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Stormarn Windparkgegner spüren Auftrieb
Lokales Stormarn Windparkgegner spüren Auftrieb
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21:23 27.06.2013
„Die Fläche hätte gar nicht ausgewiesen werden dürfen.“ Norbert Muras, WfB

Bald entscheidet sich, ob in Bargteheide am Glindfelder Weg ein Bürgerwindpark entsteht. Inzwischen hat auch der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann (CDU) wegen des Interessenkonflikts zwischen Deutscher Flugsicherung (DFS) und Windkraft-Betreibern reagiert. „Ich habe vor zwei Tagen die Bundesregierung gefragt, welche Möglichkeiten sie sieht“, sagt Storjohann.

Eine Antwort liege bislang noch nicht vor.

Auch die Investoren warten noch auf Antwort: „Die Stadt hat eine Bauvoranfrage gestellt, um Planungssicherheit zu haben“, erklärt Stefan Körner, einer der Geschäftsführer der Bürgerwindpark Bargteheide GmbH & Co. KG. „Dabei wird geprüft, ob die Funkanlage der Flugsicherung in Ammersbek durch die Windräder gestört wird oder nicht.“ In vier bis fünf Wochen soll die Antwort kommen. Erst nachdem die Planungen auf den Weg gebracht worden waren, hatte sich herausgestellt, dass die Fläche innerhalb eines 15-Kilometer-Bereichs um das Funkfeuer liegt, wo Windkraftanlagen möglicherweise nicht erlaubt werden.

„Die Entscheidung fällt, ehe der Prospekt für die Bürgerbeteiligung fertig ist“, so Körner weiter. Noch habe kein Bürger Geld investiert. Insofern sei es gut, dass das Thema rechtzeitig bekannt geworden sei. Auch andere Fragen seien noch offen. „Seit Mai gibt es Beobachtungen zu Fledermaus- und Greifvogelflug. Alles, was an dem Standort zu berücksichtigen ist, wird von uns auch ernst genommen.“ Am 4. Juli soll öffentlich über bereits vorliegende Gutachten informiert werden. „Wir wollen die Bürger laufend beteiligen. Falls wir dann doch die Erlaubnis bekommen, muss alles sehr schnell gehen.“

Die aktuelle Diskussion sorgt bei den Gegnern des Windparks für Oberwasser. „Wir sind nicht gegen Windkraft“, betont Gorch-Hannis La Baume von der FDP. „Wir sind aber gegen Windräder, die bei den Anliegern praktisch im Vorgarten stehen.“ Eine Unterschriftenaktion gegen den Windpark habe bislang 600 Unterschriften gebracht, und auch im Wahlergebnis sieht La Baume ein Zeichen. „Wir gehen davon aus, dass wir und die Wählergemeinschaft für Bargteheide (WfB) die Stimmen der Windgegner bekommen haben, demnach sind 20 Prozent der Bürger gegen den Windpark.“ Windenergie sei wichtig, aber man müsse auch berücksichtigen, wo die Menschen bleiben. Windkraft gehöre auf freie Flächen, wo niemand gestört werde.

„Die WfB wäre sehr froh, wenn das Aus für den Windpark schon jetzt kommen würde, bevor größere Beträge investiert worden sind“, erklärt Norbert Muras (WfB). Viel schlimmer wäre die Situation, wenn sich im nächsten Jahr anhand der vom Bundesgesundheitsamt angekündigten Richtlinie zum niederfrequenten Schall ergeben würde, dass die dann vielleicht schon teilweise gebaute Anlage nicht den Forderungen des Bundeslärmschutz-Gesetzes entspricht. „Das schlimmste Szenario wäre aber ein Bau der Anlagen mit jahrzehntelanger Beeinträchtigung der Bevölkerung, des Landschaftsbildes und der Tierwelt. Die Fläche hätte gar nicht ausgewiesen werden dürfen, wenn die zuständigen Behörden hier nicht grob fahrlässig die notwendige Sachanalyse unterlassen hätten“, so Muras.

In Klein Hansdorf hatte sich gleich bei Bekanntwerden der Pläne eine Initiative gegen den Windpark gegründet. „Ein Mitglied hat in einem Telefonat mit der DFS erfahren, dass Windparks bei Funkanlagen zu 90 Prozent nicht durchkommen“, erklärt Hartmut Scheffler von der Initiative. „Wir sind sehr optimistisch.“

Zudem habe Klein Hansdorf das Recht, Stellung zu nehmen, weil die Windkraftanlagen weiter von Bargteheide entfernt seien als von Klein Hansdorf. „Wir sind durch Reflektion betroffen. Wenn die Pläne raus sind, werde ich Einspruch erheben, dann gibt es einen Baustopp“, erklärt Hartmut Scheffler. Er kritisiert zudem, dass ein Gutachter mit der Software eines Windenergie-Betreibers arbeite. „Wir wollen objektive Gutachten auf der Grundlage des Frauenhofer-Instituts“, lautet die Forderung.

Gutachten in Bargteheide
Am 4. Juli tagt zu diesem Thema der Bargteheider Ausschuss für Bau und Bauordnung. Ab 18.30 Uhr werden im Ganztagszentrum in Bargteheide das Gutachten zur Bestimmung des Windpotenzials und des Energieertrages von Windenergieanlagen, das Schallgutachten, das Schattengutachten und das Turbulenzgutachten öffentlich vorgestellt.

Bettina Albrod

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