Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Willkommen: Bad Oldesloe zeigt Karte
Lokales Stormarn Willkommen: Bad Oldesloe zeigt Karte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:45 13.10.2016
Werfen einen Blick in die neue Willkommenskarte: (v. l.) Nauwa Saleh, Maria Herrmann, Agnes Heesch und Sozialpädagogin Jennifer Risch-Kühn. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Anzeige
Bad Oldesloe

„Die Zahl der Asylbewerber ist zurückgegangen, die Integration aber ist in vollem Gange“, sagt Thomas Sobczak, der für die Stadt Bad Oldesloe zu einem 3.

Zur Galerie
Am 3. Runden Tisch „Asyl“ nahmen viele Flüchtlinge teil – Sie wünschen sich mehr Sprachpaten an ihrer Seite – Neuer Wegweiser der Stadt kommt überwiegend mit Symbolen aus.

Runden Tisch „Asyl“ in das Kultur- und Bildungszentrum (KuB) eingeladen hatte. Dabei hatte er ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter der Diakonie, von „Q 8-Quartiere bewegen“ und des Treffpunkts Kaktus an seiner Seite, die sich von Anfang an um die Integration von Flüchtlingen bemühen. Neben ihnen waren aber auch viele Flüchtlinge gekommen, die teilweise vom Sandkamp aus zu Fuß zum KuB gegangen waren, um selbst das Gespräch zu suchen.

Zwei Stellwände für Wünsche und Anregungen von Asylsuchenden und Helfern standen bereit, an denen hinterher viele Zettel angebracht waren. Nur wenige Zettel gab es von den Helfern, die darauf unter anderem den Wunsch nach Schulungen niedergeschrieben hatten. Die Stellwand der Asylbewerber war dagegen voll mit Zetteln, auf denen zwar auch um Unterstützung bei der Wohnungssuche gebeten wurde, doch gut 90 Prozent der Beiträge enthielten den Wunsch nach Sprachpaten.

Mit 40 Männern wohnen Saif Alsultany, der in seiner Heimat Irak Arabisch unterrichtet hat, und Hamad Alali aus Syrien in der Gemeinschaftsunterkunft am Sandkamp. Seit einem Jahr leben beide in Deutschland. Während Saif Alsultany hofft, seine Frau und seine zwei Kinder nachholen zu können, ist Hamad Alali Single. Er ist guter Dinge, bald seinem Beruf als Maurer nachgehen zu können. Dass die Baubranche boomt, weiß er. Je eher seine Anerkennung kommt, desto eher kann er seine Arbeitskraft einsetzen. So unterschiedlich die beiden Männer und ihr Lebensweg sind, eins wollen beide: die deutsche Sprache lernen.

„Sprachpaten zu finden, wäre wichtig für uns“, sagt Saif Alsultany, der damit auch den anderen anwesenden Asylbewerbern aus dem Herzen spricht. Unter ihnen ist auch der 20-jährige Zahnarzthelfer Yonas Tekleab, der erst vor zweieinhalb Monaten von Eritrea nach Deutschland gekommen ist. Erst am Dienstag hat sein Sprachkurs angefangen. Dass der reine Sprachunterricht nicht reicht, eine Sprache zu lernen, ist auch ihm bewusst. „Wenn jemand mit mir üben würde, das wäre schön“, sagt der junge Mann auf Englisch.

Eine der gefragtesten Frauen des Abends ist Nauwa Saleh von der Migrationssozialberatung. Sie ist bereits vor vielen Jahren aus dem Irak nach Deutschland gekommen und spricht akzentfreies Deutsch.

Immer wieder springt sie ein, wenn die Verständigung zwischen Asylbewerbern und Helfen hakt. Während Flüchtlinge und Helfer miteinander ins Gespräch kommen, verteilt Stadt-Mitarbeiterin Agnes Heesch eine noch fast druckfrische „Willkommenskarte“. Sie enthält einen Stadtplan und die wesentlichen Anlaufsstellen, die man wissen muss: Oldesloer Tafel, Apotheken, Ärzte, Agentur für Arbeit, die wichtigsten Hilfsorganisationen und sogar öffentliche WLan-Hotspots sind in der Karte eingetragen.

Da sie vor allem den Menschen dienen soll, die die deutsche Sprache nicht oder noch nicht beherrschen, beschränkt sie sich auf wenige Worte und setzt stattdessen auf Symbole. „Die Karte soll den Neubürgern helfen, sich in Bad Oldesloe zu orientieren“, erklärt Agnes Heesch. Zu haben ist der Plan, auf dem auch Handy-Apps benannt werden, mit der die deutsche Sprache geübt werden kann, im Stadthaus, bei der Volkshochschule, in der Stadtbücherei oder im DaZ-Zentrum. Agnes Heesch hofft, dass Helfer den Asylbewerbern erklären, was auf der Willkommenskarte alles zu finden ist. Eingetragen werden kann auf ihr übrigens auch die eigene Adresse, damit im Notfall jemand den Weg zur Unterkunft zeigen kann.

Treffen im Bürgerhaus

Am 29. Oktober findet von 15 bis 18 Uhr das nächste Willkommenscafé im Bürgerhaus statt. Dabei treffen sich bis zu 120 Asylbewerber und Helfer zusammen mit Mitarbeitern der Flüchtlingshilfe zum gemeinsamen Klönen und Schlemmen, denn das Kuchenangebot während des Nachmittags ist riesig. Daneben werden Spiele gespielt, es bilden sich Sprachpatenschaften und die Teilnehmer erfahren mehr über die Interessen des anderen. Aber auch für die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen ist der Treff eine willkommene Gelegenheit, sich kennenzulernen und auszutauschen. pd

 Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige