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„Wir sind auf einem guten Weg“

Trittau „Wir sind auf einem guten Weg“

Oliver Mesch ist seit 15. August 2014 Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Trittau. Im LN-Interview blickt der 44-Jährige zurück und auch nach vorne.

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Oliver Mesch im LN-Interview.

Quelle: Kerstin Kuhlmann-Schultz

Trittau. LN: Sie sind heute ein Jahr im Amt. Wie fühlen sie sich?

Oliver Mesch: Ich bin im Amt angekommen, ich fühle mich gut. Hier Bürgermeister zu sein, ist eine Erfüllung. Aber auch eine Herausforderung, denn der Bürgermeister bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Bürgern, Gemeindevertretern und Verwaltung. Mein Ziel ist: Die Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu verbessern. Wir sind auf einem sehr guten Weg.

LN: Wie nehmen Sie die Menschen mit?

Oliver Mesch: Mit Transparenz und Information. Wir haben unseren Internetauftritt verbessert, wir veröffentlichen Bürgerbriefe. Wir wollen als Verwaltung offen sein, wir sind ein Dienstleister, das waren wir natürlich immer schon, aber wir können noch besser werden. Durch meinen Facebook-Auftritt, den ich seit der Wahl betreibe, nutze ich persönlich auch das Internet um die Bürger zu informieren. So möchte ich die Menschen mitnehmen. Politisch bin ich froh und stolz, dass es uns gelungen ist, die Debatte um das Freibad sachlich zu führen. Trotz emotional besetzen Thema gab es keinen Krieg. Durch eine Bürgerbefragung, Information und Transparenz haben wir versucht, alle Bürger mitzunehmen.

LN: Das Freibad wird saniert. Welche Baustellen gibt es noch?

Oliver Mesch: Es gibt noch viele Herausforderungen in Trittau. Wir müssen mit den Planungen weiterkommen. Nur ein Beispiel: Die Diskussion um den Schützenplatz sowie der B-Plan für die ehemalige Meierei. Der B-Plan ist im Aufstellungsprozess, aber es erfordert noch immer viel Arbeit und Bewegung von allen Seiten. Aus Trittauer Sicht und auch für die Investoren Edeka Süllau sowie Bartels und Langness möchte ich Stillstand in der Ortsmitte vermeiden. Alle Beteiligten müssen erkennen: Politik ist die Kunst des Möglichen. Beide Entwicklungspläne sind wichtig für unseren Ort. Was wir brauchen ist eine Konsensplanung, sonst geht es hier für niemanden weiter. Mein Vorteil dabei ist, dass ich diese ‘Baustelle‘ übernommen habe und die Sache unvoreingenommen betrachten kann.

LN: Ist das nicht typisch für Trittau, sich gegenseitig zu blockieren?

Oliver Mesch: In der Vergangenheit war das so. Das haben wir ja beispielsweise an den jahrzehntelangen Planungen für die Entlastungsstraße gesehen. Aber: Mit einem reinen Schwarz-Weiß-Denken kommen wir nicht weiter. Natürlich muss immer hart gerungen werden. Doch wenn eine Entscheidung gefallen ist, muss sie von allen getragen werden. Nur so können wir eine verlässliche Politik machen.

LN: Ist das in Trittau möglich? Hier hat die Politik oft ihr eigenes Süppchen gekocht. Entscheidungen werden ja sogar nach einer Kommunalwahl und veränderten Mehrheitsverhältnissen verändert.

Oliver Mesch: Ja, selbstverständlich. Wir, beziehungsweise die Gemeindevertretung, sind schon auf einem guten Weg in Sachen konstruktiver Zusammenarbeit. Aber wir müssen uns noch mehr dem Bürger gegenüber öffnen. Deshalb haben wir ja nach der letzten Gemeindevertretersitzung vor der Sommerpause zu einem Grillfest eingeladen. Wir brauchen Menschen, die sich in der Gemeindevertretung engagieren. Wir brauchen politischen Nachwuchs, in zwei Jahren sind Kommunalwahlen.

LN: Welche Rolle spielt dabei der Bürgermeister?

Oliver Mesch: Der Bürgermeister ist Mittler zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik, er ist Moderator und Impulsgeber. Wichtig ist, sich nicht vereinnahmen zu lassen. Ich muss über dem System stehen. Und, was vielen Bürgern oft nicht klar ist: Als Bürgermeister habe ich nicht so viel Macht, wie viele denken. Der Bürgermeister führt nur die Beschlüsse der Gemeindevertretung aus, kann aber nicht mitbestimmen, obwohl er direkt von den Bürgern gewählt wurde. Konsequenterweise müsste so ein Bürgermeister auch Stimmrecht in der Gemeindevertretung haben.

LN: Sie sind in Trittau aufgewachsen, viele Ältere kennen Sie noch als kleinen Jungen. Ist das ein Problem? Kommen Forderungen?

Oliver Mesch: Nein. Natürlich kenne ich hier viele Leute, viele kennen mich. Bei einigen Menschen, die einen lange kennen, muss ich einfach die Rolle zurechtrücken, die ich jetzt habe. Und manchmal ist es auch von Vorteil, dass ich hier verwurzelt bin.

LN: Die Zahl der Flüchtlinge nimmt zu. Macht das Probleme?

Oliver Mesch: Wir haben in Trittau einen guten Umgang mit der Situation und eine gute Willkommenskultur. Aber die Unterbringung ist eine Herausforderung, die lösbar ist. Die Flüchtlinge sind nicht das Problem. Wenn wir das als Gesellschaft vernünftig angehen, können wir gut damit umgehen. Das Problem ist die Bundespolitik. Wir brauchen endlich vernünftige Strukturen, es gibt kein System. Wir brauchen ein Einwanderergesetz, das Integration regelt.

LN: Berechnungen zeigen, dass Trittau weiter wächst — im Gegensatz zu anderen Kommunen. Ist noch Platz für Neubaugebiete?

Oliver Mesch: Ja, aber es wird enger. Der B-Plan 44 auf den alten Bahnhofsflächen dürfte demnächst mit Leben erfüllt sein. Außerdem entwickeln wir gerade den 35 B an der Bürgerstraße. Was wir dringend brauchen sind bezahlbare Wohnungen. Ich bin dafür, dass wir eine Zukunftswerkstatt gründen. Dort können wir die Frage bearbeiten, wohin wir wollen, einen Masterplan entwickeln. Wir müssen die Entwicklung steuern, satt zu reagieren.

LN: Alleine als Kommune oder zusammen mit den Gemeinden des Amtes?

Oliver Mesch: Sicherlich erst einmal für Trittau selbst. Aber es ist wichtig, dass wir uns noch viel stärker als Region sehen. Das Amt arbeitet gut, und unsere kleinteilige Gemeindestruktur ist auf der einen Seite auch sehr wichtig. Wenn man in die fernere Zukunft schaut, meine ich aber auch, dass man tabulos über andere Strukturen nachdenken sollte. Ein engerer Zusammenschluss könnte uns alle stärker machen. Wer weiß: Vielleicht gibt es irgendwann einmal die Großgemeinde Hahnheide mit zehn Ortsteilen?

Interview: K. Kuhlmann-Schultz

LN

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