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Auto und Verkehr Hybrid: Der Wagen mit den zwei Herzen
Mehr Auto und Verkehr Hybrid: Der Wagen mit den zwei Herzen
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18:45 27.11.2018
Jens Lahann steckt den Netzstecker in die Aufladedose des VW Passat GTE. Quelle: John Garve/Agentur 54°
St. Lorenz Süd

Bing. Ein Glockenton ertönt. Das Zeichen dafür, dass der Wagen startbereit ist. Jens Lahann drückt den An-Knopf. Ein Schlüsselloch gibt es nicht mehr – nur noch einen Transponder, der über Bluetooth mit dem Auto verbunden ist. Nichts passiert. Der 51-Jährige zögert kurz und löst die Bremse. Das Auto macht einen Ruck und fährt los. Geradezu unerwartet, da die üblichen Motorengeräusche fehlen.

„Das war der E-Modus, in dem das Auto startet“, erklärt Hans-Joachim Peckruhn, Fahrer von Volkswagen. Er hat den Wagen am Morgen von Wolfsburg nach Lübeck gebracht und ihn an Jens Lahann übergeben. Dieser ist der LN-Autotester und wird den VW Passat Variant eine Woche lang auf Herz und Nieren prüfen.

Plug-in-Hybrid verbindet Elektro- und Verbrennungsmotor

Das Auto, in dem er sitzt, ist nämlich kein normales. Es ist ein Plug-in-Hybrid. Unter der Haube schlummert sowohl ein handelsüblicher Verbrennungs- als auch ein Elektromotor. Beide Antriebe werden bei der Fahrt kombiniert eingesetzt. Der Hybrid ist eine Art Brückentechnologie.

„Noch drei Kilometer“, steht neben einem E-Tanksymbol im digitalen Display hinter dem Lenkrad. „Huch, jetzt geht der Motor an. Ohne das ich etwas gemerkt habe“, sagt Lahann, nachdem die letzten Kilometer mit Strom verfahren sind. Der Drehzahlmesser springt von null auf circa 1000 Umdrehungen. Das Motorengeräusch ist leise zu hören. „Jetzt fährt er sich wie ein normaler Benziner“, sagt er.

Es gibt drei unterschiedliche Modi, die der Fahrer des Hybrids nutzen kann. Der E-, der Verbrennungs- und der GTE-Modus. Letzterer steuert automatisch das Zwischenspiel von Batterie und Benzinmotor. Es ist der leistungsstärkste Modus. 218 PS können dann abgerufen werden. Kann die Batterie die Leistung nicht mehr bringen, schaltet das System automatisch in den Verbrennungsmodus.

In dem VW Plug-in-Hybrid ist eine Menge an neuer Technik verbaut. Unser Autotester Jens Lahann hat eine Woche Zeit, um die Funktionen des Autos zu testen. Ein Eindruck von der ersten Testfahrt.

Nutzen im Alltag ist wichtig

Jens Lahann hat sich viel vorgenommen während seiner Testwoche. Das Laden der Batterie ist sein persönlicher Schwerpunkt. Für ihn ist die Tauglichkeit im Alltag entscheidend. Wo kann man in der Stadt laden oder lädt der Hybrid während der Fahrt von allein? Lahann ist Schichtleiter der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Bad Oldesloe. Wegen seines Einsatzes bei der Freiwilligen Feuerwehr muss er auch flexibel unterwegs sein.

Quelle: HL

An der Front des Wagens, rechts neben dem VW-Emblem, ist der Stromanschluss hinter einer Klappe versteckt. Mit einem Kabel, das im Kofferraum verstaut wird, kann die Batterie an der klassischen Steckdose oder an öffentlichen Ladesäulen geladen werden. Etwa vier Stunden dauert das Aufladen mit dem Strom aus der Dose – doppelt so schnell geht es an den Ladesäulen.

Alle E-Ladesäulen der Region auf einen Blick gibt es hier in der interaktiven Karte.

Eine Hürde sieht Lahann darin, dass es im Stadtgebiet wenige öffentliche Ladestationen gibt. Im Citti-Park, beim Luv-Center oder ein paar weitere in der Stadt – von denen habe er bereits gehört. „Aber dann hört’s auch recht schnell auf.“ Zudem seien die Anbieter meist unterschiedlich. Man benötige stets eine neue Karte, mit der das Aufladen bezahlt werden kann. „Das ist doch schon sehr umständlich.“

Hybrid produziert Strom beim Abbremsen

Nachdem Lahann den Anruf erhalten hat, den Autotest zu machen, hat er zahlreiche Testberichte, Anleitungen im Internet gelesen und Youtube-Videos gesehen. Um vorbereitet zu sein, wie er sagt. Nun, wo es losgeht und der Wagen vor ihm steht, ist der erste Eindruck positiv: Ein Neuwagen, der sehr gut ausgestattet ist.

Der VW-Passat lässt sich an öffentlichen Ladesäulen bequem aufladen. Quelle: Volkswagen AG

„Bis jetzt bin ich sehr beeindruckt“, sagt Lahann nach seiner ersten Fahrt. Das lautlose Dahingleiten im elektronischen Modus habe ihm zu Anfang besonders gefallen. Während der Fahrt testet er die Bremse und beobachtet den Monitor vor sich. „So, jetzt lädt er beim Bremsen“, stellt er fest. Im Display befinden sich in einem Halbkreis angeordnet zwei Balken. Ein grüner, der anwächst, sobald die Batterie geladen wird, und ein blauer, der den Ladestand in Prozent wiedergibt. Spielerisch probiert er die Funktionen des Autos aus, um die Balken zu vergrößern.

Gaspedal oder Fahrpedal?

Eine Frage stellt er sich während der Fahrt leicht amüsiert: „Heißt es bei dem Hybrid eigentlich noch Gas geben? Und das Gaspedal? Das ist dann wohl eher das Fahrpedal.“ Neugierig betrachtet er die unterschiedlichen Tasten und Schalter. Bis Sonnabend hat er Zeit, die Funktionen des Hydrids auf die Probe zu stellen. Ein bisschen wenig Zeit, findet er. Schließlich möchte er alles genau wissen.

Eine aufstrebende Technologie

Die Plug-in-Hybrid-Technik wird als sogenannte Brückentechnologie zum reinen E-Auto gesehen, weil sie die guten Seiten der beiden Techniken vereint. Einerseits ist sie umweltschonend und preiswert mit dem E-Modus. Andererseits besteht die Möglichkeit, durch den zuschaltbaren Benziner problemlos weite Strecken zu fahren. Wenn Sie mehr über das Auto oder die Technologie herausfinden möchten, klicken Sie sich bequem durch die beigefügten Links.

Das sind die Unterschiede zwischen E-Auto und Plug-in-Hybrid

So funktioniert ein Plug-in-Hybrid

Die vier günstigsten Plug-in-Hybride

E-Autotest: Kostenlos laden in Lübeck

Fabian Boerger

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