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Stormarn Zukunftsorientiert: Der Kreis Stormarn plant WLan-Netz
Lokales Stormarn Zukunftsorientiert: Der Kreis Stormarn plant WLan-Netz
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Im kommenden Jahr sollen Interessierte per WLan bei der Kreisverwaltung ins Netz gehen können. Die Frage ist jetzt mit welchem System. Quelle: BARTSCH
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Bad Oldesloe

Die eine Variante, so der leitende Baudirektor des Kreises, Klaus Kucinski, könnte über den Anbieter Freifunk umgesetzt werden. Zwischen 2000 bis 4000 Euro an Kosten würden fällig, im Bahnhofbereich müsste lediglich ein entsprechender Funkmast aufgestellt werden. „Es entstehen keine Installationskosten, deswegen ist es erheblich billiger“, so Kucinksi. Die zweite Variante ist mit Kosten in Höhe von etwas mehr als 50000 Euro die teurere. „Aber auch die sicherere“, erklärt Kucinski. Dafür müssten aber in den Kreisgebäuden noch Kabel verlegt werden, um entsprechende Access-Points einrichten zu können. Die Access- Points sind Schnittstellen für kabellose Kommunikationsgeräte wie Smartphones oder Tablets. Sie senden Signale, über die ein Zugriff in das Internet möglich ist.

„Bei der Freifunk-Variante hat jeder Zugriff auf das Netz. Damit laufen wir aber auch Gefahr, dass sowohl die Verfügbarkeit des Netzes nicht immer und auch die Sicherheit nicht gegeben ist“, erklärt Kucinski. Bei der kostenintensiveren Variante würde es zwei Netze geben. Das bereits vorhandene Internetnetz des Kreises und zusätzlich dann WLan. „Wir brauchen ein internes Kreisnetz und eines für die Öffentlichkeit.“ Kucinski setzt dabei auf Sicherheit. Und darauf, dass kein Missbrauch betrieben werden kann.

Nicht nur für die 53 Kreistagsabgeordneten, die im großen Sitzungssaal über einen Laptop, ein Tablet oder ihr Smartphone Zugriff aufs Internet haben wollen, würde es ein Codewort geben und schon wären sie „drin“. Auch Gäste könnten ein Passwort bekommen und beispielsweise Sitzungsunterlagen einsehen – ohne im Papier zu blättern. Damit, so Wolfgang Gerstand (CDU), Vorsitzender des Wirtschafts-, Planungs-, und Bauausschusses (WPBA) des Kreises, „wollen wir für die Zukunft gerüstet sein. Es drängt jetzt allerdings nicht. Die Frage muss geklärt werden, ob alle Räume in der Kreisverwaltung WLan haben sollen oder nur die Sitzungsräume und der Kreistagssitzungssaal“. Gerstand lässt von der Verwaltung prüfen, ob es nicht auch noch andere, preisgünstigere, Alternativen zu den bisher vorgestellten Varianten gibt. Denn, „ein Großteil der Kreistagsabgeordneten will noch gar kein papierloses Büro. Viele haben einfach lieber Papier in der Hand.“ Etwa 20 Gremiumsmitglieder würden bisher die Sitzungsunterlagen im Netz lesen, der Rest nimmt die Informationen auf dem klassischen Weg auf. Der Kreistagsabgeordnete Frank Schmalowsky (SPD) arbeitet bereits zum größten Teil papierlos – auch im Kreistagssitzungssaal. Er befürwortet die günstige „Freifunk-Lösung. 160 Städte nutzen das bereits in Deutschland“, erklärt er gegenüber den LN. Sicherheitsbedenken, wie sie kreisseitig vorgebracht werden, erteilt er eine Absage: „Das ist Quatsch.“ Und glaubt zudem, dass sich der Kreis mit der 50000 Euro Lösung „lächerlich“ machen werde. Bei so einer Entscheidung „werde ich auch nicht mitgehen“. Eine Entscheidung fällt frühestens im Februar. 50000 Euro zur Umsetzung stehen – mit Sperrvermerk – bereits im Haushalt. Damit es nach einer Entscheidung mit der Installation von WLan losgehen kann. Wie auch immer die dann aussieht.

 K. Kuhlmann-Schultz

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