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Stormarn Wieder Streit um Baumschutz?
Lokales Stormarn Wieder Streit um Baumschutz?
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20:21 06.09.2013
Gutachter sagen, dass diese 60-jährige Kirsche eine Gefahr darstellt.

Ein alter Streit scheint wieder in der Bad Oldesloer Stadtpolitik aufzuflammen. Die SPD-Fraktion hat in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses angekündigt, sich für die Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung stark zu machen. Das bürgerliche Mitglied Halina Waltz brachte das Thema in die Runde ein. Ein Antrag soll zu einer der nächsten Sitzungen folgen.

„Was waren eigentlich die Beweggründe, die Satzung überhaupt abzuschaffen?“, fragte Halina Waltz am Donnerstagabend in die Runde. Hans Jochim Stolten   (CDU) erklärte, dass die Mehrheit der Stadtverordneten darin übereingekommen war, dass eine städtische Baumschutzverordnung ein „bürokratischer Doppelaufwand“ sei. Immerhin sorgten die Untere Naturschutzbehörde des Kreises und die Landesgesetzgebung dafür, dass ein ausreichender Schutz gegeben ist. Horst Möller, der Fraktionschef der Christdemokraten, ergänzte, dass man sich damals einig war, die Verantwortung für den Baumschutz wieder stärker in die Hände der Bürger zu legen. Das habe auch funktioniert, denn die Ausgleichsflächen, die als Kompensation für Fällungen neu bepflanzt werden müssen, seien nicht geringer geworden. „Wir wollen das Thema nicht aufwärmen“, sagte Möller.

Doch das wird sehr wahrscheinlich geschehen. Sowohl SPD als auch Grüne sind in der Vergangenheit dafür eingetreten, dass strengere Kriterien angelegt werden, wenn das Fällen von Bäumen im Stadtgebiet beantragt werden. Nach den derzeitigen Bestimmungen genießen nur Bäume, die das Orts- oder Landschaftsbild in besonderer Weise prägen, starken Schutz.

Die im Jahr 2010 gegen das Votum von SPD und Grünen abgeschaffte Satzung, sah vor, dass sämtliche Bäume ab einem Stammumfang von 79 Zentimetern automatisch unter Schutz stehen. Eine Ausnahme bilden von jeher Bäume, die krank sind und aus Gründen der Verkehrssicherheit gekappt werden müssen. In so einem Fall gilt: Gefahr im Verzug.

Ein Beispiel dafür legte Dr. Kurt Soeffing vom Sachbereich Planung und Umwelt den Ausschussmitgliedern auch prompt noch am selben Abend zur Entscheidung auf den Tisch: Demnach droht auf dem Wendum eine dreistämmige Kirsche, sich zu spalten. Der Baum sei schwer von Bakterienbrand befallen und inzwischen nur noch „schütter belaubt“. Um ihn zu erhalten bedürfe es sehr umfangreicher Eingriffe. Die auseinanderdriftenden Teile des Stammes müssten mit Querbolzen und die Krone mit einem Netz von Seilen stabilisiert werden. Söffing schlug dagegen vor, den Baum so rasch wie möglich zu fällen. „Wenn wir überraschend Sturm bekommen und jemand verletzt sich, wenn der Baum umstürzt, sind wir dran“, ergänzte Bauamtsleiterin Barbara John.

Der Naturschützer Klaus Graeber (parteilos) plädierte dafür, mit der Entscheidung noch zu warten. Er wolle sich den Kirschbaum noch einmal ansehen. Denn oftmals könne ein Baum doch noch gerettet werden.

Dorothea von Dahlen

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