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Zeitenwende in Ahrensburg

Ahrensburg Zeitenwende in Ahrensburg

Vor 150 Jahren wurde der Ahrensburger Bahnhof an der Strecke Lübeck—Hamburg eröffnet. Ein Blick ins Archiv.

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Der Bahnsteig Ahrensburg: In den Sommermonaten wurden an den Sonn- und Feiertagen Sonderzüge eingesetzt, um Ausflügler aus Hamburg ins Grüne zu bringen.

Ahrensburg. Die Bedeutung der Bahnstation für die Entwicklung der heutigen Stadt Ahrensburg ist enorm, denn dank dieser Haltestellte auf der Stecke Hamburg—Lübeck rückte der damals noch sehr kleine Ort verkehrstechnisch an Hamburg heran: Ahrensburg wurde als „Nordisches Idyll“ zum ländlichen Zufluchtsort für großstadtmüde Hamburger. Die neue Nähe zu Hamburg brachte Wachstum — es zogen sowohl reiche als auch arme Hamburger nach Ahrensburg, und so mauserte es sich in den folgenden Jahrzehnten vom Bauerndorf zum lebendigen Wohnort.

Aber auch landwirtschaftliche Produkte fanden den schnellen Weg von Ahrensburg in die Hansestädte. Bis heute ist die schnelle Anbindung der Stadt im Regionalverkehr der Bahn ein wichtiger Standortfaktor für Ahrensburg geblieben.

Die Überlegungen und anschließenden Planungen für den Streckenbau waren bei Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1865 damals bereits rund 50 Jahre alt. In Lübeck und Hamburg entstanden bereits in den 1830er Jahren Komitees zur Förderung der Eisenbahnplanung, eine neu gegründete deutsch-englische Aktiengesellschaft beauftragte die Vermessung der Trasse, die bereits 1833 abgeschlossen wurde. Aber die zuständige dänische Regierung verzögerte die Baugenehmigung. Eine mit der Prüfung beauftragte Kommission stellte fest, dass diese Trasse zwischen den Handelsstädten den dänischen Interessen — und vor allem seinen Einnahmen — schaden würde. Wegen der ziemlich verwickelten politischen Situation zogen sich also die Planung und der Bau sehr lange hin — Schleswig-Holstein gehörte zum dänischen Herrschaftsgebiet, und in Kopenhagen wollte man nicht Infrastruktur und daraus erzielbare Zolleinnahmen für Verbindungen ermöglichen, die Hamburg und Preußen zugutekommen würden.

Die Dänen förderten im Gegenteil die Verbindung von Altona nach Kiel und nicht eine schnelle Verbindung für die 65 Kilometer lange Strecke zwischen den wichtigen internationalen Handelsplätzen Lübeck und Hamburg.

Viele politische Verhandlungen und Verträge und der Bau und die Erfahrungen aus einer ersten Strecke Lübeck— Büchen waren nötig, damit 1858 ein Staatsvertrag von Hamburg und Lübeck mit Dänemark über die lang ersehnte Direktverbindung abgeschlossen werden konnte. Im Frühjahr 1863 begann der Bau der zunächst eingleisigen Strecke, wegen des 2. deutsch-dänischen Krieges verzögerte sich die Fertigstellung bis 1865.

Am 1. August 1865 wurde der Bahnhof Ahrensburg dann feierlich eröffnet. Er trug das Stationsschild Ahrensburg, da das Gelände, auf dem er gebaut worden war, zum Adligen Gut Ahrensburg und damit der Grafenfamilie Schimmelmann gehörte. Der Ort selber, also das heutige Ahrensburg, hieß damals noch „Woldenhorn“ und hatte laut Volkszählung von 1860 genau 1502 Einwohner. Die Bahntrasse war südöstlich um das kleine Woldenhorn herum geführt worden, so dass der Bahnhof damals noch außerhalb des Ortes lag. Bereits auf ihrer ersten Gemeindeversammlung nach der Gründung von Landgemeinden in dem nun preußischen Holstein am 7. Juni 1869 beschlossen die Einwohner Woldenhorns, dass ihr Dorf nun wie die Bahnstation Ahrensburg heißen sollte.

Der Bahnhof besaß neben dem Empfangsgebäude einen Güterschuppen und eine Anlage zur Wartung und zum Austausch von Lokomotiven mit einem Wasserturm. Das Empfangsgebäude war für die kleine Zwischenstation Ahrensburg ausgesprochen groß ausgefallen, weil man bei der Planung 1858 noch davon ausgegangen war, hier eine dänisch-preußische Zollstation und Wohnungen für Zollbeamte zu benötigen. Auch wurden alle Bahnhöfe an der Strecke nach einem recht einheitlichen Grundriss errichtet, ein nur im Detail variierter Standardplan setzte sich durch. Aber nicht nur Produkte transportierten die Dampflokzüge: In den Sommermonaten wurden Sonderzüge eingesetzt, um Ausflügler aus Hamburg ins Grüne zu bringen.

Hamburg—Lübeck
1849: Der Dänenkönig Christian VIII. und damalige Herzog von Lauenburg stimmt einer Linie Lübeck—Büchen zu.



1850: Gründung der Lübeck-Büchener Eisenbahn-Gesellschaft (LBE) und 1863 Baubeginn der Strecke von Lübeck über Ratzeburg und Mölln nach Büchen.



1865: Eröffnung der Verbindung Lübeck—Hamburg.



1882: Die LBE eröffnett die Strecke Lübeck—Travemünde.



1908: Einweihung des neuen Bahnhofs in Lübeck.



1929: Aufnahme des Schnellverkehrs Hamburg—Lübeck.

LN

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