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Sabine Latzel Mein schöner Garten
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20:22 01.07.2017
Von Sabine Latzel sabine.latzel@LN-Luebeck.de

Hartnäckig wächst die Natur immer und immer wieder nach, deswegen wird der Mensch niemals mit der Gartenarbeit fertig. Umgraben, zurückschneiden, jäten, säen, pflanzen, gießen, düngen, auslichten, harken, ernten, einkochen, Geräte warten und dann geht alles wieder von vorne los, der pure Horror ist das. Die Frau hat sich früher vor der Gartenarbeit gedrückt und sich inmitten des ungepflegten Dickichts anderen Beschäftigungen gewidmet – herumsitzen und doof gucken, Schokolade essen, blutrünstige Krimis ohne Anspruch lesen, mit der Nachbarin stundenlang und ergebnislos über Männer diskutieren, irgendwann auf das Besprochene einen oder zwei Wein schütten, solche Sachen. „Sodom und Gomorrha“ schien ein geeigneter Name für das ihr anvertraute Grundstück, es war eine schlimme, dunkle Zeit.

Die inzwischen aber überwunden ist, die Frau hat ihr Außenareal im Griff, tippitoppi sieht’s dort aus. Geholfen hat ein einfacher Trick, der „Umzug“ heißt und dazu führte, dass statt einer 800-Quadratmeter-Ebene nur noch ein Betonring von 50 Zentimetern Durchmesser mit einem Strauch darin zu betreuen ist. Die Frau benötigt dafür maximal zehn Minuten pro Woche und kann weiterhin dem Müßiggang beziehungsweise oben genannten Tätigkeiten frönen. Oder mal eine richtig lange Kolumne schreiben ... ach nein, das geht nicht, im Betonring reckt sich gerade ein Löwenzahnblättchen hinterlistig aus der Erde, da muss die Frau jetzt doch ran, denn selbst mit überschaubarer Gartenarbeit wird der Mensch letztlich niemals fertig.

LN

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