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Frank Meyer Hoch die Hände! Keine Wende!
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20:10 19.03.2016

Kürzlich drohte die US-Notenbank noch mit höheren „Leid“-Zinsen. Ich drohte, einen Besen zu fressen, quer — und aus Lübecker Marzipan, wenn sie es tut. Schade! Es sieht nicht so aus. Statt vier Zinserhöhungen soll es 2016 nur noch zwei geben. Fed-Chefin Janet Yellen zeigte Haltung. Dabei wirkte sie wie eine Opern-Diva ohne Notenkenntnisse. Experten mit Watte in den Ohren fällt so etwas nicht auf, wenn sie sich vor ihr in Demut im Staub wälzen und in ihre Arien etwas hinein interpretieren, was sie gar nicht kann: Singen und Zinsen anheben. In ihrem Kostüm beherrscht sie das Schauspiel — zurückrudern, ohne Arme zu bewegen.

Bei ihrer Aufführung am Mittwoch trällerte sie etwas von drei Prozent Leitzins im übernächsten Jahr. Vor Lachen fiel mir das Monokel zu Boden. Wer schrieb eigentlich die Partitur? Der Zufall. Es hieß, die Fed fährt auf Sicht. Aber wohin nur inmitten des selbst erzeugten Bühnennebels? Wir wissen es nicht, genießen aber diese Geld-Opern mit viel Spaß bei wenig Inhalt. Moll ist Dur, hoch ist runter, besser ist schlechter — und umgekehrt. Es ist das Konzept des Zins-Orchesters, den „Markt“ zu irritieren beziehungsweise zu lenken. Dabei ist nachgewiesen, 70 Prozent des Zinsgesangs sind Unsinn, gehören aber zum Bühnenzauber. Jeder Zwischenton wird genau analysiert.

Experten meinen, der Zinspfad werde flacher. Herrlich, so ausgelatscht wie der schon ist. Die Zinsen werden nie wieder steigen, außer es passiert ein Unfall im Krieg gegen die Sparer. Frau Yellen hat den US-Dollar geschwächt. Japaner wollen einen schwachen Yen und die EZB einen schwachen Euro — wie alle anderen Finanzopern-Dirigenten weiches Geld lieben, so weich wie Opernsessel. Wenn aber der Vorhang fällt, ist die Geldbörse leer und statt Bravo! wird man Buh! rufen und Tomaten werfen.

LN

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