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„Wir werden uns verschulden und brauchen mehr Einnahmen“

Reinfeld „Wir werden uns verschulden und brauchen mehr Einnahmen“

Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann spricht im LN-Interview über Investitionen, Ausweitung des Gewerbegebietes und die Zusammenarbeit mit dem Amt Nordstormarn.

Reinfeld. Wie bekommen Sie die finanzielle Situation der Stadt auch ohne einen Kämmerer in den Griff?

Heiko Gerstmann: Im Hauptausschuss wurde beschlossen, eine neue Fachbereichsleitung Finanzen und Gremienservice auszuschreiben. Die Kämmererstelle wird jetzt schnell ausgeschrieben.

Zudem wird das Team Finanzmanagement personell verstärkt, weil wir unter anderem immer noch keine Bilanzbuchhaltung haben. Deshalb fehlt immer noch die Eröffnungsbilanz mit dem exakten Stand über Schulden und Vermögen.

Dazu ein weiteres Stichwort: Kann die Stadt die geplanten Ausgaben für das Rettungszentrum überhaupt stemmen?

Gerstmann: Die Haushaltsberatungen für den Haushalt 2016 sind mit der Politik noch nicht erfolgt. Aufgrund der Auflagen der Feuerunfallkasse kann die Erneuerung des Rettungszentrums nicht beliebig verzögert werden. 2017 soll derzeit mit dem Bau begonnen werden, und wir werden noch in diesem Jahr planen. Wir gehen momentan von Kosten von mehr als vier Millionen Euro aus. Fertiggestellt sein muss das Rettungszentrum 2019. Wir müssen die Summe innerhalb von drei Jahren finanzieren. Wir werden uns verschulden — auch für die Sanierung der Matthias-Claudius-Schule.

Bleiben wir bei den Finanzen. Wo hat Reinfeld bessere Chancen, um Steuereinnahmen zu generieren: Bei der Ausweisung von neuen Wohngebieten oder der Ansiedlung von Gewerbebetrieben?

Gerstmann: Die Verbesserung der Einnahmeseite kann nicht nur mit einem Punkt verbessert werden. Das Potenzial für neue Wohngebiete ist relativ gering, so dass wir an etlichen Stellen über Nachverdichtungen nachdenken. Derzeit füllt sich das Gewerbegebiet an der Autobahn, so dass nur kleine Flächen noch zur Verfügung stehen. Deshalb will ich im Februar mit der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn über Erweiterungen des Gewerbegebietes reden. Durch die Gewerbesteuer finanzieren wir uns, und angesichts der bevorstehenden und bereits erwähnten Investitionen brauchen wir mehr Einnahmen.

Auch Reinfeld muss Flüchtlinge integrieren. Wie sieht das konkret aus?

Gerstmann: Prinzipiell versuchen wir eine dezentrale Unterbringung, soweit es geht. Vermutlich werden wir in diesem Jahr nicht um größere Einheiten herumkommen. Wir werden die Nachbarn darüber informieren. Dann gibt es auch ein Begrüßungsfest, wenn die ersten Flüchtlinge einziehen.

Die Innenstadtsanierung hat Reinfeld deutlich nach vorn gebracht. Reicht das oder müssen weitere Investitionen folgen?

Gerstmann: Die öffentlichen Flächen wurden verschönert, nun müssen auf privaten Flächen attraktive Einkaufs- und Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. Als Beispiele gibt es das Rathauscenter und das Fachmarktzentrum, weil Reinfeld noch eine Drogerie fehlt. Damit wird die Innenstadt gestärkt.

Können Pendler mit zusätzlichen Parkplätzen am Bahnhof rechnen?

Gerstmann: Für die Bauzeit für die barrierefreie Überführung und die neue Brücke wird das Parkplatzangebot eingeschränkt, in Zukunft nach 2020 stehen etwas mehr Parkplätze zur Verfügung.

Auf dem Gelände des jetzt abgerissenen Bahnschuppens entstehen vorerst weitere Parkplätze. Es gibt dann 20 weitere Parkplätze in Fünfkaten ab Herbst.

Das Claudius-Jahr ging gerade zu Ende. Für 2016 steht nur die Kulturnacht auf dem Programm. Müsste das kulturelle Leben nicht aufgewertet werden?

Gerstmann: Wir erinnern an Paul von Schoenaich (siehe Infotext), der vor 150 Jahren geboren wurde. Dazu gibt es am 26. Februar eine Veranstaltung. Außerdem besteht die Partnerschaft mit Neubukow in Mecklenburg seit 25 Jahren. Wir müssen sehen, wie wir das Jubiläum würdigen. Außerdem stehen weitere zahlreiche Konzerte und Vorträge auf dem Programm.

Wollen Sie die Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Amt Nordstormarn intensivieren? Könnte die Stadt nicht auch Aufgaben für das Amt übernehmen?

Gerstmann: Bedingt durch personelle Engpässe ist an eine Übernahme von Aufgaben für das Amt nicht realistisch. Nichtsdestotrotz strebe ich eine Intensivierung der Kooperation an.

Einige Ämter und Abteilungen der Stadt und das Amtes könnten enger zusammenarbeiten. Gespräche zu diesem Thema können nur auf Augenhöhe geführt und eine Kooperation muss im Konsens beschlossen werden.

Interview: Michael Thormählen

LN

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