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Frank Meyer Her mit der Dispo-Bremse!
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12:00 22.07.2012
Lübeck

Wie wäre es mit einer staatlich verordneten Dispo-Zinsobergrenze? Ein herrliches Wahlkampfthema und ganz realistisch.

Ein Dispokredit ist die einfache Art, erst sein Konto und dann sich finanziell zu ruinieren. Diese Kredite kosten zehn bis elf Prozent für vorgezogenen Konsum. Banken leihen sich Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) für lächerliche 0,75 Prozent. Doch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner setzt auf mehr Transparenz – was immer das heißen mag. Sind Zinsen heute nicht überall abrufbar oder live auf dem Konto nach Einzug des Betrages zu spüren?

Im Land der Dichter und Denker hat fast jeder vierte Volljährige in diesem Jahr sein Konto überzogen. Jeder Dritte fühlt sich nicht gut genug über die Konditionen informiert. Respekt! Im April summierten sich diese Dispo-Kredite laut Bundesbank auf 41 Milliarden Euro. Steigt oder fällt der Zinssatz um ein einziges lächerliches Prozent, sind das 410 Millionen Euro. Oh, ich sehe schon die Wahlplakate. Her mit der Dispo- Bremse! Das Thema emotionalisiert. Wie wäre es, das Konto auszugleichen und gar nix zu zahlen? Man spart zehn Prozent. Das muss der Dax erst mal schaffen pro Jahr. Auf die Idee, den Leuten zu sagen, sie sollen ihre Konten ausgleichen, kommt keiner. Es wäre zu viel gedichtet und gedacht – aber klug.

Sollte Ihnen Ihre Bank besonders am Herzen liegen, fahren Sie Ihr Konto noch tiefer in den roten Bereich. Bis zu 20 Prozent kostet das jährlich – als „Bankenrettung privat“.

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