbieten“, erläutert Björn Robinson vom Vorstand. Auch eine Rücklage wurde gebildet, um größere Reparaturen tätigen zu können. Der Verein will die Gemeindearbeit in St. Johannes unbedingt am Leben halten. „Der Missbrauchsskandal hat der Ahrensburger Kirchengemeinde sehr geschadet“, erklärt Hansen. „Wir müssen wieder zu einem lebendigen Gemeindeleben kommen. Die Kirche muss auch jungen Familien etwas bieten.“ Angenommen würden die drei Gottesdienste, die derzeit im Monat abgehalten werden, gut.

Erinnerung an Otto Andersen

Die Johanneskirche bietet am Sonnabend, 9. Juli, eine Gedenkveranstaltung an, um an den Architekten der Kirche, Otto Andersen, zu erinnern. In den 1960/70er Jahren baute Otto Andersen eine Vielzahl von Kirchen und kirchliche Gemeindezentren im norddeutschen Raum von Flensburg bis Osnabrück. Sein Stil gilt als prägend für die in diesen Jahren ungeheuer rege Bautätigkeit der evangelischen Kirche. Auch der Bau der Johanneskirche in Ahrensburg, deren Grundsteinlegung 1960 erfolgte, fällt in diese Zeit. 1962 wurde die Kirche geweiht, heute steht sie im Denkmalbuch des Landes.

 

Vorträge zu Leben und Wirken des norddeutschen Kirchenbaumeisters werden musikalisch vom Kammerorchester St. Johannes umrahmt. Dr. Klaus Tuch spricht über das große Glasfenster und den Altar. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

 Bettina Albrod

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