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Stormarn Wo spielt Hauke ab 1. August?
Lokales Stormarn Wo spielt Hauke ab 1. August?
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21:22 28.06.2013
Von Kerstin Kuhlmann-Schultz
Tanja und Rico Radtke mit ihrem Sohn Hauke. Die Eltern des Fünfjährigen sind wütend. „Warum ist es so schwer zu verstehen, dass die Kinder im Brummkreisel mehr brauchen“, fragen sie sich und hoffen auf eine schnelle Lösung. Quelle: Foto: K. Kuhlmann-Schultz
Bad Oldesloe

Die Situation ist vertrackt: Der Neubau für den Kindergarten der Lebenshilfe Brummkreisel am Konrad-Adenauer-Ring in Bad Oldesloe ist bezugsfertig, die Betreuungsverträge mit den 20 Eltern im Krippenbereich sind gemacht, allein die Lebenshilfe will und kann nicht einziehen. Sie verhandelt derzeit mit Stadtverwaltung und Politik über die Ausgestaltung des Finanzierungsvertrages.

Dieser Kontrakt mit einer Laufzeit von fünf Jahren, der von SPD, FBO und Teilen der Grünen auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung empfohlen wurde, hätte laut Lebenshilfe einen Fehlbedarf von insgesamt fast 35 000 Euro zur Folge. Mit dem Geld werden Wirtschaftskräfte wie Hausmeister, Reinigungs- und Küchenpersonal bezahlt. Zum einen würde es weniger Geld (etwas über 17 000 Euro) von der Stadt zum Regelbetrieb geben, zum anderen würde es genau deshalb auch aus dem zweiten Finanzierungstopf — hier ist es die Koordinierungsstelle soziale Hilfen der Schleswig-Holsteinischen Kreise (Kosoz), die den Mehraufwand für behinderte Kinder zahlt — weniger Geld geben.

„Wenn Kosoz nicht kostendeckend zahlt, bleibt das Defizit beim Betreiber“, erklärt die Lebenshilfe- Geschäftsführerin Ursula Johann, die derzeit noch in Verhandlungen mit der Koordinierungsstelle steckt. Deshalb könne sie den Vertrag nicht unterschreiben. Das hätte zur Folge, dass zwei Krippengruppen mit insgesamt 20 Kindern nicht starten könnten und die anderen 60 Kindergartenkinder in der alten, stark sanierungsbedürftigen, Kita in der Königsstraße bleiben müssten.

Ob die Finanzierungsart so ist, wie dargestellt, wird von Teilen der Politik bezweifelt. Auch wenn Bad Oldesloe Bürgermeister Tassilo von Bary durchaus von zwei Fördersystemen sprach, die „nicht zusammenpassen“. Björn Wahnfried (SPD) und seine Parteikollegin Maria Herrmann weisen darauf hin, dass die Kosoz erklärt habe, dass keine Abhängigkeit bestehen würde. Zudem würde die finanzielle Problematik des Brummkreisels ausschließlich den Regelbereich und nicht den Behindertenbereich betreffen. „Es geht um die Regelkinder, die von der Stadt unterstützt werden, und diesen Regelbetrag erhalten die anderen Kindertagesstätten auch. Die anderen Kindergärten sind damit ausgekommen. Ich kann nicht verstehen, warum das bei denen klappt und bei der Lebenshilfe nicht, so Herrmann.“

Gleichwohl will aber auch die SPD eine Lösung zum 1. August, damit die Eltern ihre bereits zugesagten Betreuungsplätze bekommen können. „Es ist wichtig, dass die Kinder und Eltern einen Platz haben“, so Herrmann. Ein Vorschlag der SPD ist deshalb, eine Übergangsregelung von einem Jahr zu schaffen — zu den Bedingungen der Lebenshilfe. An einer anderen Lösung wird noch gefeilt. Die Idee der SPD kommt bei der Lebenshilfe nicht gut an. „Wenn ich etwas unterschreibe, dass dazu führt, dass ich nach einem Jahr Leute entlassen muss, kann ich das so nicht tun“, erklärte Geschäftsführerin Johann.

Auch die Grünen sehen, dass es eine andere Lösung geben muss. Für Michaela Dämmrich ist klar: „Die Kinder der Kitas kann man nicht miteinander vergleichen.“

Am Mittwoch, 10. Juli, kommt es zu einer Sondersitzung der Stadtverordneten. Da wird auch der Vorschlag der CDU behandelt. Demnach soll in den Vertrag zwischen Lebenshilfe und Stadt ein Passus eingefügt werden, der eine Kündigung und Neuverhandlung möglich macht — für den Fall, dass die Kosoz ihre Zahlungsmodalitäten ändert.

Die Zeit wird knapp, besonders für die Familien mit einem Krippenplatz. In der Kritik stehen sowohl die Stadt als auch die Lebenhilfe, schließlich wird der Kindergarten seit zwei Jahren geplant und gebaut. „Der Zeitpunkt ist eine Katastrophe. Ich verstehe nicht, dass das so spät auf den Tisch kommt“, so Brummkreisel-Elternvertreter Max Paatz. Tassilo von Bary würde zur Not „die Kita zwangsumziehen, denn wir werden am bisherigen Standort aus Brandschutzgründen die Betriebserlaubis verlieren“.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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