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Tatort-Blitzkritik Bitte schmunzeln!
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21:46 03.11.2013
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Erfurt

Bin ich hier bei Fantomas, James Bond oder bei der RTL- Autobahnpolizei? In Zeitlupe schlägt der Bösewicht Salti, der Dienstwagen der Kommissare schleudert gekonnt um die Kurve, rammt für die Kamera und fürs Publikum brutal eine Mülltonne und durchfährt dramatisch eine dreckige Pfütze.

Willkommen im Erfurter Tatort - hier wird mit Bauchgefühl ermittelt. Und wenn das nicht reicht, hilft den beiden Kommissaren Henry Funck (Friedrich Mücke) und Maik Schaffert (Benjamin Kraffert) Praktikantin Johanna Grewel (Alina Levshin). Die kann Beipackzettel auswendig aufsagen und jeder merkt gleich: Das Mädel wird von den beiden Hart-aber-herzlich-Cops aber sowas von unterschätzt!

Ach ja - natürlich gibt's Druck von der Polizeichefin (Kirsten Block) verbunden mit einstweiligen Disziplinarmaßnahmen. Und während das der Tatortblitzkritiker schreibt, macht er auch schon die Rolle rückwärts vom drohenden Verriss, der sich auch mit dem allzu durchschaubaren Fall befassen könnte.

Nein, der Streifen lässt schmunzeln, ist nicht langweilig, regt nicht zu sehr auf. Er ist kein gewolltes Kunstwerk à la Tatort München von letzter Woche und ganz ohne Kultpotenzial wie es die Münsterer Spaßtruppe gebunkert hat. Aber: ein Tatort ist ein Tatort ist ein Tatort. Erfurt schadet der Reihe nicht, hat zusammen mit Chips und Wein einen Abend Spaß bereitet, danke.

Dass daraus aber mehr erwächst im Laufe vieler Folgen, ist zu bezweifeln. Denn das Polizistenteam ohne das unerfahrene Praktikantenküken an seiner Seite wäre zu wenig für einen neuen Versuch. Nur leider hat die gerade im ersten Fall ihre Reifeprüfung abgelegt. Schade eigentlich, ein Neustart mit ihr als vermeintlichem Dummchen ist nicht vorstellbar. Von Nick Vogler

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