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Stormarn Wird es jetzt Frühling? In Lasbek ist der erste Storch eingetrudelt
Lokales Stormarn Wird es jetzt Frühling? In Lasbek ist der erste Storch eingetrudelt
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20:15 11.02.2016
Das Storchenjahr in Stormarn hat begonnen: Am Dienstag gelang Volker Bestmann dieses Bild von Meister Adebar in Lasbek-Dorf. Auch im Kreis Herzogtum Lauenburg und im Segebergischen sind dieser Tage schon Störche angekommen. Quelle: hfr
„Was, der Storch ist schon da?“ fragt Klaus Pelz erstaunt und wirft eilig einen Blick hoch hinauf zur Spitze des Schornsteines der Alten Meierei. Dort befindet sich das Nest der Lasbeker Störche. „Ich hab noch keinen gesehen“, sagt er. Auch gestern Mittag kommt ihm Adebar nicht unter die Augen. Ausgeflogen ist er, auf der Suche nach Futter auf den umliegenden Feldern unterwegs. „Aber ich freue mich, dass er da ist. Auch wenn es ein bisschen früh scheint“, sagt Pelz, der zu gerne ein paar Straßen weiter auf seiner Hochterrasse sitzt und mit dem Fernglas das Treiben im Nest verfolgt. „Da ist immer was los“, schmunzelt er.

Tiere im Aufwind

Im vergangenen Jahr waren die Stormarner Störche erneut im Aufwind. 28 Nester im Kreis waren mit Paaren besetzt, 53 Storchenjungen wurden großgezogen — laut Naturschutzbund das zweitbeste Ergebnis seit 1971.

Kein Wunder: In Lasbek fühlen sich die Tiere wohl. Das Storchennest gehört zu den erfolgreichsten Brutplätzen in Stormarn. 2003 und 2010 gab es dort sogar Vierlinge. Im Vorjahr wurden drei Jungen geboren. Dass Meister Adebar hoch oben im Schornstein überhaupt für Nachwuchs sorgen kann, hat er Richard Frey zu verdanken. Der Bauunternehmer setzte vor Jahren die Alte Meierei von Grund auf instand. Auf seine Untermieter nahm er damals gerne Rücksicht. Seitdem ist kein Jahr vergangenen, an dem der Horst nicht besetzt war.

Dass der Herr des Hauses in diesem Jahr schon Anfang Februar eintrudelte und nun sehnsüchtig auf seine Partnerin wartet, überrascht aber nun doch so manch einen. „Aus Afrika ist er sicher nicht gekommen“, vermutet Klaus Pelz. „Vielleicht aus Frankreich oder Italien.“ Oder aus Spanien, wo er als sogenannter Westzieher auf Müllhalden rund um Madrid überwintert. Frieren wird Adebar im Norden nicht — auch wenn es ihm gestern bei vier Grad und ungemütlichen Regenschauern vielleicht nach Klappern zumute war. Nach Angaben des Naturschutzbundes Bad Oldesloe „können die Tiere problemlos Temperaturen bis - 30 Grad aushalten, weil der Blutkreislauf in ihren Beinen einem Wärmetauscher gleicht und so kein kaltes Blut bis in ihren Körper gelangt.“ Problematisch könnte bei einem Wintereinbruch jedoch die Ernährungslage werden.

Winter? Der ist für Volker Bestmann am vergangenen Dienstag in weite Ferne gerückt. Da blickte der Kaufmann, der in guter Nachbarschaft zum Storchennest lebt, morgens unverhofft nach oben und sah — den Storch. Sofort griff er zum Handy und machte ein Foto. „Das Wetter ist umgeschlagen, plötzlich kam die Sonne raus und er war da“, erinnert sich der Lasbeker. „Gestern Morgen habe ich ihn auch gesehen. Ich freue ich mich, dass er so früh zurück ist. Denn für mich bedeutet das: Der Frühling naht.“

Verena Bosslet

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