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Zarpen: Viel Platz für neue Bürger

Zarpen Zarpen: Viel Platz für neue Bürger

Die Einwohnerzahl der Gemeinde schrumpft. Für ein Neubaugebiet drohen hohe Erschließungs- und Folgekosten.

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Wohnen in herrlicher Lage: Nach dem Dorfentwicklungskonzept soll auf diesem Acker ein neues Wohngebiet entstehen, aber die Landesplaner begrenzen dessen Ausmaß.

Quelle: Krog

Zarpen. Hamberge wächst immer weiter – inzwischen zählt es gut 1500 Einwohner. Und den nächsten Schub erhält es durch die Wohnsiedlung Haferkoppel. 1600 Menschen zählt Klein Wesenberg inzwischen, vor allem durch die Zuzüge in das neue Wohngebiet von Stubbendorf. Nur in Zarpen verändern sich die Bevölkerungszahlen nach unten. Ehemals der Ort mit den meisten Bewohnern, liegt Zarpen heute mit unter 1500 Einwohnern nur noch auf Rang drei in Nordstormarn, weil dem Ort eine dieser heute typischen neuen Doppel- und Einfamilienhaussiedlungen fehlt.

LN-Bild

Einwohnerzahl der Gemeinde schrumpft – Für ein Neubaugebiet drohen hohe Erschließungs- und Folgekosten.

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Dabei wollen die Zarpener seit Jahren auf einem hügeligen Acker zwischen Mühle, Hauptstraße und Struckteich den Zuzug von Neubürgern ermöglichen, „das heißt auch die Steuerkraft der Gemeinde erhöhen, die Grundschule in Zarpen sichern und den Erhalt der Kindergärten sichern“, wie Otto Schacht für die sozialdemokratische Fraktion schon vor drei Jahren anregte. Der Sportverein bekäme mehr neue Mitglieder, Immobilien würden an Attraktivität gewinnen. Aber getan hat sich noch nichts, außer dass der Sportverein auch ohne Neubürger erfolgreich agiert. „Zarpen hat noch keinen Bebauungsplan“, sagt Nordstormarns Hauptamtsleiterin Christina Lehmann.

Das vor etwa zwei Jahren entwickelte Dorfentwicklungskonzept, das eine Wohnbebauung auf einem Feld mit einem Höhenrücken nördlich der Hauptstraße vorsieht, sei nicht auf das Wohlwollen der Landesplaner gestoßen, berichtet Gabriele Weidlich vom Bauamt. Die Landesplaner und die Untere Naturschutzbehörde würden nur einen Teil der Fläche zur Bebauung genehmigen wollen. Hinzu käme eine äußerst aufwändige Erschließung des hügeligen Geländes, wie während der jüngsten Gemeindevertretersitzung zu hören war. Die mit einer Kostenplanung beauftragten Erschließer hätten deshalb wegen Unwirtschaftlichkeit von dem Vorhaben abgesehen. Doch Sozialdemokrat Schacht und seine Leute wollen nicht aufgeben. Er forderte jetzt vom Bürgermeister Wolf-Friedrich Schöning (FKW) alle Unterlagen zu dem Vorhaben ein, um in Verhandlungen mit den Behörden gerüstet zu sein. Außerdem will er über Landtagsabgeordnete „etwas erreichen“.

Das findet bei den Zarpenern zwar Zustimmung, allerdings hat der Finanzausschussvorsitzende Christian Haake (CDU) bereits vor längerer Zeit darauf hingewiesen, dass die dadurch entstehenden Kosten für weitere Kindergartenplätze und die folgenden Betriebskosten angesichts der finanziellen Lage bedacht werden müssten.

Die Gemeinde sollte sich dennoch entschließen, sich an den Folgekosten für die erforderlichen Kinderbetreuungsplätze zu beteiligen, fordern die Sozialdemokraten. Es sollten nochmals Gespräche mit der Erschließungsgesellschaft geführt werden, um möglicherweise eine Kostenteilung zu erreichen.

Den Grund für die Beharrlichkeit der Zarpener Genossen liegt im Bestreben, den Ort zu verjüngen. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Einwohner verloren, ohne dass neue hinzukamen“, sagt Holger Zimmermann. Es gebe immer weniger Kinder in der Schule zum Beispiel. „Wir müssen etwas unternehmen, um unseren Ort beleben“, sagt er.

Weiterer Grund sei ein Grundstück neben der Hauptstraße. Das habe die Gemeinde vor Jahren schon erworben, damit Neubürger genau dort bauen könnten. „Das wollen wir an anderer Stelle nicht nochmal kaufen.“

Der kommunale Haushalt weist jetzt ein Defizit auf

Es ist nicht gut bestellt um Zarpens Haushalt. „Wir müssen sparen und überlegen, wie und wo“, warnte Bürgermeister Wolf- Friedrich Schöning (FKW) während der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Verfügte die Gemeinde im Jahr 2011 noch über eine Liquidität von knapp 380000 Euro, sind die Zarpener bis Ende 2015 durch zahlreiche bauliche Investitionen, gestiegene Aufwendungen für Kindergarten, Tagespflege und vor allem Schulkostenbeiträge bis 30000 Euro ins Minus gerutscht. Und für 2016 rechnet der Bürgermeister zum Jahresende mit einem Fehlbetrag von mehr als 50000 Euro.

Jetzt muss einerseits gespart werden und andererseits müssen die Erträge steigen, um die Liquidität der Gemeinde zu erhalten. Jetzt sind die Gremien des Ortes gefordert, Einsparmöglichkeiten zu prüfen. Bürgermeister Schöning nahm seine Gemeindevertreter im Gasthaus „Up’n Damm“ deshalb in die Pflicht und forderte bei Entscheidungen über anstehende Kosten zur namentlichen Abstimmung auf.

„Weil jedem bewusst sein soll, wie er entscheidet.“

Dennoch entschieden sie nach langer Diskussion, dass die Gemeinde die Kosten das Dach des Sportlerheims nicht nur bezuschusst, sondern aus eigener Tasche bezahlt, weil ihr das Gebäude gehört.

Allerdings unterlag Sozialdemokrat Holger Zimmermann mit seinem Wunsch, ebenso die Kosten für die Reinigung der Laufbahn auf dem Sportplatz zu übernehmen, obwohl ein überlaufendes Siel, für das die Gemeinde verantwortlich ist, auf der Anhöhe über dem Sportplatz den Schaden verursachte. Und an der maroden Brücke in der Teichstraße wird gespart. Jetzt will die Gemeinde nur noch das Allernotwendigste daran reparieren.

Seit Feststellung von erheblichen Schäden durfte die Brücke nur noch von Fahrzeugen mit einem Gewicht bis zu 3,5 Tonnen befahren werden. Ausgenommen davon sind Feuerwehr- und Müllfahrzeuge. Andere schwere Fahrzeuge wie Tanklaster können beim Amt Nordstormarn eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Zusätzliche Kosten in Höhe von 5000 Euro entstehen auch durch Zuschüsse für die Kindertagespflege. Den Eltern, die bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater mehr zahlen müssen als in einer Krippe, gleicht Zarpen die Differenz aus. Eine Entscheidung über einen Verkehrsspiegel und ein G eschwindigkeitsmessgerät in der Pöhlser Straße wurde noch nicht gefällt.

„Wir dürfen nicht mehr so großzügig sein“, mahnte der Bürgermeister an. Und in den Beratungsunterlagen zum Nachtragshaushalt heißt es: „Eine Aufnahme von Krediten zur Deckung des Fehlbetrages erscheint nur dann sinnvoll, wenn in den Folgejahren die Tilgung durch einen positiven Abschluss der Finanzplanung gesichert ist.“

 Ukk Uwe Krog

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