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Stormarn Zwei Dörfer leiden unter Großbaustelle
Lokales Stormarn Zwei Dörfer leiden unter Großbaustelle
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20:53 03.08.2016
Der Benstabener Michael Lange verstand die Sinnhaftigkeit dieses Durchfahrverbotsschildes nicht. Es untersagte die einzig mögliche Zufahrt in den Ort . Quelle: Fotos: Uwe Krog
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Meddewade/Benstaben

„Wie soll das denn gehen?“, fragte sich der Benstabener Michael Lange, als er den Handzettel der Baufirma in Händen hielt. Seit Wochenbeginn lässt der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr die Straßendecke zwischen Bundesstraße 75 und Meddewade erneuern.

Straßendecke zwischen B 75 und Meddewade wird erneuert.

Noch am Montag deutete nur die Absperrung Richtung Benstaben darauf hin. Doch schon am Dienstag herrschte Verwirrung, mussten Autofahrer umkehren, weil Lastwagen und Bagger die Straße zwischen Benstaben und Meddewade versperrten. Matthias Rumpel, Chef der gleichnamigen Firma, hob Erde an den Rändern aus und schaufelte sie auf den in seiner Höhe stehenden Lastwagen. Da war von beiden Seiten häufig kein Durchkommen. Ratlosigkeit hinterm Steuer. Jetzt waren gute Ortskenntnisse gefragt.

Denn wer es selbst bis zu dieser ersten Baustelle über Rethwisch und Steensrade geschafft hatte, musste den gleichen Weg zurück zur Bundesstraße 208 und über Westerau und Klein Barnitz unter der Autobahn hindurch, um nach Benstaben zu kommen. Doch selbst an diesem Ortseingang stand ein Durchfahrtsverbot, gleich bei beim Standort der Baustellenleitung.

Zwangsläufig mussten die Autofahrer das Durchfahrverbot missachten, denn es gab keine andere Möglichkeit mehr das Dorf über Straßen zu erreichen. Denn auf der anderen Seite der Trave, konnte man den Ort nur verlassen über die Bundesstraße 75, eine Einfahrt von dort ist nicht mehr möglich.

Ab 8. August ist nun für drei Tage eine erste Vollsperrung vorgesehen, weiß Dorfbewohner Lange zu berichten. Die Benstabener und Meddewader fühlten sich wie abgeschnitten, berichtet er. Und sorgt sich vor allem um ältere Menschen. „Wer jetzt Essen auf Rädern bekommt oder zum Arzt muss, hat ein Problem“, sagt er.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass auch die Sehmsdorfer Straße von Benstaben und Meddewade in Richtung Bad Oldesloe in einer Sackgasse endet, weil die Stadt an der Kreuzung Sehmsdorfer/Ratzeburger Straße ebenfalls die Asphaltdecke erneuert. Diese Arbeiten sollen bis 6. August allerdings erledigt sein.

Dies war nur der Auftakt zu einer sich bis voraussichtlich 9. September erstreckenden Baumaßnahme, die 600000 Euro kostet. Der Lübecker Chef des Landesamtes für Verkehr, Jens Sommerburg, wissend um die Unannehmlichkeiten, bittet „um Verständnis für die erforderlichen Arbeiten“. Anliegern werde die Zufahrt zu ihren Grundstücken ermöglicht, über unvermeidbare Sperrungen während des Asphalteinbaus werde vorab informiert.

Doch nicht nur Autofahrer müssen Umwege hinnehmen. Betroffen seien ebenso die Busunternehmen beziehungsweise deren Passagiere. Der Linienbusverkehr könne „nur eingeschränkt abgewickelt werden“. Und in der Ortslage Meddewade würden die großen Fahrzeuge durch Kleinbusse ersetzt werden. Benstabens Michael Lange nimmt’s erstmal gelassen. Noch hat er Urlaub.

Drei Bauphasen

Gearbeitet wird in drei Bauphasen: Die Erste erstreckt sich derzeit von der Einmündung Bundesstraße 75 durch die Ortsdurchfahrt Benstaben bis zum Ortseingang Meddewade. Die Zweite vom Ortseingang Meddewade aus Richtung Benstaben bis zur Einmündung Winkinger Weg/Bäckerweg in Meddewade. In der dritten Phase dann wird die Straßendecke von der Einmündung Wikinger Weg/Bäckerweg bis zum Ortsausgang am anderen Ende erneuert. Umleitungen gibt es über die B 75 und über die B 208.

 Uwe Krog

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