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Stormarn Zum Erntedank: Reinfelder Karpfenprobe einmal anders
Lokales Stormarn Zum Erntedank: Reinfelder Karpfenprobe einmal anders
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20:35 02.10.2017
Karpfenprobe: Landwirt Lars Wichmann, Veranstalter Martin Huss und Stefan Wenskus von der Reinfelder Teichwirtschaft (v. l.). Quelle: Fotos: Petra Dreu
Reinfeld

Bislang waren es geladene Gäste und Medienvertreter, die seit 1956 einmal im Jahr zur großen Karpfenprobe nach Reinfeld kamen. Alle Restaurants hatten sich daran beteiligt. Jedes Jahr hatte ein anderer Gastronom das große Karpfenereignis ausgerichtet. „Damals gab es noch sieben Restaurants in Reinfeld. Mit so vielen war das alles machbar“, denkt Corinna Klaus-Tamke, Chefin und Köchin des „Kalkgrabens“ zurück. In den vergangenen Jahren führte sie nur noch im Wechsel mit dem „Forsthaus Bolande“ von Guido Freyer die Karpfenproben durch. 2015 fand die letzte Probe in der traditionellen Form statt.

Für die Gastronomie war es eine Premiere, als sie mit einer ganz anderen Karpfenprobe Reinfelds Wappentier alle Ehre machten. Nach dem Erntedankgottesdienst lud sie zum Schlemmen gegen Spende ein, was immerhin 381,97 Euro für die kirchliche Jugendarbeit einbrachte.

Gemeinsam hatten die Gastronomen mit Teichpächter Ali Wenskus nach einer neuen Form gesucht, den Karpfen in den Mittelpunkt des Verbraucherbewusstseins zu rücken. „Wir haben uns dann darauf verständigt, den Karpfen nach dem Erntedankgottesdienst an der Kirche zu verköstigen“, erzählt Martin Huss, der nicht nur Veranstalter ist, sondern die Gäste im Restaurant „Waldesruh am See“ in Aumühle mit Küchenkreationen versorgt.

Die Stadt hatte zwei Buden an der Kirche aufgestellt, Martin Huss hatte seine Zelte mitgebracht. Was er und Corinna Klaus-Tamke zu bieten hatten, kam an bei den Gottesdienstbesuchern. In der warmen Oktobersonne konnten diese sich pochiertes Karpfenfilet in Sherry-Rahmsoße mit Kartoffelschnee und gebratenes Karpfenfilet in Apfel-Lauch-Soße mit Reinfelder Klosterkruste schmecken lassen. Die Klosterkruste hatte die Bäckerei Afheldt eigens dafür kreiert. Außerdem gab es Mineralwasser sowie Quitten-, Trauben- und Apfelsaft von den Bäumen der Nütschauer Mönche.

So, wie Pastorin Christine Grossmann noch während des Erntedankgottesdienstes über Danken und Teilen gesprochen hatte, hielten es die beiden Gastronomen und die Teichpächterfamilie. Die Karpfen-Probierteller gab es gegen eine kleine Spende. Wer kein Geld hatte, wurde aber auch nicht hungrig wieder nach Hause geschickt.

Die Reinfelder aber zeigten sich großzügig. Immerhin 381,97 Euro steckten am Ende im Spendenschwein. Das Geld soll nun für die Jugendarbeit der Kirchengemeinde verwendet werden.

„Diese Karpfenprobe gefällt mir richtig gut“, sagte Vera Heßler, die sich mit Bekannten die Karpfenkreationen schmecken ließ. Auch Stadtrat Torsten Fuhr (CDU) fand lobende Worte für die neue Karpfenprobe mit Klönschnack nach dem Gottesdienst. Aber er hob aber auch die Vorzüge der traditionellen Karpfenproben hervor: „Diesen Rahmen finde ich gut, aber ich glaube nicht, dass das die ehemaligen Karpfenproben ersetzt. Sie waren durch die anwesenden Medien auch eine Gelegenheit, Reinfeld und seine Karpfen überregional bekannt zu machen.“

Von Petra Dreu

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