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Tatort-Blitzkritik Das war gut
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22:01 04.02.2018

Die Folge „Tollwut“ lieferte uns einen richtig guten Krimi-Abend mit einem starken Drehbuch (Jürgen Werner), prickelnder Spannung und schauspielerischen Glanzleistungen, allen voran Florian Bartholomäi, der den hochintelligenten Triebtäter Markus Graf so perfide und hinterhältig spielte, dass man nie wusste, ob man diesen Typ nun hassen oder lieben soll. Säßen wir in der Schule, gäbe es für „Tollwut“ sicher eine zwei plus.

Der Tollwutvirus als Mordwaffe, eingeschmuggelte Ratten, die eine Gefängnis-Meuterei auslösen, ein ausgeklügelter Plan für einen Ausbruch – das war schon eine ordentliches Menü an dramaturgischen Leckerbissen, die da serviert wurden. Die Handlung spielte gekonnt den Doppelpass mit der Verwirrung, und der Ort der Handlun, ein Knast im Ruhrpott, war ohnehin schräg genug, um die Nerven zu kitzeln.

Dass es am Ende keine glattes „sehr gut“ gab, lag wohl einerseits am grundsätzlichen Manko der Dortmunder Reihe, die sich seit jeher eher als Serie versteht und dies mit einer gewissen Rücksichtslosigkeit durchzieht. Einem Zuschauer, der die alten Folgen nicht gesehen kann, fehlt oft das Verständnis für die Zusammenhänge und die Dialoge. Auch „Tollwut“ war halt kein in sich abgeschlossenes Gebilde, es baute auf den bisherigen Folgen auf und so wird es wohl auch weitergehen – warum sonst sollte dem Faber-Gegenspieler Graf sonst wohl die Flucht gelungen sein? Und wenn man schon ein bisschen meckern möchte: Dass es am Ende dann doch wieder Faber war, der den Braten schon am Anfang gerochen hat, war ein bisschen platt. Hätte man sich ja denken können.

Uwe Nesemann

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