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Zehn Jahre Asklepios: Eine Erfolgsstory?

Klinikum stormarn Zehn Jahre Asklepios: Eine Erfolgsstory?

Bad Oldesloe - 2002 wurde das Klinikum Stormarn privatisiert. Die Zahl der Mitarbeiter und Betten ging seitdem stetig nach unten.

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Der Darm von innen. Dieses begehbare Modell, das etwa 20 Meter lang ist, wird auch am Tag der offenen Tür am 3. November zu bestaunen sein.

Stormarn. Mit nur einer Gegenstimme hatte der Stormarner Kreistag 2001 eine weitreichende Entscheidung gefällt: Das Klinikum Stormarn in Bad Oldesloe, das bis 1999 unter dem Namen Kreiskrankenhaus firmiert hatte, wurde mit den damals dazugehörenden Alten- und Pflegeheimen Reinfeld und Ahrensburg für 20,5 Millionen Mark (etwa 10,3 Millionen Euro) an einen privaten Betreiber verkauft. Mit einem jährlich steigenden Defizit – 2001 lag es bei 1,8 Millionen Mark – war das Krankenhaus eine zu große Belastung für den Kreishaushalt geworden.Den Zuschlag erhielt unter den 20 Bewerbern die Asklepios- Gruppe, die sich damals dem Kreis gegenüber verpflichtete, in den ersten fünf Jahren keinem der 560 Mitarbeiter zu kündigen. Zehn Jahre später sind noch 360 Personen im ehemaligen Kreiskrankenhaus beschäftigt. Die Zahl der Betten reduzierte sich in diesem Zeitraum von 255 auf aktuell 179, die der Patienten stieg jedoch: auf 8600 stationär und etwa 25 400 ambulant behandelte Personen.Kamen Anfang des Jahrtausends noch bis zu 800 Babys pro Jahr zur Welt, so wurde die Geburtsstation im vergangenen Jahr geschlossen. Das Pflegepersonal konnte nach Angaben des Unternehmens in anderen Abteilungen in Bad Oldesloe untergebracht werden. Bei den Ärzten habe es jedoch einige „Abwanderungen“ gegeben, so Robert Koch, seit April Geschäftsführer der Oldesloer Asklepios-Klinik. Trotzdem sei der Beschluss des Kreises absolut richtig gewesen, sich aus der Trägerschaft zurückzuziehen und Asklepios den Zuschlag zu erteilen, sagt Professor Gerhard Hintze, Ärztlicher Leiter und Chefarzt der Inneren Medizin. „Mit dem Kreis als Träger wäre es außerordentlich schwierig geworden, sich auf dem Markt zu behaupten.“ Eine staatliche Institution könne sich einem dermaßen stark zugenommenen Wettbewerb nicht in dem Maße stellen wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen, so Hintze weiter, der selbst seit 18 Jahren in Bad Oldesloe arbeitet und somit auch den Wechsel miterlebte.Wie viele Mitarbeiter die Klinik auch noch als Kreiskrankenhaus kennen, vermag die Klinik-Leitung nicht zu sagen. Es gehörten jedoch noch viele zum alten Stamm, erklärt Dr. Thomas Jungbluth, Chefarzt der Chirurgie. „Die Treue ist recht hoch.“Beim Kreis sieht man die Privatisierung auch zehn Jahre danach immer noch positiv. „Die Entscheidung war goldrichtig. Ich bin heute noch stolz, dass der Kreistag so entschieden hat“, sagt Landrat Klaus Plöger (SPD). „Zum einen haben wir eine Aufgabe an jemanden übertragen, der das besser kann als der Kreis. Und zum anderen haben wir dadurch eine Menge Geld eingenommen und uns zugleich die jährlichen Defizite erspart.“ Durch den Verkauf stünde der Kreishaushalt um etwa 20 bis 30 Millionen Euro besser da.Was den Umgang von Asklepios mit seinem Personal angeht, war der Kreis dem neuen Träger jedoch nicht immer wohlgesonnen. 2008 trafen sich die beiden Parteien sogar vor dem Lübecker Arbeitsgericht, weil Asklepios die sogenannten Personalüberleitungsverträge gekündigt hatte und die Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen nun nicht mehr nach dem Tarif des Öffentlichen Dienstes entlohnen wollte. Dass Asklepios damals den Kreis verklagte, findet Landrat Plöger immer noch „unanständig“. Doch zumindest konnte der Kreis erreichen, dass seine ehemaligen Mitarbeiter ihren Status behielten. Neueinsteiger können dagegen seit dem Prozess zu schlechteren Konditionen eingestellt werden.Wie sich das wiederum auf die Geschäftszahlen und Umsätze auswirkt, will das Unternehmen nicht sagen. Geschäftsführer Koch spricht da viel lieber über die großen Investitionen, die der Konzern am Standort Bad Oldesloe tätigen will. 14 Millionen Euro werden eingesetzt – die Hälfte kommt vom Land Schleswig-Holstein –, um unter anderem den kompletten Gebäudetrakt B zu sanieren: von der Bettenstation bis zur Funktionsabteilung mit der Intensivstation und den OP-Sälen. Als Erstes werde jedoch die Versorgungstechnik für etwa 500 000 Euro saniert. Außerdem laufe das Genehmigungsverfahren für die Geriatrische Abteilung. 15 Betten hat der Konzern beantragt. In gut zwei Jahren sollen alle Umbauten abgeschlossen sein.

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