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Peter Intelmann Geheime Manöver.
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21:22 17.10.2015
Peter Intelmann peter.intelmann@ln-luebeck.de

Bundesliga, das ist heute immer auch ein Gipfeltreffen moderner Fußballforschung. Da stehen sich Experten wie Pep Guardiola und Thomas Tuchel gegenüber, Wissenschaftler, die tief hinabgestiegen sind in die Rätselkammern dieses Spiels. Wo andere zweiundzwanzig Mann und einen Ball auf dem Platz sehen und eigentlich recht zufrieden sind, erst mal nicht mehr wissen zu müssen, da sehen sie ganz andere Dinge.

Sie röntgen das alles irgendwie, den Platz, die Spieler, die ganze Veranstaltung. Sie sehen geheime Manöver und Strukturen. Es geht um kippende Achsen und parallele Verschiebungen. Es ist kompliziert, das kann man sagen. Und man traut sich schon gar nicht mehr, das Fußball zu nennen, weil alles einem höheren Zweck zu dienen scheint oder wenigstens einem höheren Wesen.

Sich hinsetzen und zugucken, das war mal. Aber das reicht ja nicht mehr. Unter drei Semestern auf der Taktikhochschule Buxtehude dürfte man eigentlich niemanden mehr ins Stadion lassen. Ganz zu schweigen von den Spielern, die heute gewichtet und gesichtet werden, als wären sie ein Dieselmotor aus Wolfsburger Produktion.

Dann hat Mönchengladbachs frührerer Trainer Lucien Favre auch noch „polyvalent“ ins Spiel gebracht, und man dachte: polyvalent, oje oje. Das bedeutet ungefähr, dass einer mal vorne spielen kann, mal hinten, mal irgendwo dazwischen und dass er dabei immer eine gute Figur abgibt. Eine Mehrzweckwaffe also, ein Alleskönner.

Polyvalent eben.

Oft schleichen sich solche Begriffe in den Fußball ein. Sie machen es sich gemütlich auf Trainerbänken und vor Mikrofonen, sie kämpfen sich vor in die Nordkurven, und irgendwann reden alle so.

„Hömma“, heißt es dann auf Schalke, „der Erwin Kremers früher, watt war der polyvalent.“

„Watt war der?“

„Polyvalent.“

„War der nich eher semipermeabel?“

„Vielleicht war der auch semipermeabel.“

„Weiß man nich.“

„Weiß man nich.“

„Prost.“

„Prost.“

Und dann ist es passiert.

LN

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