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Stormarn Zu wenige Frauen mischen in der Kommunalpolitik mit
Lokales Stormarn Zu wenige Frauen mischen in der Kommunalpolitik mit
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20:29 18.01.2017

Seit dem 22. November 2005 regiert in Deutschland mit Angela Merkel erstmals eine Bundeskanzlerin. Aber wie steht es in Schleswig-Holstein auf kommunalpolitischer Ebene um die Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen? Traurig, aber wahr: „Nach wie vor sind Frauen deutlich unterrepräsentiert“, teilte Gleichstellungsministerin Kristin Alheit (SPD) gestern in einem Pressegespräch mit Marion Gurlit, Gleichstellungsbeauftragte von Bad Oldesloe, mit. Nur 25 Prozent der Mandate in den Kommunalparlamenten des Landes seien mit Frauen besetzt. Allen Quoten und dem jahrzehntelangen Kampf um Gleichberechtigung zum Trotz. „Das ist zu wenig“, stellte Alheit klar. Erklärtes Ziel sei deshalb, dass zur nächsten Kommunalwahl 2018 politisches Engagement von Frauen deutlich sichtbarer werde. Mithilfe einer landesweiten Kampagne sollen Frauen motiviert werden, Politik mitzugestalten – „im Sinne ihrer Familie, ihrer Nachbarschaft, ihrer Wohnortgemeinde“, so Alheit.

Die Ministerin könne es aus eigener Erfahrung nur empfehlen. „Ich komme selbst aus der Kommunalpolitik, in Kronberg im Taunus habe ich im Finanz- und Stadtentwicklungsausschuss mitgewirkt.

Kommunalpolitik sollte man wirklich machen, weil es Spaß macht. Gerade in der Kommune kann man so viel gestalten und Dinge verändern. Außerdem nimmt man viel mit und hat echte Erfolgserlebnisse, das motiviert einfach.“ Ihr habe das politische Wirken so gut gefallen, dass sie es sogar zu ihrem Beruf gemacht habe.

Mehr Bewerberinnen für Politik zu begeistern, sei nicht nur aus gleichstellungspolitischer Sicht wünschenswert, sondern es sei auch ein Gewinn für unsere Gesellschaft insgesamt. „Frauen in politischen Gremien und allgemein in Führungspositionen tragen wesentlich zur Kultur der Vielfalt bei“, sagte Alheit. Besonders in politischen Entscheidungsprozessen seien die verschiedenen Sichtweisen von Mann und Frau dringend gefragt, um zu lebensnahen Ergebnissen zu gelangen.

Die Gründe, warum sich so wenige Frauen in dem politischen Ehrenamt engagierten, seien vielfältig: die späten Abendtermine der Sitzungen, die familiären Verpflichtungen, aber auch eine unterschiedliche Diskussionskultur der beiden Geschlechter. „Frauen fassen sich eher kurz und bringen Dinge auf den Punkt, während Männer häufig kein Problem damit haben, sich drei- oder viermal in ihren Sätzen zu wiederholen“, so Alheits Erfahrungen.

Im Rahmen der Kampagne „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ werden jetzt vielseitig interessierte Kandidatinnen gesucht, die sich mit ihrer Kommune identifizieren und Lust haben, sich einzumischen und in der Politik etwas zu bewegen. Zugleich sollen Frauen, die sich bereits engagieren, durch Fortbildungsangebote gestärkt werden.

Zahlreiche lokale Veranstaltungen für Neueinsteigerinnen und für erfahrene Kommunalpolitikerinnen sind geplant. Dazu zählen Fortbildungen zu den Themen „Wie lese ich einen Haushaltsplan?“ über „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ bis zu „Rhetorik“. Diese werden durch die hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung geplant und durchgeführt. Das Ministerium beteiligt sich im Jahr 2017 mit rund 13000 Euro an der Kampagne.

Britta Matzen

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