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TV-Vorschau Und damit zum Wintersport
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06:48 12.11.2018
Die Wintersportsaison startet im TV: Mehr als 200 Stunden Live-Berichterstattung an 46 Sendetagen kündigt allein das Erste bis Ende März 2019 an. Quelle: www.wisthaler.com/TVB Kronplatz/dpa-tmn
Lübeck

Na ja, dass Donald Trump nach seiner Wahlniederlage vom Dienstag ein bisschen dünnhäutig war, durfte eigentlich ebenso wenig überraschen wie die Tatsache, dass Defensive beim Berserker im Oval Office stets nur das Vorspiel zur Attacke ist. Kein Wunder also, dass er dem CNN-Reporter Jim Acosta nach einer unbotmäßigen Frage zur Russland-Affäre wie zwei Jahre zuvor mit den Worten das Wort abschnitt, er sei Fake News, furchtbar, ein Volksfeind, das Übliche eben.

Erstaunlicher ist da schon, dass ihm Trumps Pressestab unterstellt, er habe einer Mitarbeiterin beim Versuch, das Mikro zu verteidigen, körperlich attackiert. Vollends absurd ist es hingegen, dass dem gestandenen Journalisten daraufhin die Akkreditierung entzogen wurde.

Attacke vom Tesla-Chef

Aber eben auch nicht absurder als Elon Musks Attacke auf alle, die es wagen, negativ, also sachlich über die Börsenmanipulationen des Tesla-Chefs zu berichten. „Die Zahl der unwahren Artikel, die über mich geschrieben worden sind, ist unglaublich hoch”, erklärte der Tesla-Chef mit einem Verweis auf einen Wall Street Journal-Artikel und erklärte den Berufsstand im Ganzen zu „schrecklichen Leuten“, was wiederum auch nicht großartig anders klingt als Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro, der kurz nach seiner Wahl ankündigt, unliebsamen Medien die staatlichen Werbeaufträge zu entziehen, besonders dem regierungskritischen Blatt „Folha de S.Paulo“, das seiner Aussage nach „erledigt“ sei.

Obwohl man sich an völkisch-nationalistischen Populismus fast schon gewöhnt hat, sind solche Töne doch immer noch verstörend. Und damit zum Wintersport, wie ARD und ZDF ab sofort sagen dürfen. Mehr als 200 Stunden Live-Berichterstattung an 46 Sendetagen kündigt allein das Erste bis Ende März 2019 an und muss sich dann im Wechsel mit dem Zweiten ganze Wochenenden lang keine Gedanken mehr um Alternativprogramme machen., wenn die prominenten Jubelperser von Kati Wilhelm über Dieter Thomas bis Maria Höfl-Riesch sich und uns kuschelpatriotisch in Stimmung bringen.

Wintersport in ARD und ZDF

Am Sonnabend beginnt die ARD damit unter anderem mit Eislauf in Japan, Alpinrennen in Finnland und dem Skispringen in Polen. Das ist für alle Formate ohne gefrorenes Wasser natürlich ein bisschen ungerecht, aber dafür geht es im Restprogramm des Ersten ja die ganze Woche zuvor nahezu vollumfänglich um Gerechtigkeit, genauer gesagt: in der gleichnamigen Themenwoche. Weil sie wirklich alle Kanäle fast rund um die Uhr einnimmt, sind Einzeltipps da schwierig.

Als kleiner Ausschnitt: Während der SWR-Report „Ausgebeutet für den Online-Boom“ am Mittwoch zur besten Sendezeit Paketausfahrer bei ihrer Arbeit für den entfesselten Konsum begleitet, werden Alwara Höfels und Gitta Schweighöfer im Kostümfilm „Keiner schiebt uns weg“ zeitgleich in die polyesterbunten, aber männertristen Siebziger geschickt.

Ingo Zamperoni ist Justizskandalen auf der Spur

Interessant dürfte auch sein, ob Ingo Zamperonis Reportage „Und das soll Recht sein?“ ab Montag drei Abende um 22 Uhr im NDR Justizskandalen vor so viel Zuschauern auf den Grund geht, um die Hürde zur fortgesetzten Reihe zu nehmen. Ganz ohne Testlauf zur Serie geschafft hat es die Provinzposse „Milk & Honey“, mit der Vox ab Mittwoch erneut beweist, dass niveauvolle Serien aus privater Produktion eigentlich nur beim Sender vom „Club der roten Bänder“ zu finden ist. Die Geschichte um vier Brandenburger Kumpels, die ihre klammen Kontostände als Teilzeit-Huren aufmöbeln, ist zwar oft unbedacht und oberflächlich, aber gut gespielt und dezent inszeniert.

Letzteres gilt auch für die Fernsehadaption von Patrick Süskinds Weltbestseller „Parfum“, der am selben Tag auf Neo in Serie geht. Mit der Vorlage hat der Sechsteiler um einen Ritualmord im Milieu der Düfte zwar nur am Rande zu tun. Unter Philipp Kadelbachs Regie agieren Wotan Wilke-Möhring, Jürgen Maurer, Friederike Becht und Marc Hosemann als polizeiliche Verfolger von August Diehl, Ken Duken, Trystan Pütter Natalia Belitski und Christian Friedel als Verdächtige allerdings atmosphärisch so dicht, dass man kaum loskommt von der Miniserie.

Neue Serie startet

Was Neo hier unbedingt mit Netflix gemeinsam hat. Dort startet am Freitag „The Kominsky Method“ von Chuck Lorre („Big Bang Theory“) mit Michael Douglas und Allen Arkin als alternde Hollywood-Stars auf der Suche nach Sinn und Würde. Fabelhaft! Ebenso, wie das deutsch-rumänische Cybercrime-Drama „Hackerville“ um ein osteuropäisches Dorf, von dem aus die Online-Attacken aufs westliche Werte- und Wirtschaftssystem erfolgen. Ab Donnerstag um 21.45 Uhr ist auf TNT Serie Teil 2 im Original mit Untertiteln zu bestaunen. Die farbige Wiederholung der Woche ist eigentlich eine Erstausstrahlung: Maren Ades hinreißende Generationskomödie „Toni Erdmann von 2016 läuft Montagabend um (20.15 Uhr) auf Arte. Der „Tatort“ dagegen stammt aus einer fast schon vormodernen Zeit: Der RBB zeigt am Montag, 22 Uhr, „Die kleine Kanaille“ aus einem Berliner Villenviertel der Achtziger, in dem kein Geringerer ermittelt, als der UFA-Star Heinz Drache.

 

 

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