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Stormarn Wohnen im Hamburger Umland weiter gefragt
Lokales Stormarn Wohnen im Hamburger Umland weiter gefragt
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21:25 07.08.2018
Im Baugebiet Erlenhof in Ahrensburg sind viele neue Wohnungen entstanden. Quelle: Albrod
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Ahrensburg

Für Häuser und Wohnungen im Hamburger Umland verlangen Verkäufer zum Teil deutlich höhere Preise als vor einem Jahr. In allen Hamburger Randbezirken seien die Preisforderungen gestiegen, in einem Drittel der Ortschaften um acht bis mehr als elf Prozent, teilte der Immobiliendienstleister McMakler auf der Basis einer eigenen Datenerhebung von Angebotspreisen in mehreren Internet-Portalen mit.

„Die angespannte Hamburger Wohn- und Marktpreissituation wird weiter aufs Umland überschwappen und das Preisniveau befeuern“, sagte Geschäftsführer Hanno Heintzenberg.

Der teuerste Ort im Hamburger Umland sei Wentorf mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 3444 Euro. Zum Vergleich: Im Hamburger Stadtgebiet fordern die Verkäufer 4212 Euro. Vergleichsweise teure Ortschaften im Hamburger Umland sind auch Ahrensburg (3231 Euro/qm) und Ammersbek (3226 Euro/qm). Günstiger ist es südlich der Elbe.

Unter den nördlichen Randgemeinden stiegen die Preisforderungen in Tangstedt und Oststeinbek um mehr als zehn Prozent, in Bönningstedt sogar um mehr als elf Prozent. „Orte, die an der unmittelbaren Stadtgrenze liegen, gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sind und über eine gut ausgebaute Infrastruktur verfügen, stehen besonders im Fokus der Kaufinteressenten“, sagte Heintzenberg.

LN: Experten warnen vor einer Immobilienblase – betrifft das auch das Hamburger Umland?

Axel Kloth: Es ist eher unwahrscheinlich, dass es in naher Zukunft zum Platzen einer Immobilienblase in Deutschland kommt. Eine breite Preisblase am deutschen Immobilienmarkt ist nicht sichtbar.

Dafür sorgen solide Kreditvergaben, ein hoher geforderter Eigenkapitalanteil und eine relativ geringe Verschuldung der deutschen Haushalte. Aber aufgrund einiger Preisübertreibungen und Spekulationen, vor allem in großen Städten wie Berlin, München und Hamburg, zeichnen sich Warnsignale am Immobilienhimmel ab. Wenn der Markt stark überhitzt ist, können Preise fallen. Aber wir sprechen dann von Preisrückgängen von circa zehn bis 15 Prozent. Eine solche Marktpreisentwicklung würde auch auf das Hamburger Umland ausstrahlen. In der Regel spüren das zuerst die Umlandgemeinden, die schlechter an die City angebunden sind.

LN: Ältere Menschen suchen zunehmend Wohnungen statt Häuser – können Sie den Trend bestätigen?

Lukas Pieczonka: Ja, der Trend hält schon seit vielen, vielen Jahren an. Treppensteigen, Gartenarbeiten und die Instandhaltungsarbeiten des Hauses werden für ältere Menschen immer anstrengender. Das Haus, das einst für die Familie und Kinder gebaut oder gekauft wurde, passt irgendwann nicht mehr zur Lebenssituation, ist nicht altersgerecht eingerichtet und kann zur Last werden. Viele Senioren entscheiden sich dann für eine kleinere Wohnung in der Stadt, die barrierefrei und gut angebunden ist. Um ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben bis ins hohe Alter zu gewährleisten, ist es auch wichtig, dass Versorgungseinrichtungen wie Arztpraxen und Supermärkte fußläufig erreichbar sind.

LN: Welche Rolle spielt umweltgerechtes Wohnen?

Axel Kloth: Umweltgerechtes Wohnen spielt beim Kauf einer Immobilie eher eine Nebenrolle. Kaufinteressenten suchen nicht per se nach einem „super“ gedämmten oder passiven Haus. Sie achten natürlich darauf, dass keine bedenklichen Baumaterialien wie beispielsweise Asbestplatten oder ähnliches verbaut sind. Aber in erster Linie ist beim Kauf die Lage der Immobilie entscheidend, denn die ist unveränderbar.

LN: Lohnt es sich, gebrauchte Immobilien zu kaufen?

Lukas Pieczonka: Gebrauchte Immobilien zu kaufen, lohnt aus einem einfachen Grund: Es gibt ein größeres Angebot und somit eine größere Auswahl für Kaufinteressenten. Außerdem wissen die Käufer, worauf sie sich einlassen. Sie können das Haus in vollem Umfang besichtigen, während Neubauten meist auf Plänen existieren oder Musterobjekte nur eine Ahnung vom zukünftigen Heim bieten. Einige Punkte sollten beim Kauf von Bestandsbauten jedoch beachtet werden, vor allem um versteckte Kosten zu vermeiden. Wir empfehlen unseren Kunden, sich von einem Sachverständigen beraten zu lassen, um mögliche Schäden oder Mängel am Gebäude oder auf dem Grundstück frühzeitig zu erkennen.

Axel Kloth ist ehemaliger Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD) und Gesellschafter von McMakler, Lukas Pieczonka Gründer und Geschäftsführer der Firma.

Von Bettina Albrod

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