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Stormarn Wohnungen und Sprachpaten weiter dringend gesucht
Lokales Stormarn Wohnungen und Sprachpaten weiter dringend gesucht
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20:31 06.02.2018
Albrecht Werner (l.) mit Abdulslam Abschulkreem beim Neujahrsempfang. Quelle: Foto: Matzen
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Reinfeld

„Rund 250 Geflüchtete haben in Reinfeld und Umgebung eine neue Heimat gefunden“, sagt Albrecht Werner von „Asyl in Reinfeld“. Doch inzwischen gehe es nicht mehr um die Willkommenskultur und das Reinfinden in das Leben in Deutschland, da sich die Lebenssituation der Geflüchteten verändert habe. „Die Bedarfe haben sich dementsprechend verschoben. Es geht heute ums Wohnen, Arbeiten, um Familie, Gesundheit und vor allen Dingen um die Sprache“, so Werner. Das seien die Themen, mit der sich aktuell die Flüchtlingshilfe befasse. Aber auch dafür bräuchten die Ehrenamtler nach wie vor dringend Unterstützung aus der Bevölkerung.

Rückblickend habe das vergangene Jahr für die Geflüchteten aus Syrien, Eritrea oder Irak aus verschiedenen Gründen Anlass zur Freude geben. „Durch den Familiennachzug können einige Familien hier in Reinfeld und Umgebung wieder zusammenleben – in Sicherheit. Und wir haben die große Hoffnung, dass die Hemmnisse, die zurzeit noch bestehen, für weitere Familienzusammenführungen möglichst bald beseitigt werden“, so Werner. Erfreulich sei auch, dass sowohl Familien und Großfamilien sowie auch einzelne Männer inzwischen eigene Wohnungen bezogen hätten. Der Bestand der Wohnungen, die die Stadt anmieten musste, sei dadurch reduziert worden. „Wenn man in einer eigenen Wohnung lebt, dann ist das Leben einfach ein ganz anderes“, weiß Werner, der die Schutzsuchenden in Reinfeld und Nordstormarn schon seit vielen Jahren begleitet.

Nach wie vor würden aber dringlich bezahlbare Wohnungen für die Flüchtlinge gesucht. „Die Miete wird in der Regel vom Jobcenter übernommen. Die jungen Männer, die berufstätig sind, finanzieren sie zum Teil sogar selbst und sind richtig stolz darauf.“

Auch wenn die Zahl der beschäftigten Asylbewerber noch gering ist, es gibt die Jubelmeldungen von Arbeitsmarktintegration in Stormarn. Albrecht Werner: „Mehrere sind in Reinfeld oder Bad Oldesloe beruflich untergekommen. Einige haben einen Minijob, andere mittel- oder längerfristige Verträge. Ein Ehepaar ist sogar zusammen in Hamburg im Krankenhaus tätig. Alle sind froh, dass sie selber Geld verdienen können.“ Viele der geflüchteten Männer seien inzwischen zwei, drei Jahre in Stormarn. „Die meisten von ihnen sprechen schon recht gut deutsch, was Grundvoraussetzung für eine Beschäftigung ist.“ Aber bei den Älteren hapere es mit den Sprachkenntnissen – und bei den Frauen, die vielfach durch kleine Kinder an zu Hause gebunden seien. Deshalb sei der Bedarf an Sprachpaten sehr groß.

„Ich glaube, dass die Menschen sich riesig freuen würden, wenn man sie zu Hause besuchen würde – einfach mal auf einen Kaffee, um zu reden und sich auszutauschen“, sagt Annelie Bischoff-Buchholz von der Initiative Reinfelder Bürger für Menschen im Asyl. So könne man den Neubürgern bei der Integration helfen – einfach auf die nachbarschaftliche Art.

Hier gibt es Hilfe und Unterstützung

Wie finde ich eine Wohnung?

Tipps rund um die Wohnungssuche geben Mitarbeiter der Migrationsberatungsstelle Bad Oldesloe am 21. Februar von 16.30 bis 18 Uhr im Reinfelder Gemeindehaus, Matthias-Claudius-Straße 8.

Beratung für geflüchtete Frauen

Am 28. Februar findet von 16 bis 18 Uhr im Reinfelder Gemeindehaus eine Veranstaltung für geflüchtete Frauen statt. Es geht um Themen wie Integration, Stärkung, Weiterbildung oder Einkommenssicherung. Dabei sein werden Mitarbeiter der Migrationsberatungsstelle Bad Oldesloe sowie Sprachmittler, für diejenigen, die kein Deutsch sprechen.

Café der Kulturen

Jeden Montagnachmittag findet im Haus der Begegnung des DRK, Lokfelder Straße 4, Reinfeld, von 15.30 bis 17.30 Uhr das Café der Kulturen statt. Jeder ist eingeladen, auf eine Tasse Kaffee, Tee oder ein Stück Kuchen vorbeizukommen. Man sitzt gemütlich zusammen, knüpft Kontakte oder bietet seine Hilfe an. Für die Geflüchteten gibt es auch Sozialberatung – seit neuestem auch eine juristische Beratung.

Sprachpaten gesucht

Spracherwerb ist der Schlüssel zu einer gelungenen Integration. Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche aus Reinfeld und Umgebung, die Lust haben, Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich zu helfen, Deutsch zu lernen, können sich an Pastorin Christina Duncker wenden, Tel. 04533/797361, pastorin.duncker@kirche-reinfeld.de.

Britta Matzen

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