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Frank Meyer Der Gold-Anschlag vor 41 Jahren
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00:00 19.08.2012
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Schleswig-Holstein

Am Mittwoch hatte ich eine Kerze angezündet. Es war ein besonderer Tag – kein Geburtstag, sondern ein Todestag. Zum 41. Mal jährte sich der Anschlag von US-Präsident Nixon auf Gold, als er am 15. August 1971 das Band zwischen dem US- Dollar und Gold zerschnitt. Der US-Dollar war damals noch so gut wie Gold. Da alles an ihm hing, riss auch das Band der anderen Währungen zum Gold. So wurde es möglich, weltweit unendlich Zettel zu produzieren. Eine großartige Zeit für Wohlfahrt und wirtschaftliches Glück begann, mit geborgtem Geld aus der Zukunft. Niemand bedachte, dass Schulden beglichen, gestreckt oder am Schluss ausgebucht werden. Natürlich hat Gold rebelliert – mit seiner Waffe – seinem Preis. Deshalb gab man ihm viele Tritte, bis es in Vergessenheit geriet. Der Versuch, die Naturgesetze auszuhebeln, war ein Affront gegen die Götter.

Der britische Kaufmann Thomas Gresham fand heraus, dass schlechtes Geld gutes Geld verdrängt, wenn man frei entscheiden kann. Nixon aber hat seinen Bürgern die Möglichkeit gestohlen, Papier offiziell gegen Gold zu tauschen. Taugt Papiergeld noch zum Speichern geleisteter Arbeitskraft? Nein. Deshalb kriecht Gold zurück ins Finanzsystem und ist Versicherung gegen Inflation und Bankrott. Jeder kann (noch) frei wählen.

Seit der Einführung des Euro ist der Goldpreis von 303 auf 1306 Euro pro Feinunze gestiegen. Anders herum hat die Kaufkraft des Euro gegenüber Gold um 77 Prozent abgenommen. Gold ist der natürliche Feind des Papiergeldes. Irgendwann wird wieder eine Kerze brennen, wenn der Fehler mit dem Papiergeld ohne Anker korrigiert wurde.

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