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Peter Intelmann ABSEITS: Warten auf den Krisenmanager
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15:40 30.10.2012
Lübeck

Dass also keine Leute von der Rating-Agentur aus ihrem verspiegelten Büroturm steigen und sagen können: „So, das war’s jetzt aber mal – fünf Plätze tiefer.“ Einfach so, weil sie es vielleicht leid sind, immer nur Griechenland und Spanien fertigzumachen und ihnen das mit der Bundesliga eh nicht ganz geheuer ist. Ansonsten hätte Eintracht Frankfurt Grund zur Sorge.

Frankfurt ist eine dieser Mannschaften, bei denen man immer ein ungutes Gefühl hat. So wie man ein ungutes Gefühl hat mit einem Schalke-Trikot im Dortmund-Fanblock oder bei einem Auto, dem das Lenkrad fehlt. Eintracht-Anhänger sind Kummer gewohnt. Wenn am Ende der Saison die meisten Spieler und Trainer noch da sind und wenigstens die Zweite Liga gehalten wurde, sind sie eigentlich schon zufrieden.

Dabei war Frankfurt mal eine Größe in der Bundesliga. Aber das ist eine Weile her und muss ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als Kolumbus diesen neuen Seeweg nach Indien suchte. Heute stehen in Frankfurt nur Hochhäuser, in die morgens Tausende in Anzügen und Kostümen strömen, dort ihre Blaumänner anziehen und an gewaltigen Maschinen Unmengen von Geld drucken, das sie abends säckeweise in die Äppelwoi-Lokale tragen, um den Kummer über die Eintracht zu vergessen.

Aber in dieser Saison ist alles anders. Jetzt spielt Frankfurt ganz oben mit und kann sich das selbst nicht recht erklären. Eigentlich dürften sie das gar nicht. Eigentlich müsste es jetzt mal eine Gewinnwarnung geben. Aber sie laufen auf, schießen acht, neun Tore und haben wieder drei Punkte mehr auf dem Konto.

Da läuft was aus dem Ruder. Da verstößt jemand gegen die Regeln. Beim HSV hätte man schon mindestens den Kopf des Trainers gefordert, weil er sich nicht an die Abmachungen hält. Da hätten sie schon längst eine schöne Krise. Aber in Frankfurt? Nichts. Kein Zeichen des Protests. Wahrscheinlich finden sie das sogar noch ganz toll.

Im Grunde hilft da nur jemand von außen. Einer, der Erfahrung hat und den Verein mal richtig umkrempelt. Spätestens wenn die Eintracht heute auch in Stuttgart gewinnt, muss man in Frankfurt reagieren. Und Felix Magath hat ja nun Zeit.

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