Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Wie wir künftig arbeiten werden

Ahrensburg Wie wir künftig arbeiten werden

Berufe werden sich durch die Digitalisierung verändern — Job und Freizeit verschmelzen stark miteinander.

Ahrensburg/Bad Oldesloe. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat es jüngst so formuliert: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir irgendwann nicht mehr mit 67 Jahren in Rente gehen können.“ Das Arbeitsleben, so Kramer, werde länger dauern, sonst breche das System zusammen. Das ist für Arbeitnehmer kein schöner Gedanke. Wird aber weder von der Arbeitsagentur noch von Unternehmen in Abrede gestellt.

Denn trotz Digitalisierung, die natürlich auch im Kreis Stormarn in den kommenden 14 Jahren eine große Rolle spielen wird, werden die qualifizierten Fachkräfte auch 2030 dringend benötigt. Dazu gehören dann auch die Gruppe der Ü-67. „Alle werden gebraucht, wir müssen alle Schätze heben“, erklärt Klaus Faust, Geschäftsführer Operativ bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. Das wird nicht jedem schmecken. Auch deshalb nicht, weil sich bis dahin die Arbeitsbereiche stark verändern werden. In 2030, prognostiziert die Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, Heike Grote-Seifert, „wird sich die Gesellschaft in Richtung Dienstleistungsgesellschaft entwickelt haben“. Berufe würden nicht unbedingt wegfallen, sich aber stark verändern — durch Einsatz von neuer Technik, durch den Kollegen Roboter. „Wenn bestimmte Tätigkeiten wegfallen, wie beispielsweise das Heben“, so Grote-Seifert, „kommen dafür neue dazu. In kaum einem Beruf ist der Mensch vollständig ersetzbar“. Was für die Arbeitnehmer bedeute: „Ich muss mein Leben lang lernen, um mit der Veränderung mitgehen zu können.“ Die Agenturchefin geht davon aus, dass immer mehr Firmen über Clouds — also mit Programmen, die nicht auf dem lokalen Rechner installiert sind — ihre Dienstleistung anbieten werden. „Es wird mehr Selbstständige geben, immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause, die Anwesenheitskultur wird zurückgehen.“ Gleichzeitig, so Klaus Faust, werden die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit „fließender“.

Bei dem weltweit operierenden Ahrensburger Unternehmen Basler, einem Industriekamerahersteller, wird heute schon im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ein starkes Augenmerk auf die 480 Mitarbeiter gelegt. Denn die Digitalisierung, die eine ständige Verfügbarkeit mit sich bringt, „birgt auch ein Risiko“, unterstreicht die Personalchefin Anja Sievers-Sack. In ihren Augen war deshalb work-life-balance gestern, work-life-blending — das Verschmelzen von Arbeit und Freizeit — ist heute und auch morgen im Kreis Stormarn 2030 Normalität. Möglich wird das durch den Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops. Vom Urlaubsort an einer Firmen-Konferenz teilzunehmen — schon heute nicht ungewöhnlich.

„Die Digitalisierung hat die Arbeit schon verändert und wird sie auch weiterhin verändern“, so Sievers-Sack. „Virtuelle Teams können genauso arbeiten. Die Frage ist nur, wie kommuniziere ich in den unterschiedlichen Räumen, in den Netzwerken.“ Mit der neuen Arbeitswelt werde auch die Rolle der Führungskraft auf den Kopf gestellt. „Die Top-down-Führung hat keine Chance mehr. Wissen ist Macht ist Vergangenheit, jeder hat Zugang zu Wissen. Die Führungskraft ist eher ein Coach, der bestimmte Rahmenbedingungen schaffen muss. Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig.“ Das Vertrauen, der Mitarbeiter macht seine Arbeit, egal von welchem Ort aus. Eigenverantwortung ist schon heute das Stichwort bei Basler. „Wir sind alle mündige Menschen, denen ich keine Vorgaben machen möchte. Natürlich muss die Führungskraft es vorleben und sich kritisch damit auseinandersetzen.“

In der Zukunft „sind auch die Arbeitsgesetze reformbedürftig“, erklärt Anja Sievers-Sack. Die derzeitigen Arbeitszeitgesetze würden schon nicht mehr zur Arbeitswelt von heute passen. „Jeder vernünftige Arbeitgeber sorgt für seine Mitarbeiter“, so die Personalchefin und spricht zudem von einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Zu der auch der Betriebsrat gehöre. „Er ist ein wichtiger Partner.“

Ein wichtiger Partner werden 2030 auch die älteren Arbeitnehmer sein. „Wir werden länger beschäftigungsfähig bleiben und auch wollen“, ist die Personalchefin überzeugt. Jede Arbeitskraft werde gebraucht, denn „durch den demographischen Wandel rücken immer weniger junge Fachkräfte nach“.

Nächste Folge: Energie

Von K. Kuhlmann-Schultz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stormarn
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Was für einen Adventskalender haben Sie?

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und vieles mehr in Lübeck und Umgebung.

TSV Trittau

Alles zu den Badminton-Stars beim TSV Trittau.

Zweiter Weltkrieg

Dieses Dossier beschäftigt sich mit der Situation in Stormarn während des Zweiten Weltkriegs.