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Sabine Latzel Küstenklatsch für null Euro
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20:22 12.08.2017
Von Sabine Latzel sabine.latzel@LN-Luebeck.de

In Rum marinierte Hähnchenbruststreifen, Pulled-PorkBurger, Chili-Griller, Süßkartoffeln, Garnelen in hausgemachter Knoblauch-Sauce, Waffeln mit heißen Himbeeren: Nein, das ist kein Auszug aus der Speisekarte eines Edel-Lokals, sondern eine Auswahl der Zwischenmahlzeiten, die mittlerweile aus den Imbissbuden an der Küste heraus gereicht werden. Dort haben sie das Angebot erheblich ausgeweitet, was laut Marketing-Sprech „vom Urlauber ausdrücklich begrüßt wird“.

Früher war das anders, es gab zwei Sorten Fischbrötchen (Matjes und Bismarck), Pommes, Bratwurst und für den Feinschmecker Schnitzel, Ende. Garniert haben das die Budenbetreiber höchstens noch mit rustikalem Imbiss-Deutsch („Waren Sie die Thüringer?“, „Hier noch zweimal ohne“), und dann haben sie einem ein Pils oder eine Limo eingeschenkt.

Heute halten sie gekühlten Rosé und Weingläser, Servietten und Sitzkissen vor, wir können Espresso bestellen und Salat, was schön ist, denn früher war ja nicht alles besser, nur vieles eben anders.

Allerdings nicht alles. Am Lieblingsimbiss der Frau findet sich auf der Karte unter den Hauptgerichten folgende Preisliste: „Flotte Sprüche – null Euro / Küstenklatsch und Lebensberatung – null Euro / Dein Problem als Gesprächsthema im Hafen – null Euro.“ Genau wie früher, nur dass sie einem damals nicht verraten haben, dass sie alles weitertratschen. Insofern ist die Ausweitung der Karte in der Tat ausdrücklich zu begrüßen, und zwar nicht nur von Urlaubern.

LN

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