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Stormarn Wohnraum für Flüchtlinge: Reinfeld ohne finanzielle Sorgen
Lokales Stormarn Wohnraum für Flüchtlinge: Reinfeld ohne finanzielle Sorgen
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22:05 20.05.2016
„Wir hoffen, dass wir die Kosten vom Kreis und vom Land erstattet bekommen.“ Heiko Gerstmann, Bürgermeister

 „Wir bringen die Flüchtlinge in angemieteten Wohnungen unter und hoffen, dass wir die Kosten vom Kreis und vom Land erstattet bekommen“, sagte Bürgermeister Heiko Gerstmann. Stattdessen lasse die Stadt ihre kommunalen Gebäude leerstehen – da entstünden ja keine Kosten.

Auch in Reinfeld ist die Zahl der Flüchtlinge, die von der Stadt untergebracht werden müssen, deutlich zurückgegangen und hat die bisherigen Pläne und Prognosen über den Haufen geworfen. „Bei uns leben zurzeit 112 Flüchtlinge. Wir verfügen aber über Unterkünfte für 178“, erläuterte Heiko Gerstmann. Allerdings könne niemand vorhersagen, wie sich diese Zahlen in der Zukunft entwickelten. Dies wisse ja offenbar nicht einmal die Landesregierung. Es gebe eine große Unsicherheit, so der Reinfelder Bürgermeister.

Die Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes sind mittlerweile nur noch zu etwa 20 Prozent ausgelastet. Und das hat Konsequenzen für die Kommunen, denen die Flüchtlingen zugewiesen werden. Bad Oldesloe hat beispielsweise das frühere Schwesternwohnheim gekauft, um dieses Gebäude mit einem Millionenaufwand zu sanieren. Das Amt Bad Oldesloe-Land hat Wohnungen angemietet, um 174 Flüchtlingen unterzubringen. Doch derzeit gibt es noch fast 60 freie Plätze. „Und wir brauchen diese Räume nicht, wenn die Flüchtlinge nicht kommen“, erklärte Amtsvorsteher Peter Lengfeld während einer Sitzung des Amtsausschusses. Das Amt habe in einigen Fällen Mietverträge mit Eigentümern abgeschlossen, die eine Laufzeit von zwei bis drei Jahren aufwiesen, erläuterte der Leitende Verwaltungsbeamte Steffen Mielczarek: „Wir könnten auf den Kosten sitzenbleiben.“

Kosten bereiten dagegen dem Reinfelder Bürgermeister keine Sorgen, weil die Flüchtlingen vorrangig in Wohnungen untergebracht würden, deren Mietkosten die Stadt gegenüber dem Kreis und dem Land geltend machen werde: „Diese Ausgaben bekommen wir dann wieder.“ Stattdessen würde derzeit der eigene kommunale Wohnraum nicht genutzt. Außerdem sei es möglich gewesen, ein Gebäude zu sehr günstigen Konditionen anzumieten.

„Die Kosten sind für uns nicht das Problem“, meinte der Verwaltungschef. Die in der Vergangenheit angestellten Überlegungen, Flüchtlinge auch in teuer bereitgestellten Containern unterzubringen, seien vom Tisch. Dies sei jetzt nicht mehr notwendig. Heiko Gerstmann: „Ich habe alles gecancelt.“ Nicht weiter verfolgt würden außerdem die Pläne, auf dem Schützenplatz Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Der Bereich, so der Bürgermeister, könnte für andere Aufgaben genutzt werden: „Wir sollten überlegen, ob wir nicht Wohnungen für sozialschwache Bürger schaffen. Da haben wir noch einen Nachholbedarf.“

Dankenswerter Weise habe sich in Reinfeld eine Willkommenskultur entwickelt, bei der es vor allem auf das ehrenamtliche Engagement ankomme. Nachdem die Flüchtlinge zunächst in Wohnungen untergebracht worden sind, müssen jetzt nach den Worten von Heiko Gerstmann weitere Anstrengungen unternommen werden, damit die Integration gelinge. Auch für diese zweite Phase sei die Unterstützung durch viele Ehrenamtler wichtig. Auch die Stadtverwaltung sei darauf vorbereitet. Nach einer Entscheidung der Stadtverordneten sei der Stellenplan im vergangenen Dezember durch die Ausweisung einer weiteren Stelle vergrößert worden. Dabei sei es um Aufgaben im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung gegangen. „Und zu viel Personal haben wir auch damit nicht“, sagte der Bürgermeister.

 Michael Thormählen

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