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Stormarn Wind-Rotoren töten Rotmilan
Lokales Stormarn Wind-Rotoren töten Rotmilan
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21:41 23.09.2013
Ein Jammer: Der Rotmilan, den Hans Wirth hier in den Händen hält, wurde von der Windkraftanlage im Hintergrund enthauptet.

Ein außergewöhnliches Naturschauspiel war am Wochenende über der Feldmark zwischen Groß Niendorf und Tralau zu beobachten. Am Freitag suchten 18 wohl auf dem Durchzug befindliche Rotmilane in dieser Gegend nach Nahrung. Dort stehen vier Windkraftanlagen, die von den seltenen Vögeln regelmäßig überflogen werden. Einer der Rotmilane ist am Wochenende offenbar von einem der Windräder geköpft worden.

Ein Anwohner hatte, wie der Greifvogelexperte Hans Wirth vom Naturschutzbund berichtet, am Sonnabend den Vogel am Fuße eines der Türme gefunden. Dieser Vorfall dürfte die Diskussion um die geplanten Windräder in Groß Niendorf neu entfachen. Die Streitfrage zwischen den Befürwortern und den Gegnern der neuen Windräder ist: Werden Vögel wie Seeadler, Milane, aber auch Fledermäuse durch die Windräder gefährdet?

Vogelexperte Wirth machte sich an Ort und Stelle ein Bild: „Bei der Kollision waren dem Milan der Kopf und ein Teil des linken Flügels abgetrennt worden. Aus den Wunden trat noch Körperflüssigkeit aus. Obwohl der Vogel erst vor kurzer Zeit getötet worden war, bleiben die fehlenden Körperteile trotz intensiver Suche verschwunden.“ Wahrscheinlich seien die schon von anderen Greifvögeln gefressen worden. Wirth hatte beim Ortstermin vier Rotmilane und vier Mäusebussarde gesehen.

Bei dem getöteten Rotmilan — einer streng geschützten Vogelart — handelte es sich nach Wirths Untersuchung um einen männlichen Altvogel, der seine Mauser fast abgeschlossen hatte. Die Schwanzfedern des frischen Gefieders seien in dieser Jahreszeit besonders intensiv rot gefärbt. Der Vogel hatte eine stattliche Spannweite von 1,58 Meter.

Wirth: „Nach 2009 ist dieses bereits der zweite Rotmilan, der an der Windkraftanlage mit der Kennung V 14081 zu Tode gekommen ist.“ 2012 seien bei der Ernte zudem bereits stark mumifizierte Reste von zwei weiteren Rotmilanen in diesem Windpark gefunden worden. „Insgesamt sind bisher also mindestens vier Rotmilane an den Windkraftanlagen in Tralau umgekommen.“

Bei einer weiteren Kontrolle am Sonntag stellte Wirth in dem Gebiet dann mindestens 63 dieser Vögel fest. „So viele Rotmilane habe ich noch nie gesehen“, sagte der Vogel-Experte. Es sei „vermutlich die größte bisher festgestellte Ansammlung dieser Art in der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft gewesen“. Kurios: Die Zusammenkunft der Rotmilane sei genau dort gewesen, wo die neuen Windkraftanlagen in Groß Niendorf geplant werden. Gegen diese geplanten Windräder zieht eine Bürgerinitiative zu Felde.

„Der Rotmilan ist sehr lange in der Luft und kommt häufiger als andere Vogelarten an Windrädern zu Schaden.“
Dr. Hans Wirth, Vogelexperte des Naturschutzbundes

Christian Spreer

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