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Peter Intelmann Raus aus den Schwefelsümpfen.
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22:14 04.02.2017
Peter Intelmann peter.intelmann@ln-luebeck.de

Martin Schulz kommt aus Würselen, Torsten Frings kommt aus Würselen. Martin Schulz will die SPD retten, Torsten Frings will den SV Darmstadt retten. Und wenn man abgeschlossene Kurzromane schriebe, könnte man jetzt eigentlich aufhören.

Das wäre natürlich böse und so ja gar nicht wahr. Aber man kann schon sagen, dass sich die beiden Würselener einiges vorgenommen haben. Darmstadt jedenfalls hat neun Punkte aus 18 Spielen und die SPD im Grunde auch nicht viel mehr. Und man fragt sich, was Torsten Frings wohl getrieben hat, in Darmstadt die Nachfolge von Trainer Norbert Meier anzutreten.

Vielleicht war gerade keine Stelle frei als Moralphilosoph im Weißen Haus. Vielleicht hatte schon jemand anderes den Berliner Flughafen zu Ende gebaut oder bewiesen, dass die Lösungen der Quanten-Version der Yang-Mills-Gleichungen keine beliebig kleine Masse haben können.

Schwierige Aufgaben jedenfalls hätte es genug gegeben, aber nein: Darmstadt musste es sein. Und jetzt sitzt der Mann aus Würselen da und grübelt und überlegt und fragt sich, ob diese Yang-Mills-Sache nicht vielleicht doch schlauer gewesen wäre. Denn Darmstadt, da liegt kein rechter Segen drauf.

Sie haben jetzt Hamit Altintop und Sidney Sam geholt. Altintop könnte heute gegen Frankfurt seine Premiere feiern, Sidney Sam hat schon am vergangenen Wochenende sein erstes Tor geschossen. Das Problem war nur, dass die anderen sechs Tore geschossen haben. Sechs, also SECHS, und wir wissen alle, was sechs bedeutet. Sidney Sam hat dann noch gesagt, dass man stabiler werden müsse, dass noch nichts verloren sei und „alles passieren“ könne. Also ALLES, und wir wissen alle, was alles bedeutet. Jedenfalls macht sich langsam das Gefühl in Darmstadt breit, dass es am Ende der Saison vielleicht nicht reichen könnte.

Andererseits: Martin Schulz hat die SPD auch aus den verbotenen Zonen herausgeholt, aus den Schwefelsümpfen der Zwanzigprozent. Und im Grunde hat er auch nicht mehr getan als zu sagen, dass man stabiler werden müsse und noch nichts verloren sei. Manchmal reicht das schon. Manchmal ist die Erde eine Scheibe, man muss es nur oft genug behaupten. Und die Darmstädter müssen es heute Abend nur glauben.

LN

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