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Bad Oldesloe. ist um eine kleine, aber feine Attraktion reicher: Sieben beschilderte Stationen führen Einheimische und Touristen über den alten Salzpfad. Eröffnet wird der etwa 2,5 Kilometer lange Weg durch den Kurpark und die Innenstadt am 1. September.

Mit „Spurensuche auf dem Salzpfad“ ist das Projekt überschrieben. Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander hat es parallel zu ihrem 200-Jahre-Bad-Buch, das sie heute Abend um 20 Uhr im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten im Kurpark vorstellt, umgesetzt. Texte hat sie formuliert, historische Fotografien herausgesucht, mit einem Experten-Team Flyer und Schautafeln entwickelt und nun umgesetzt.

„Ich denke, es ist eine kleine, runde Sache geworden“, sagt Sylvina Zander. „Das Problem des Salzpfades ist ‘Hier war mal‘“, sagt sie. Ganz wenig sei von der ehemaligen Saline, die 1865 abgerissen wurde, tatsächlich noch zu sehen. Etwa so wie an Station Nummer zwei im Kurpark. An der Beste wurde eine alte Salzquelle reaktiviert. Über einen Holzponton erreicht der Spurensucher eine Art Wasserhahn. „Wenn Sie dort kurz den Finger ins Wasser tauchen, können Sie das Salz der Quelle schmecken“, sagt die Historikerin.

Wie viel Salzgehalt haben die Bad Oldesloer Quellen, aus welcher Tiefe kam das weiße Gold, das für Bad Oldesloe keines war, weil immer wieder mutige Unternehmer mit durchaus innovativen Techniken an der Saline scheiterten, was sind Gradierwerke — all diese Fragen und noch mehr beantworten die liebevoll gestalteten Schautafeln entlang des Salzpfades.

Die historischen Texte sind in Deutsch und Englisch in gut lesbarer Schriftgröße verfasst. Eine kleine Karte weist dem Besucher den Weg zur nächsten Station, die alten Fotos vermitteln ein Bild der damaligen Zeit. Außerdem führt ein so genannter QR-Code, gescannt mit dem Handy, zu einer App mit weiterführenden Erläuterungen zu den jeweiligen Salzpfad-Stationen. An zwei Orten hängen kleine Kästen, aus denen kostenlose Broschüren mitgenommen werden können. Diese gibt es auch im Stadthaus. Mit 17 000 Euro hat die Aktivregion Holsteins Herz das Projekt gefördert. Eine weitere fünfstellige Summe wird die Stadt dazugeben. Das macht sie gerne, denn „das ist eine tolle Aufarbeitung der Oldesloer Geschichte und eine Weiterentwicklung der Identität der Bürger mit ihrer Stadt“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary.

Viele Tagestouristen würden das Angebot gerne nutzen. „Außerdem hat man einen Grund mehr, in den Kurpark zu gehen“, sagt der Verwaltungschef und gibt zu bedenken: „Bad Oldesloe ist die einzige geschichtsträchtige Stadt in Stormarn. Das sollten wir auch nach außen darstellen.“ Alles rund um den Ort war in der Tat früher Dorf oder — wie Reinfeld— Kloster.

Verena Bosslet