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Stormarn Schleswig-Holsteiner wollen Winterferien
Lokales Stormarn Schleswig-Holsteiner wollen Winterferien
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13:01 31.01.2019
Dem Initiator geht es nicht um Ski-Ferien, sondern um die Belastung der Kinder. Quelle: Sebastian Prey
Reinbek

Die Entscheidung über Winterferien in Schleswig-Holstein ist schwierig. Der Kieler Volker Barthel, der im Internet eine Online-Petition auf den Weg gebracht und fast 5900 Unterschriften von Befürwortern bekommen hat, hat die Sammlung jetzt beendet. In Stormarn hatten 803 Menschen unterschrieben, im Kreis Herzogtum Lauenburg waren es 884 und im Kreis Segeberg 281 Unterstützer. Allerdings beging er einen Formfehler und sammelte die Unterschriften in einem privatrechtlichen Forum. Deshalb will Kiel die Petition nicht anerkennen.

Barthel setzt sich dafür ein, die lange unterrichtsfreie Periode zwischen den Weihnachts- und den Osterferien durch eine Woche Winterferien zu entspannen, um die Schüler weniger zu belasten. Bis auf Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es in allen anderen Bundesländern im Februar oder März bis zu zwei Wochen frei.

„Ich habe die Petition eingereicht, aber der Petitionsausschuss in Schleswig-Holstein erkennt die Unterschriften nicht an, weil sie in einem privatrechtlichen Forum gesammelt wurden“, bedauert Barthel. Der Ausschuss müsse sich aber damit beschäftigen, sobald eine Person eine Petition einreiche, ab 2000 Unterschriften hätte es eine Anhörung gegeben. Die bleibe wegen des Formfehlers jetzt aus. „Ich hoffe dennoch weiter auf eine Diskussion“, so der Kieler. Die Weihnachtsferien gingen immer bis zum 6. Januar, da könne man ein paar Tage kürzen und stattdessen mit beweglichen Ferientagen im Februar oder März noch eine freie Woche einschieben. „Ich will die Osterferien nicht abschaffen“, betont Barthel, der zwei schulpflichtige Kinder hat. „Ich will auch keine Skiferien als Luxusfreizeit, sondern es geht mir um die Belastung der Kinder.“

Es gab schon einmal Winterferien

Auf seiner Internetseite hat Barthel Stellungnahmen gesammelt. „Diese lange Unterrichtsperiode ist von vielen Krankheitstagen bei Schülern und Lehrern gekennzeichnet. Damit muss endlich Schluss sein!!!“, schreibt eine Stormarnerin. Ein Lauenburger dazu: „Ich finde es schade, dass man als Nordlicht mit Schulkindern keinen Winterurlaub machen kann. Zwei Wochen Herbstferien finde ich auch zu lang.“ Aus dem Kreis Segeberg heißt es in den Kommentaren: „Das finde ich sinnvoll für Kinder.“ Oft wird der Wunsch geäußert, parallel zu Hamburg Winterferien zu haben.

Aber es gibt auch Gegenstimmen. „Im Landtag wird auf die laufende parlamentarische Diskussion verwiesen“, sagt Barthel. Doch das Thema sei auf wenig Echo gestoßen. Das Ministerium berufe sich immer wieder auf einen Beschluss des Landtags von 2003, die Frühjahrsferien wieder in die Osterzeit zu verlegen. „Mir geht es aber explizit nicht um eine Verschiebung der Osterferien, sondern um die zusätzliche Einführung von Winterferien“, betont Barthel.

Martin Habersaat. Quelle: dpa

„Bereits im Jahr 2003 wurden in Anpassung an die Ferienregelungen von Hamburg Winterferien eingeführt, die anstelle der Osterferien traten“, erklärt Martin Habersaat (SPD), Stormarner Vertreter im Bildungsausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags. „Diese Entscheidung wurde aufgrund von scharfer Kritik in der Öffentlichkeit nach nur einem Jahr durch einen einmütigen Beschluss des schleswig-holsteinischen Landtages zurückgenommen.“

Das Thema Winterferien habe die SPD zuletzt im November 2018 auf die Tagesordnung des Bildungsausschusses gebracht. Im Wesentlichen habe der Ausschuss beschlossen, jetzt die Befragungsergebnisse der Elternbeiräte einzuholen, so Habersaat.

Katharina Bode ist Schulelternbeiratsvorsitzende des Marion-Dönhoff-Gymnasiums in Mölln. „Winterferien würde ich begrüßen“, erklärt sie. „In der langen Zeit von Anfang Januar bis März oder sogar April freut sich jeder über eine Unterbrechung.“ Für 2020 hätten die Schulen am Schulberg sich abgesprochen, die drei beweglichen Ferientage in den Februar zu legen. Brigitte Menell, Schulleiterin am Kopernikus Gymnasium Bargteheide: „Ich hätte nichts dagegen, wenn die Abitur-Prüfungstermine verträglich dazu gelegt werden.“ Momentan würden die beweglichen Ferientage in Absprache aller Schulen in der Gegend so gelegt, dass sie im Februar oder Anfang März liegen. „Das ist derzeit nur ein Tag, das ist natürlich nicht so viel.“

Volker Barthel Quelle: ST

Thomas Engelbrecht, Leiter der Lauenburgischen Gelehrtenschule, sieht Winterferien ebenfalls positiv. „Ich stehe dem relativ aufgeschlossen gegenüber“, sagt er. Ansonsten werde die Zeit für die Schüler doch sehr anstrengend, vor allem, wenn Ostern spät liege. „Außerdem empfinde ich eine Zäsur nach den Zeugnissen als gut.“ Es beginne ein neues Halbjahr, das werde bewusster, wenn dazwischen frei sei. Zumal Sommerferien und Herbstferien so dicht beieinanderlägen, dass man dort gut einige Tage kürzen könnte. Rüdiger Nelson, Leiter der Schule am Burgfeld in Bad Segeberg, sieht es ähnlich. „Ich finde es durchaus sinnvoll, zum Halbjahreswechsel eine kleine Pause zu haben. Von den restlichen Ferien könnte man gut ein paar Tage kürzen.“

Habersaat verweist darauf, dass das Schuljahr zwischen Oster- und Sommerferien schon häufig unterbrochen werde. „Ausgangslage der SPD ist, dass wir keinesfalls die Sommerferien verkürzen und auch,Arbeitsphasen’ im Schuljahr erhalten wollen, das nach den Osterferien durch unterrichtsfreie Tage beziehungsweise verlängerte Wochenenden zu Himmelfahrt, Pfingsten und gegebenenfalls dem 1. Mai häufig unterbrochen wird“, meint er.

Eine schnelle Änderung steht ohnehin nicht bevor. Die bestehende Ferienordnung sei bis zum Sommer 2023/2024 verbindlich, teilt Thomas Schunck, Sprecher des Bildungsministeriums in Kiel, mit.

Bettina Albrod

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