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Kreis verkauft Asylbewerber-Heim

Oldenburg Kreis verkauft Asylbewerber-Heim

Die ehemalige Flüchtlingsunterkunft in Lübbersdorf steht zum Verkauf. Laut Kreis, dem Grundstück und Immobilie gehören, gibt es schon Interessenten. Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) würde sich über eine touristische Nutzung freuen. Kritik kommt von Anwohnern.

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Zuletzt waren in der ehemaligen Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Lübbersdorf Erntehelfer untergebracht.

Quelle: Fotos: Binder

Oldenburg. Vor etwa einem Jahr hat der Kreis die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber als letzte von einst fünf Einrichtungen in Ostholstein geschlossen. Die Räume wurden wegen der deutlich zurückgegangenen Anzahl von Flüchtlingen nicht mehr benötigt (die LN berichteten).

LN-Bild

Die ehemalige Flüchtlingsunterkunft in Lübbersdorf steht zum Verkauf. Laut Kreis, dem Grundstück und Immobilie gehören, gibt es schon Interessenten. Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) würde sich über eine touristische Nutzung freuen. Kritik kommt von Anwohnern.

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Ex-Schulgebäude

Etwa 22700 Quadratmeter groß ist die zu verkaufende Fläche. Das Hauptgebäude wurde 1949 errichtet. Einst wurde das Gelände von der Beruflichen Schule genutzt, später vom Jugendaufbauwerk des Kreises. Seit den 1980er Jahren wurden dort Asylbewerber untergebracht.

Mehr unter kreis-oh.de

Hatte die Stadt Oldenburg damals noch erwogen, das Gelände selbst zu erwerben, gibt es dort laut Bürgermeister nun „erst einmal keine Kaufgedanken“. Carina Leonhardt, Sprecherin der Kreisverwaltung, bestätigt: Der Stadt sei ein Vorkaufsrecht eingeräumt worden, von dem sie jedoch keinen Gebrauch gemacht habe. Deshalb laufe nun das sogenannte Interessenbekundungsverfahren, in dessen Rahmen potenzielle Käufer sich und ihre Konzepte vorstellen.

Was in Lübbersdorf nach dem Eigentümerwechsel entstehen könnte, ist nach Angaben der Kreisverwaltung noch nicht abzusehen. Zuletzt hatte ein Obstbaubetrieb die Räume angemietet, um dort Erntehelfer unterzubringen.

Schon mehrere Interessenten

Beim Kreis habe man „sich bewusst dafür entschieden, eine verbindliche Bauleitplanung oder ein mögliches Nutzungskonzept nicht selbst (. . .) zu schaffen, um so künftige Investoren nicht einzuschränken“, heißt es im entsprechenden Exposé.

Die jeweiligen Konzeptvorschläge sollen nun bereits im Vorfeld mit der Stadt Oldenburg als zuständiger Planungsbehörde abgestimmt und anschließend vom Kreis auf ihre Genehmigungsfähigkeit geprüft werden. Auf diese Weise könne von vornherein sichergestellt werden, dass ein Investor seine Pläne später gegebenenfalls auch verwirklichen könne, erklärt Kreissprecherin Leonhardt.

Der Kreis rechnet mit mehreren Bietrunden, in denen potenzielle Käufer Angebote einreichen. Voraussichtlich bis zum Herbst soll der Kauf vollständig abgewickelt sein. Schon jetzt – etwa vier Wochen, nachdem der Kreis die entsprechenden Unterlagen veröffentlicht hat – hätten sich mehrere Interessenten gemeldet, so Leonhardt. Einer von ihnen habe eine touristische Nutzung des Geländes angedacht, berichtet Bürgermeister Voigt, „das wäre für die Stadt besonders interessant“.

Lieber „Grüne Achse“statt Bauprojekt?

Kritik an den Verkaufsplänen kommt derweil von Anwohnern. Mit seiner Lage zwischen zwei Naturschutzgebieten „wäre das Areal bestens geeignet, aufgeforstet zu werden“, sagt etwa Landwirt Friedrich Kirschnick. Auf diese Weise würde die „grüne Achse“ vervollständigt werden. „Es werden doch immer Ausgleichsflächen für Bauprojekte wie die Hinterlandanbindung gesucht“, so Kirschnick. Seiner Meinung nach könnte eine solche in Lübbersdorf ohne großen Aufwand geschaffen werden, wenn das Gebäude schlicht zurückgebaut würde. Kirschnick: „Warum muss für Ausgleichsflächen immer Ackerland vernichtet werden, wenn hier ein Grundstück ist, das so wunderbar geeignet ist?“

Jennifer Binder

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