Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
Fernab der Touristen: Durchatmen auf der Chinesischen Mauer

Anne entdeckt China Fernab der Touristen: Durchatmen auf der Chinesischen Mauer

Anne Hiller studiert derzeit in China und besucht kurz vor Ende ihres Auslandsaufenthaltes die Hauptstadt Peking. Echte Peking-Ente kann sie nur empfehlen, genauso wie eine lange Anfahrt zur Chinesischen Mauer und den buddhistischen Lama-Tempel.

Voriger Artikel
Kakerlaken zum Empfang und Rolex-Fälschungen aus der Tüte
Nächster Artikel
Zu Besuch in Chinas größter Panda-Aufzuchtstation

Die Chinesische Mauer ohne Touristen? Geht nicht? Doch!

Quelle: Anne Hiller, AFP, fotolia, dpa

Vor Kurzem war es endlich soweit. Yvi, Cynthia und ich fuhren mit dem Zug nach Peking (auch: Beijing), um unsere Freundin Katja zu besuchen. Sie arbeitet dort gerade für drei Monate. Wir nahmen den Schnellzug von Shanghai nach Peking: 1318 km, 300 km/h, 5 Haltestellen in 5 Stunden Fahrtzeit. Wie üblich gab es vorher ein paar kleinere Probleme, die beseitigt werden mussten. Dabei Geduld haben und ruhig bleiben, ist hier in China die Devise.

Die Skyline von Peking

Die Skyline von Peking



Ganze 2,5 Stunden haben wir vom Campus bis an das richtige Gleis im Hongqiao Bahnhof in Shanghai gebraucht. Shanghais Hongqiao Bahnhof ist der Endbahnhof für zahlreiche Schnellzug-Verbindungen nach Nordchina und in die Metropolregion des Jangtsekiang-Deltas. Zwischendurch hatten wir Probleme mit der Buchung und mussten uns zu den Abfahrtsgleisen durchfragen, sowie verschiedenste Sicherheitskontrollen passieren. Endlich im Zug war dann aber die Fahrt sehr angenehm.

Im Hintergrund der Sommerpalast.

Im Hintergrund der Sommerpalast.



Unsere Sightseeing-Tour startete am Sommerpalast. Dieser Kaiserpalast steht auf einem riesigen Gelände mit einem großen See und befindet sich im Randgebiet von Peking. Die Gebäude dort zählen zu den Meisterwerken chinesischer Architektur, der Park zu den beeindruckendsten chinesischen Landschaftsgärten. Deshalb ist der Ort auch ein großer Besuchermagnet. Auch ich fand es super schön dort.

Der Lama-Tempel in Peking

Der Lama-Tempel in Peking



Unser Weg führte uns auch zum Lama-Tempel bzw. Yonghe-Tempel, dem größten lamaistischen Tempel außerhalb von Tibet. Es ist der meistbesuchte, religiöse Ort Pekings und befindet sich in der Innenstadt. Der Tempel besteht aus zahlreichen Hallen, Innenhöfen, Galerien und einem Ziergarten. In den Innehöfen gibt es immer eine Art "Feuerplatz", an dem die Gläubigen ganze Hände voller Räucherstäbchen anzünden, um damit zu beten. Dem Rauch wird dabei eine reinigende Wirkung zugesprochen. Leider verstehe ich als Atheist nur sehr wenig von diesen religiösen Riten.

Viele Chinesen besuchen den Tempel zum Frühlingsfest. Wie hier im Jahr 2006.

Viele Chinesen besuchen den Tempel zum Frühlingsfest. Wie hier im Jahr 2006.



In den Tempelhallen stehen überall verschiedenste Skulpturen und zahlreiche Buddhastatuen. Als Höhepunkt gilt die "Halle des unendlichen Glücks". Dort befindet sich eine 18 Meter hohe Buddha Maitreya Statue aus einem einzigen Stück Sandelholz.

Die 18 Meter große Buddha-Statue

Die 18 Meter große Buddha-Statue



Diese Statue schenkte der 7. Dalai Lama Kaiser Qianlong. Es dauerte damals drei lange Jahre, um den riesigen Stamm vom Westen Tibets bis nach Beijing zu bringen. Diese Tempelanlage hat mich wirklich beeindruckt.

Blick auf Peking

Blick auf Peking



Zu einer Milionenmetropole gehört aber auch der Smog. Von Pekings Fernsehturm aus wollten wir eigentlich den Blick über die Stadt genießen, doch wie das Bild zeigt, behinderte der Smog die Sicht. Unsere Aussicht war deshalb etwas grau und trist. Am Abend wollten wir unbedingt Peking-Ente probieren und gingen in ein entsprechendes Restaurant. Wir bestellten mutig viele verschiedene Gerichte als Vorspeise und die Pekingente. Anders als in Deutschland bekommt man alle Gerichte hintereinander serviert. Die Pekingente wurde vor unseren Augen filetiert - also traditionell in dünne Scheiben geschnitten. Dazu gab es dann Zwiebeln, Gurken und Pekingentensoße, eingewickelt in eine Art Wrap. Es war sehr, sehr lecker und ich kann es nur jedem empfehlen, das Original einmal vor Ort zu probieren!

Die chinesische Mauer

Die chinesische Mauer



Am Samstag sind wir extra früh aufgestanden, um zur Chinesischen Mauer zu fahren. Wir hatten uns entschieden heute mal den Touristenströmen zu entkommen und mehrere Stunden von Peking entfernt, die Mauer zu erklimmen. Wir hätten auch einfach die Mauer in Badaling besichtigen können, was der bekannteste Maueraufstiegspunkt ist, doch wir favorisierten den Aufstieg 80 Kilometer nördlich von Peking. Dieser Teil der Mauer ist noch nicht vollkommen restauriert, aber dafür hat man einen fast privaten Platz und einen großartigen Ausblick in die Landschaft.

Der Aufstieg zur Chinesischen Mauer

Der Aufstieg zur Chinesischen Mauer



Der Aufstieg dauerte eine gefühlte Ewigkeit, die Treppenstufen waren teilweise extrem steil. Jedoch wurde man mit diesem Ausblick belohnt, als wir erst einmal oben waren.

Die Chinesische Mauer

Die Chinesische Mauer



Mit einer Gesamtlänge von 6,700 Kilometern ist die Chinesische Mauer das größte von Menschenhand geschaffene Bauwerk der Welt und erstreckt sich vom Shanhaiguan Pass an der Ostküste bis zum Jiayuguan Pass in der Wüste Gobi. Sie besteht aus verschiedenen Abschnitten, die kleine Türme, Häuser, Schießscharten usw. beinhalten. Die Abschnitte sind nicht nur unterschiedlich alt, sondern auch unterschiedlich gebaut. Ursprünglich war sie eine Verteidigungsanlage und Schutzmauer gegen mongolische Nomadenstämme, die immer wieder nach China einfielen, doch mit der Weiterentwicklung der Waffentechnik wurde sie als Schutz wertlos. Heute gehört sie zu den sogenannten "neuen sieben Weltwundern", die 2007 gekürt wurden.

Platz des himmlischen Friedens

Platz des himmlischen Friedens



Die verbotene Stadt

Die verbotene Stadt



Der Sonntag sollte dann ganz der Verbotenen Stadt und dem Platz des himmlischen Friedens gewidmet sein, aber in der verbotenen Stadt drehten wir nach der Hälfte wieder um. Man konnte nicht viel sehen. Die Hallen ähnelten denen in den Tempeln und außerdem waren sehr viele Touristen unterwegs. Das nahm uns die Lust. Jährlich besuchen rund 9 Millionen Besucher die Stadt.

Dennoch ist die Geschichte der verbotenen Stadt und die Architektur sehr interessant. Um 1406 wurde mit dem Bau begonnen und sie war von 1420 bis 1911 während 491 Jahren der Sitz von insgesamt 24 Kaisern. Experten gehen davon aus, dass sich in der verbotenen Stadt in allen Palästen, Hallen und Pavillons insgesamt 8707 Räume befinden. Die Stadt besitzt vier Haupttore. Das heutige Eingangstor für Besucher ist das acht Meter hohe Mittagstor (Wumen), durch das auch wir hindurchgeschritten sind. Wahrscheinlich auch ein Rekord ist, dass es in der verbotenen Stadt 13 844 Drachendarstellungen gibt. Auch diese hat man sich aber nach einer Weile sattgesehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Clara Schwarz (24) reist für zwei Jahre nach Sri Lanka um sich dort in Hilfsprojekten zu engagieren.

Clara Schwarz (24) reist für zwei Jahre nach Sri Lanka um sich dort in Hilfsprojekten zu engagieren. mehr

Madita Strähle.

Madita Strähle hat gerade ihr Abitur an der Thomas-Mann-Schule abgelegt und möchte ein Jahr lang durch die Welt reisen. Australien, Neuseeland, Hawaii, Chile, Bolivien, Peru und auch Israel stehen auf ihrer Reiseliste. mehr

Wir suchen immer zuverlässige Blogger! Hier ist dein direkter Draht zur Redaktion. mehr

Imke Schal.

"Vanakkam, Thanjavur (வணக்கம் தஞ்சாவூர்)!" - auf Deutsch "Hallo Thanjavur!". Abiturientin Imke Schal lebt gerade in Thanjavur, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Dank ihrer Entsendeorganisation ELM wird sie dort sechs Monate in einem Frauen- und Kinderheim arbeiten.  mehr

Keya Baier.

Keya Baier ist eigentlich Schülerin des Städtischen Gymnasiums in Bad Segeberg, doch ab August drückt sie ein Jahr lang in San José, Uruguay, die Schulbank. Sie lebt bei einer Gastfamilie in Rafael Perazza. mehr

Save the date.

Du planst einen Auslandsaufenthalt und brauchst noch Infos und Tipps zur Organisation und Finanzierung? Interessieren dich Vorträge von Reisenden? Willst du eine Messe besuchen? Hier findest du zahlreiche Veranstaltungstipps. mehr

Georg Fiedler (19) und Kolja Wächter (19).

Georg Fiedler (19) aus Lübeck und Kolja Wächter (19) aus Plön haben gerade ihr Abitur gemacht und reisen nun sieben Monate durch Südamerika. Beide lebten schon einmal in Ecuador und haben sich dort kennengelernt. Jetzt gilt es mit wenig Budget mehr vom Kontinent zu erkunden. mehr

Lara Zube.

Lara Zube ist gelernte Versicherungskauffrau und verspürte den Wunsch, mal ein Jahr lang alles hinter sich zu lassen. Mit Minijobs (work&travel) will sie ihre Reisetappen in Neuseeland, einen Abstecher auf die Philippinen und die Fidschi-Inseln finanzieren. mehr

Sie reisten durch China, arbeiteten in Brasilien, studierten in Slowenien oder gingen in Spanien zur Schule. Jetzt sind sie zurück, aber ihre Erlebnisse zum Nachlesen bleiben.  mehr

Bianca-Renee Hellberg

Bianca-Renee Hellberg aus der Gemeinde Rohlstorf (Kreis Segeberg) studiert Koreanistik. Ein Jahr geht sie an die Ewha Womans University in Seoul. In den Ferien möchte sie auch Japan oder Taiwan bereisen. mehr

Anne Hiller.

Anne Hiller zog es als frisch gebackene Ingenieurin nach Mérida in Ostmexiko, wo sie zwei Monate als Volontärin bei einer Food Bank (der Tafel in Deutschland ähnlich) arbeiten wird. mehr

Katharina Batzing.

Die Schülerin besucht eigentlich das Katharineum zu Lübeck. Für ein Jahr lebt sie nun bei einer Gastfamilie in Luján, Argentinien, und geht dort zur Schule. mehr