Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Zur Zahnbehandlung auf die Kapverden
Lokales Stormarn Zur Zahnbehandlung auf die Kapverden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:53 10.02.2016
Zähneputzen beugt der Extraktion vor: Mona Hettmann ist Zahnarzthelferin und wird demnächst als Assistentin mit der Organisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ auf die Kapverdischen Inseln fliegen, um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Quelle: von Dahlen

Nur wenige Wochen noch, dann besteigt Mona Hettmann den Flieger. Mit reichlich Gepäck ausgerüstet, reist sie zu den Kapverdischen Inseln. Wer glaubt, darin befände sich eine komplette Surfausrüstung oder gar eine große Palette schicker Sommerkleider, der irrt.

„Es gibt dort Schlangen und Spinnen. Ihre Bisse sind giftig, aber nicht tödlich.“

Mona Hettmann (32)

Die Oldesloerin hat zwar Urlaub, Strand und Hotelbar steuert sie jedoch nicht an. Die junge Zahnarzthelferin opfert ihre freie Zeit einem karikativen Projekt. Einer ihrer Koffer ist randvoll mit Mundschutztüchern, Desinfektionsmitteln und Zahnpflegemitteln. Drei Wochen lang unterstützt sie ein Team von „Zahnärzte ohne Grenzen“ bei seiner Arbeit. Die weltweit agierende Organisation sorgt dafür, dass auch benachteiligte Menschen in ärmeren Ländern in den Genuss von Zahnbehandlungen kommen.

Als Frau vom Fach weiß Mona Hettmann, dass die Gebisspflege weit mehr ist als ein kosmetischer Akt, der ein strahlendes Lächeln garantiert. „Entzünden sich Zähne, weil sie nicht regelmäßig geputzt und vom Arzt behandelt werden, können sich Parodontose-Keime über die Blutbahn im Körper ausbreiten und ihn schädigen“, berichtet sie. Ganz kritisch sei es, wenn sie ins Herz gelangten, was letztlich zum Infarkt führe. Auch die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden steige, wenn nicht rechtzeitig desinfiziert und mit Medikamenten gegengesteuert werde.

Auf den Kapverdischen Inseln, fernab der touristischen Hochburgen, sei die zahnärztliche Versorgung noch nicht optimal, erklärt Mona Hettmann, weshalb die Organisation ausgerechnet den Archipel ansteuert, den die meisten lediglich von Urlaubsprospekten her kennen. „Wenn Schmerzen auftreten, sind die Ärzte dort nur zu schnell dabei, den Zahn zu ziehen, statt ihn zu reparieren. Unser Team wird ihnen zeigen, was alles möglich ist, um einen kranken Zahn zu retten und somit das Gebiss komplett zu bewahren“, erzählt Mona Hettmann. Denn wer keine Zähne mehr besitze, könne die Nahrung nicht mehr richtig zerkleinern und verdauen, was letztlich zu weiteren gesundheitlichen Problemen führe.

Die deutschen Zahnärzte haben deshalb viele Gerätschaften, Bohrer und Füllmaterial im Gepäck, um den Kapverdiern Alternativen zur Extraktion zu zeigen. Damit es bei Kindern und Jugendlichen gar nicht erst zu größeren Komplikationen kommt, besucht das Team auch einige Schulen. „Wir wollen ihnen vermitteln, wie wichtig eine gute Prophylaxe ist. Wenn sie von klein auf ans Zähneputzen gewöhnt sind, ist das eine gute Basis“, sagt Mona Hettmann.

Für eine Hilfsorganisation zu arbeiten, das hatte der jungen Oldesloerin schon immer vorgeschwebt. Dreimal bewarb sie sich bei „Ärzte ohne Grenzen“ — erfolglos, da ihre Qualifikation nicht ausreichte. Vor zwei Jahren entdeckte sie schließlich einen Artikel in einer Fachzeitschrift, der über die Zahnärzte berichtet, die sich aufmachen, um Menschen in anderen Ländern zu helfen. „Das hat mich gleich angesprochen und zum Glück hat es geklappt. Ich bin dabei“, sagt Mona Hettmann freudig.

Ein wenig aufgeregt ist die 32-Jährige schon. Immerhin stellt es auch ein kleines Abenteuer dar, in ein fremdes Land zu reisen, ohne genau zu wissen, was einen erwartet. „Es gibt dort Schlangen und Spinnen. Ihre Bisse sind giftig, aber nicht tödlich. Doch wir wohnen ja in einem festen Haus und nicht im Zelt“, setzt sie grinsend hinzu. Da die Stiftung, für die sie auf die Kapverden reist, nicht besonders begütert ist, kommt sie selbst für Übernachtung und Flug auf. Das ist ihr das Erlebnis, etwas für andere zu tun, wert. „Ich habe das Gefühl, das Richtige zu tun. Man weiß nie, was später kommt. Wenn ich erst eine Familie mit Kindern habe, unternehme ich so eine Tour sicherlich nicht mehr“, sagt Hettmann.

Bei Tauchern beliebt

Die Kapverdischen Inseln, auch kurz Kapverden, sind eine Inselgruppe im Atlantik. Sie liegen etwa 570 Kilometer vor der afrikanischen Westküste. Seit 1975 bildet das Gebiet der Inseln die unabhängige Inselrepublik Kap Verde. Die Kapverdischen Inseln sind bisher noch kein Ziel für den Massentourismus geworden. Beliebt ist die Region vor allem bei Tauchern, die den Archipel wegen der bemerkenswert artenreichen Unterwasserlandschaft besuchen. Quelle: Wikipedia

Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Beim 4. Deutschmusik Song Contest werden herausragende Musiker und Bands mit dem Rock-Pop- und Schlagerpreis „Goldene Schallplatte“ ausgezeichnet. Der Musikpreis verdeutlicht das Talent und Engagement, das es braucht, um einen Hit zu landen. Dieses Mal ist auch ein Künstler aus dem Norden vertreten.

10.02.2016

Ahrensburger Schüler lernten alles rund um das Thema Urheberrecht im Internet.

10.02.2016

Hotspots im Oldesloer Preisparadies und in der Café-Lounge Mocca sind abgeschaltet — Ärger mit Nachbarn. Vermieter und Anwohner haben sich über Lärm und Dreck beklagt.

10.02.2016
Anzeige