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Echt wahr Argumentum ad unverständlichum.
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21:16 12.10.2016
Susanne Peyronnet susanne.peyronnet@ln-luebeck.de

Ich habe gerade gelernt, was Whataboutismus ist. What? Genau, what, also das englische „was“, ist im Wort bereits angelegt. Whataboutismus ist eine Taktik der Argumentation, die Kritik mit der Gegenfrage „Und was ist mit . . . ?“ beantwortet.

Um es mal auf den Alltag herunterzubrechen: Wenn jemand seinem Teenagerkind sagt, es solle sein Zimmer aufräumen, könnte es sich des Whataboutismus bedienen: „Und was ist mit dem Zimmer meines Bruders? Sieht es darin besser aus?“

Nun schimpfe bitte niemand über Englisch oder Denglisch, denn es geht auch anders. Whataboutismus – na, kriegen Sie es noch fehlerfrei über die Lippen? – ist auch als Tu-quoque-Argument bekannt, und das ist unzweifelhaft Lateinisch. Tu heißt „du“, und genau das ist der Witz an dieser Propaganda-Strategie.

Um bei unserem obigen Beispiel zu bleiben: Wenn das Kind sein Zimmer aufräumen soll, schlägt es zurück: „Du räumst ja auch nicht auf.“ Na, haben Sie den Unterschied erkannt? Beim Whataboutismus verweist der Angesprochene auf einen anderen, beim Tu-quoque-Argument auf den Absender der Nachricht. Im Alltag heißt so etwas motzen und meckern, das spricht sich leichter aus, ist aber genauso nervig – vor allem, wenn es ums Aufräumen geht.

LN

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