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Sabine Latzel Moskau, Ehrensache
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17:16 21.02.2018

Moskau, 15. Juli, 17 Uhr, Luzhniki-Stadion – heute in fünf Monaten ist das Finale der Fußball-WM schon wieder Geschichte. Schürrle wird in der 113. Minute auf dem linken Flügel durchgebrochen sein, in die Mitte auf Mario Götze gepasst haben und . . . so ungefähr jedenfalls, an den genauen Abläufen wird noch gearbeitet.

Aber es wird eine Weltmeisterschaft sein, die Sepp Blatter mit auf den Weg gebracht hat. Genauso wie die in Katar 2022. Sepp Blatter, wir erinnern uns, hatte mal eine Firma namens Fifa und auch sonst nur mit Ehrenmännern zu tun. Dunkle Machenschaften spielten sich woanders ab. Bei der Fifa wussten sie ja nicht mal, wie man Machenschaften überhaupt schreibt.

Es ist nicht bekannt, ob Sepp Blatter nach Russland fahren wird. Es ist auch nicht bekannt, ob Michel Platini und Franz Beckenbauer fahren werden, zwei weitere Lordsiegelbewahrer des Weltfußballs.

Oder Jack Warner und all die anderen, also wenn die Richter und Staatsanwälte mitspielen.

Aber sollten sie kommen, könnten sie mit einem Airbus reisen. Wenn sie Glück haben sogar mit einem, der nicht in diese Korruptionsaffäre . . ., aaah, anderes Thema. Am Flughafen jedenfalls wartet dann der VIPService mit einem VW oder einem Audi. Oder mit einem Daimler. Mit einem Auto jedenfalls, dessen Hersteller gegen Abgasmanipulation, Affenquälerei und andere miese Tricks geradezu immun ist. Denn da gibt es ja genug. Also ein paar. Also diesen einen, dieser . . . Na, vielleicht gehen sie auch zu Fuß.

Aber wenn all die Blatters und Blatter-Nachfolgeorganisationen dann in ihren VIP-Logen sitzen, können sie Messi und Neymar zuschauen. Die stehen unten auf dem Platz und streiten, wer am meisten Steuern . . . nachgezahlt hat. Und ob es sich mit oder ohne Vorstrafe besser lebt.

Und vielleicht ist es ganz gut, dass sich die USA für Moskau nicht qualifizieren konnten, sonst wäre womöglich noch Donald Trump angereist mit einem ganzen Schwung an Top-Beratern, Kommunikationsexperten und anderen Leuten aus dem Showgeschäft. Aber vielleicht guckt ja der renommierte Brexit-Wissenschaftler Boris Johnson vorbei, wenn England eine Runde weiterkommt. Oder einer der Menschenrechtsforscher aus dem saudischen Königshaus. Oder Brasiliens Präsident Michel Temer, der Korruption immer noch für einen Begriff aus der Botanik hält. Und sie kommen alle nach Russland, wo im März freie Wahlen . . . langsam wird es ein bisschen viel, oder?

LN

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