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Stormarn Wo sich das Leben auf dem Dorf lohnt
Lokales Stormarn Wo sich das Leben auf dem Dorf lohnt
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20:46 26.07.2017
Dörpshus in Havighorst: Hier hat die freiwillige Feuerwehr ihr Zuhause. Räume können auch von den Bürgern genutzt werden. Quelle: Fotos: M. Thormählen
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Feldhorst

„Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig. In beiden Ortsteilen gibt es funktionierende Gemeinschaften“, sagt Ernst-Wilhelm Schorr, Bürgermeister in Feldhorst. Und wer ländlich geprägte Strukturen zu schätzen wisse, der könne sich hier wohlfühlen. Allerdings: Nicht immer werde ein passendes Zuhause gefunden, weil es stellenweise zu wenige Bauplätze gebe.

Feldhorst will auch für junge Familien attraktiv bleiben und ländliche Strukturen bewahren.

Havighorst und Steinfeld bilden die Gemeinde, die aktuell rund 600 Einwohner zählt. Es seien schon mal 625 gewesen, erläutert der Bürgermeister und weist auf ein Problem hin: Die Nachfrage nach Bauland existiere schon seit längerem, doch es würden nicht genügend freie Flächen angeboten, die auch von den Eigentümern veräußert werden: „Wir haben leider einen leichten Rutsch bei den Einwohnerzahlen, obwohl auch junge Familien bei uns bauen wollen.“

Die Gemeindevertretung, zu deren vorrangigen Aufgaben die Bauleitplanung gehört, habe nicht immer eine leichte Aufgabe. Es gebe die Vorgaben durch die Landesplanung. „Und die will vor allem eine Verdichtung in den Ortskernen. Das geht aber nur, wenn wir da auch Grundstücke haben“, so der Bürgermeister. Manches Mal äußerten Bürger Kritik, um sich gegen eine weitere Bebauung zu wenden.

Immerhin habe die Gemeindevertretung vor kurzem entschieden, dass ein Bereich in Steinfeld überplant werden solle. „Es geht ja nicht um große Flächen. Aber zwei bis drei Neubauten pro Jahr – das wäre schon gut für uns. Denn die Gemeinde altert sehr schnell, wenn die jungen Leute, die eigentlich bei uns bleiben wollen, dann doch wegziehen“, betont Ernst- Wilhelm Schorr.

Dabei habe das Leben in dieser ländlich geprägten Region, die an den Kreis Segeberg und die Stadt Bad Oldesloe grenzt, durchaus seine Reize – und es sei, so der Bürgermeister weiter, auch eine Infrastruktur aufgebaut worden. Die Gemeinde habe eine eigene Kita, zwei Bolzplätze sowie mit dem Feuerwehrhaus in Steinfeld und dem Dörpshus in Havighorst außerdem zwei öffentliche Gebäude. „Und das Haus in Steinfeld wollen wir überplanen und modernisieren“, nannte der Bürgermeister ein Ziel für die Zukunft.

Dabei spielt für Feldhorst die große Bedeutung der beiden freiwilligen Feuerwehren eine Rolle: „Sie sind die Kulturträger der Gemeinde.“ Erfreulicherweise sei mit Erfolg eine Jugendfeuerwehr gegründet worden, der mittlerweile auch Mitglieder aus Pöhls und Rehhorst angehörten, betonte Ernst-Wilhelm Schorr: „Die Jugendwehr hat eine tolle Führungsmannschaft.“ Und Interesse bei jungen Leuten kann dazu beitragen, die Mitgliederzahlen in den aktiven Wehren konstant zu halten.

Feldhorst wird vor allem durch die Landwirtschaft geprägt. „Daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern. Wir haben zurzeit nur zwei Gewerbebetriebe“, blickt der Bürgermeister voraus. Ohne auf die aktuellen Sorgen angesichts der schlechten Witterung bei der angelaufenen Ernte einzugehen, weist der Landwirt darauf hin, dass auch von seiner Branche Immissionen verursacht werden könnten:

„Wenn beispielsweise die Gülle auf die Felder gebracht werden muss und dabei der Wind ungünstig steht.“ Dann sollten die Dorfbewohner miteinander reden und Bauern oder Betriebsleiter auf das Thema ansprechen: „Denn wir leben hier alle miteinander.“

Auch das Miteinander der Havighorster und Steinfelder ist nach Ansicht von Ernst-Wilhelm Schorr positiv verlaufen, nachdem die beiden kleinen Gemeinden 1977/78 fusioniert hatten. „Da gab es schon etwas Druck vom Land. Aber es hätte auch keine Alternative gegeben“, sagt der Bürgermeister.

Immerhin: Nach den aktuellen Vorstellungen der Landesplanung ist Feldhorst nicht mehr im Kieler Blickfeld. „Wir haben keine Eignungsflächen für Windenergie – zurzeit jedenfalls nicht“, betont Ernst-Wilhelm Schorr. So müssten später auch die sechs Windräder bei Havighorst wieder abgebaut werden, weil deren Abstand zur Dorflage zu gering sei.

Stein und Habicht

Feldhorst ist ein Kunstname. Er besteht aus den beiden letzten Silben von Havighorst und Steinfeld. Auch das Wappen der vor knapp 40 Jahren aus den beiden Ortsteilen gebildeten Gemeinde geht auf die Vergangenheit ein. Zu sehen sind ein großer Feldstein und ein Habicht, op Platt „Havig“. Neben diesen beiden zusammengeführten Orten existieren acht weitere Außenbereiche. Dabei handelt es sich um Gehöfte, die durch zusätzliche Wohngebäude vergrößert wurden.

Michael Thormählen

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