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Stormarn Wird Reinfelds Rundbahn stillgelegt?
Lokales Stormarn Wird Reinfelds Rundbahn stillgelegt?
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09:56 02.02.2016
Adelbert Fritz hat noch die Worte des Gutachters im Ohr. Der hielt Preußen Reinfelds Laufbahn maximal bis 2016 nutzbar. Quelle: Fotos: Ukk

„Glitschig und durchgekrautet“, nennt Adelbert Fritz ihren Zustand. Uneben sei sie und deshalb gefährlich. Preußen Reinfelds Leichtathletik-Laufbahn macht es nicht mehr lange. Der Vereinsvorsitzende fürchtet, „dass die Unfallkasse vielleicht noch in diesem Jahr keine Haftung mehr bei Sportunfällen übernimmt“.

Er bezieht sich dabei auf einen Gutachter, der dem Sportplatz ohne grundlegende Sanierung noch bis maximal 2016 gab. Dann, habe der Gutachter seinerzeit befunden, sei die Bahn nicht mehr gebrauchsfähig. Die Diskussion um den beziehungsweise die Reinfelder Plätze war bereits vor gut fünf Jahren angestoßen worden, nachdem ein Läufer beim Ablegen des Sportabzeichens ausgerutscht war.

Adelbert Fritz, stets um ein harmonisches Miteinander von Verein, Verwaltung und Politik bemüht, kann sich „des Gefühls nicht erwehren, dass nun eine Entscheidung weiter hinausgezögert wird.“ Jetzt gehe es erstmal um Lärmschutz und Verlagerung. „In der ganzen Zeit wurde nicht ein Cent investiert. Die Energie zahlt der Verein selber. Die Stadt macht nur unbedingt notwendige Arbeiten.“

Dafür kreiste Preußen-Platzwart Reinhold Arps im Sommer um so häufiger mit seinem Schlepper um die Bahn und zog das Moos vom Belag. „Aber mittlerweile geht das nicht mehr richtig. Die Bahn hat ja kaum noch Belag“, sagt der Vorsitzende. Langsam spürt Fritz den Unmut seiner Mitglieder.

„Wir haben in einem Jahr hundert Mitglieder verloren“, berichtet er aus dem Vereinsleben. Jugendliche Fußballer wanderten ab. Eine begabte Mehrkämpferin hat sich schon vor längerem in Richtung Lübeck verabschiedet, „weil die Trainingsbedingungen für sie unmöglich waren.“ Reinfelds Leichtathletik-Abteilung liege mit gerade mal noch 40 Leuten am Boden.

Dabei versteht der Vorsitzende seinen Verein als Breitensport-Verein. „Wir wollen gar keinen Platz mit sechs oder gar acht Bahnen. Vier reichen. Es sollte allerdings eine funktionierende Anlage mit Tartan sein. Dann würde man auch den Ansprüchen der benachbarten Schule gerecht werden. „Die Immanuel-Kant-Schule bietet zwar ein Sportprofil an. „Bei Leistungsabnahmen müssen die Schüler aber nach Oldesloe fahren.“ Zudem fürchtet Fritz um den Fortbestand des in Reinfeld so beliebten Sportabzeichen-Betriebes.

Und nicht nur die Bahn, auch die Fußball-Trainingsplätze bedürften einer dringenden Erneuerung. Liga-Spiele würden auf dem A-Platz inmitten der Rundbahn ausgetragen auf einem heute nicht mehr üblichen Schlacke-Untergrund. Der B-Platz diene zwar als Trainigsplatz, doch das allabendliche Training dort sorge oftmals für Ärger wegen fliegender Bälle und wegen Lärms. Deshalb würden manchmal bis zu acht Mannschaften auf dem D-Platz üben. „Der ist nur noch eine Modderwiese.“

Ginge es nach Reinfelds Preußen-Chef, sollte der marode Sportplatz mit seinen verschiedenen Feldern am jetzigen Standort möglichst schnell saniert werden. Der beliebte D-Platz sollte einen Kunstrasen und Flutlicht bekommen. Dort würden die Anwohner in der Jahnstraße auch nicht so viel vom Trainingsbetrieb mitbekommen..

Allerdings hat ein Arbeitskreis aus Sportlern, Schulen, Politik und Verwaltung bereits über eine Verlagerung nachgedacht. Dabei hat sich eine vor zwei, drei Jahren vorgeschlagene Lösung inzwischen in Luft aufgelöst. Der Eigentümer eines Grundstücks jenseits der Lokfelder Chaussee gegenüber von Lidl sei nicht bereit sein Land für einen Sportplatz bereitzustellen, weiß der Bauausschussvorsitzende Lorenz Hartwig. Man sei nun auf der Suche nach einer Alternative.

Konkreter könnten die Überlegungen werden, wenn im März ein Student der Fachhochschule Lübeck seine Untersuchungen zum günstigsten Standort des Reinfelder Sportplatzes vorstelle. „Uns fehlt immer noch eine transparente Kostenaufstellung“, bemängelt der Christdemokrat. Aus Sicht seiner Partei mache es keinen Sinn, in das alte Sportlerheim am jetzigen Standort noch zu investieren. Stattdessen gebe es Überlegungen, drei Spielfelder zu verkaufen, um daraus einen neuen Sportplatz am Stadtrand zu bauen. Ein Sportplatz verbliebe dann noch am Bischofsteicher Weg — für die Schule.

Wichtiger Standortfaktor
2000 Mitglieder zählt SV Preußen von 1909 trotz der zahlreichen Mitglieder, die den Verein im vergangenen Jahr verlassen haben. „Viele wegen des Zustandes unseres Platzes“, weiß Adelbert Fritz. Der sei allerdings ein Standortfaktor für zuziehende Familien. „Die kommen doch nur, wenn auch das Freizeitangebot stimmt. Dazu gehört ein Sportverein mit guten Anlagen“. Trotz erschwerter Trainingsbedingungen haben es die Reinfelder allerdings geschafft, nach einem fußballerischen Tief in die Verbandsliga Südost aufzusteigen. Dank intensiver Nachwuchsarbeit.

Uwe Krog

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