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Windparkgegner lassen nicht locker

Bargteheide Windparkgegner lassen nicht locker

Bargteheider Bauausschuss stellte neue Gutachten zum Bürgerwindpark vor.

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Der Saal war gerappelt voll, als im Bauausschuss Bargteheide die neuen Windgutachten vorgestellt wurden.

Quelle: Foto: B. Albrod

Bargteheide. „Als ich mit einem Fernsehteam am Glindfelder Weg war, flogen 30 Kraniche über uns weg“, gab Hartmut Scheffler in der Sitzung des Bargteheider Bauausschusses zum Besten.

Er ist Sprecher der Initiative in Klein Hansdorf, die sich gegen den Bau dreier Windräder wehrt. Die letzte Hoffnung der Windpark- Gegner ruht auf dem Artenschutzgutachten. Artenschutz-Bedenken sind die einzigen, die den Bau des Bürgerwindparks noch verhindern könnte.

„Der Bürgerwindpark ist von der Mehrheit der Stadtvertreter gewollt", stellte der erste Stadtrat Claus Christian Claussen klar. Zwar sei die Fläche durch ein Versehen angemeldet worden, aber die Stadtvertreter hätten sich danach bewusst dafür entschieden, den Weg weiter zu gehen.

An dessen Ziel sollen drei Windräder mit je 3,3 Megawatt Leistung stehen, knapp 200 Meter hoch. Es sind vor allem gesundheitliche Bedenken wegen des Infraschalls, Naturschutzbedenken und der Wertverlust ihrer Häuser, die die Windgegner nicht ruhen lassen. „Was ist mit dem Sicherheitskonzept, wenn ein Windrad brennt?“, fragte ein Anlieger und beschwor das finstere Bild stinkenden Kunststoffregens herauf.

Laut Umweltverträglichkeitsprüfung steht dem Windpark nichts entgegen: Andreas Werning stellte das Gutachten vor, das dem Projekt grünes Licht gibt, wenn 7,9 Hektar Ausgleichsfläche gekauft, ein Knick versetzt, ein zweiter neu angelegt, neun Eichen gepflanzt und eine Ersatzzahlung von 730 631 Euro geleistet werden. „Das Geld geht an den Kreis Stormarn für Naturschutzprojekte“, so Werning.

Die Ausgleichsfläche hätte in Bargteheide geschaffen werden können, „aber es war niemand bereit, Land zu verkaufen. Deshalb erfolgt der Ausgleich über Ökokonten.“ „Die Stadt könnte doch eine Öffentlichkeitsbeteiligung beantragen“, regte ein Anlieger an. „Das hier ist die Öffentlichkeitsbeteiligung“, erwiderte Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Mitte November sei damit zu rechnen, dass alle Unterlagen beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) zur Genehmigung eingereicht werden könnten. „Mit einer Entscheidung rechnen wir Mitte Februar 2014. Bis dahin kann beim LLUR alles eingesehen werden“, fügte er hinzu.

Lärm, Schattenschlag, die hässliche Aussicht — Hans Pirch von der Bürgerinitiative „Gegenwind Bargteheide“ schilderte seine Eindrücke aus Sachsen, wo Anlieger nicht mehr auf der Terrasse sitzen könnten. „Ich miete einen Bus und lade Sie ein, mit mir nach Sachsen zu fahren und mit den Menschen dort zu sprechen“, bot er den Stadtvertretern an. „Die Stadt hat nicht zugunsten der Bürger entschieden“, kritisierte ein Klein Hansdorfer und kündigte eine Klage gegen den Windpark an: „Wer von Ihnen wohnt denn im Umkreis der Anlagen?“ Mindestens zwei Stadtvertreter, und auch andere bekräftigten ihren Wunsch, mit dem Bürgerwindpark einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. „Die Windkraft war Thema im Kommunalwahlkampf“, betonte Claussen. Die Mehrheit habe in der Stadtvertretung für den Windpark gestimmt. Die Ausschussvorsitzende Renate Mascher bedankte sich nach mehr als drei Stunden Diskussion für die sachliche Auseinandersetzung.

Ökokonten
Wenn eine Kommune kein Land hat, um Ausgleichsflächen zu schaffen, kann es auf ein Ökokonto zurückgreifen. Das speist sich aus Flächen, die Landwirte für den Naturschutz anlegen und als Ausgleichsfläche in Ökopunkte umrechnen. Diese können statt der Flächen gekauft werden.

Bettina Albrod

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