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Stormarn Wirtschaft kämpft gegen den Dauerstau
Lokales Stormarn Wirtschaft kämpft gegen den Dauerstau
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10:20 05.10.2016
Die Anschlussstelle Ahrensburg/Siek/Großhansdorf der A 1 aus der Vogelperspektive: Aus Richtung Hamburg kommend wurde die Abfahrtspur bereits verlängert (rote Linie), im Berufsverkehr reicht sie allerdings nicht aus. Auch die Pendler in Richtung Hamburg stehen morgens auf dem Ostring bis weit hinter die Anschlussstelle Ahrensburg-Hagen. Quelle: Manfred Giese
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Genau geht es der WAS und damit Geschäftsführer Detlev Hinselmann um die drei Anschlüsse Bargteheide/Hammoor, Stapelfeld/Braak und Ahrensburg/Siek/Großhansdorf. Diese würden, aufgrund der Attraktivität des Hamburger Umlandes sowohl für die Wohn- als auch die Gewerbenutzung immer stärker belastet – mit unmittelbaren Folgen für die Bevölkerung und die Wirtschaft. Beispielweise die Anschlussstelle Siek/Ahrensburg/Großhansdorf. Besonders morgens und abends kommt es sowohl auf dem Ostring als auch auf der Autobahn selbst zu langen Staus. „Hier wurde schon die Verzögerungsspur verlängert“, erklärt Hinselmann. Und trotzdem komme es zu Stoßzeiten immer wieder zu Staus auf dem mittlerweile verlängerten Abbieger auf dem A-1-Stück Richtung Norden. „Manchmal gibt es dort einen Rückstau von einem Kilometer.“ Hinselmann mag sich nicht ausmalen, was passiert, wenn dort ein Auffahrunfall mit einem Lkw geschieht.

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Die Anschlussstelle Ahrensburg/Siek/Großhansdorf der A 1 aus der Vogelperspektive: Aus Richtung Hamburg kommend wurde die Abfahrtspur bereits verlängert (rote Linie), im Berufsverkehr reicht sie allerdings nicht aus. Auch die Pendler in Richtung Hamburg stehen morgens auf dem Ostring bis weit hinter die Anschlussstelle Ahrensburg-Hagen.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sieht aber keinen Handlungsbedarf. Bei einem Treffen, zu dem die WAS auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden an den Anschlussstellen eingeladen hatte, machte der Landesbetrieb das deutlich. Torsten Conradt, Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr in Kiel, unterstrich, dass die Marschroute des Landes laute: „Erhalt vor Aus- und Neubau“. Die Probleme, die entlang der Autobahn an den Anschlussstellen bestünden, lägen „allenfalls im Mittelfeld“ der Prioritätenliste des Landes. Conradt appellierte an die Kreativität der Kommunen und riet zu Pragmatismus, was die Finanzierung und Umsetzbarkeit von Projekten anginge.

Darüber kann sich Stefan Kroll, Leiter des Bau- und Umweltamtes in Großhansdorf, nur wundern. Zum einen hätten die Kommunen kein Geld dafür, zum anderen „sind wir nicht in der Pflicht, wir sind gar nicht Verkehrswegeträger“, erklärt Kroll. Er kennt die schwierige verkehrliche Situation an der Anschlussstelle Ahrensburg genau, fährt hier jeden Tag lang. „Die Staus entstehen auf dem Ostring durch die Einpendler nach Hamburg und auf der Abfahrt durch die Pendler aus Hamburg“, erklärt er. Nicht zu vergessen die Pendler, die aus Richtung Trittau kämen. Die stauten sich bereits auf der L 224 in Siek an der Ampel. „Wir haben alles rausgeholt, was geht. Die Ampelschaltung ist optimal. In dem Moment, in dem die Fußgängerampel gedrückt wird, ist allerdings alles perdu.“

Helfen würde beispielsweise eine Verbreitung der Ostringbrücke über die Autobahn A 1. Aber „der Landesbetrieb ist klamm und will anscheinend lieber im Küstenbereich investieren“, so Kroll. Dabei „wird doch im Hamburger Rand das Geld verdient. Es ist mehr als unbefriedigend, dass nichts passiert. Es ist eine Belastung für alle.“

Und wird es erst einmal bleiben, denn die einzige Maßnahme, die der Landesbetrieb in Angriff nehmen wird, ist der Neubau des Autobahnkreuzes Bargteheide (die LN berichteten). Das gesamte Kreuz wird entzerrt, die Anschlussstelle Bargteheide der L 89 rutscht weiter in Richtung Norden. Kostenpunkt der Maßnahme, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll: zwischen 35 bis 40 Millionen Euro.

„Dafür ist Geld bereitgestellt worden“, so Hinselmann. „Alles andere wird nicht betrachtet.“

Was ihn nicht glücklich macht, erst recht nicht vor dem Hintergrund aktueller Gewerbeflächenentwicklungen – wie beispielsweise auch der Ansiedlung eines Autohofes bei Hammoor, die vom Land sogar unterstützt wird. „Wir werden beim Thema Ertüchtigung vorhandener Infrastruktur nicht locker lassen. Rückgrat für eine funktionierend Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung einer Region ist eine intakte Verkehrsinfrastruktur. Da bildet Stormarn keine Ausnahme“, erklärt Hinselmann. Er wird weiter Druck machen – bereits im November will er die Problematik Vertretern der Landes- und Bundespolitik erläutern. Damit sich die Marschroute der Landesregierung „Erhalt vor Aus- und Neubau“ vielleicht doch noch ändern lässt.

Barsbüttel wächst

Durch einen Grundstückstausch kann die Gemeinde Barsbüttel endlich ihr Gewerbegebiet um weitere 15 Hektar erweitern. Hinter Möbel Höffner können sich weitere Unternehmen ansiedeln.

Zwölf Hektar davon erschließt und verkauft die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn. Die restlichen drei Hektar nutzt der Höffner-Besitzer Kurt Krieger, dem auch Möbel Kraft und Sconto gehören, selbst. Er will sein Logistikzentrum, von dem aus auch Häuser unter anderem in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern beliefert werden, erweitern.

 K. Kuhlmann-Schultz

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