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Tatort-Blitzkritik Keiner glaubt an Zombies
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21:45 26.11.2017
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Der Tatort aus dem Hamburger Umland ist bisher nicht  als Spielfeld für filmische Experimente bekannt. Wieder beginnt alles gewöhnlich: Ein Szenario, das einen Mord in Zusammenhang mit Umweltgift und Profitgier einer skrupellosen Firma und organisierten Widerstand thematisiert. So weit, so gut -  aber der Zuschauer begreift erst spät, was in diesem verseuchten Dorf und in diesem Film wirklich abgeht. Das Ermittlerduo Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) macht seine bodenständige Arbeit, während Täter und Opfer abgedreht in ganz anderen Sphären unterwegs sind. Und das ist die eigentliche Stärke dieses Krimis.

Ein komisches Gefühl macht sich im Wohnzimmer breit. Gift im Boden, Gift im Wasser – müsste man da nicht anders reagieren? Doch Falke spielt seinen Stiefel runter, agiert wie ein Streifenpolizist, der beim Massencrash auf der Autobahn Knöllchen an demolierte Fahrzeuge im Straßengraben verteilt, statt im Chaos wirklich zu helfen. Ist das nicht alles ein bisschen unglaublich und überfrachtet, denkt sich der Blitzkritiker und schaut irgendwie besorgt über den Rand des Weinglases auf den Bildschirm, auf dem sich immer seltsamere Dinge abspielen.

Aber genau das ist es wohl, was die Filmemacher erreichen wollen. Was macht denn die Menschen dort so seltsam, so krank? Ist es das Gift aus dem See oder sind sie seelisch vergiftet? Die Botschaft Nummer 1 aus dem gelungenen Tatort: Es ist wie bei der weltweiten Diskussion um Fracking oder Glyphosat: Die Argumentationen sind interessengesteuert, das Ausmaß der Folgen für  Umwelt sind bereits  unabsehbar und unbeschreiblich, aber niemand will das wahrhaben. Botschaft Nummer 2: Nicht nur die großen Haie sind Umweltsünder: Gedankenlos stopft Falke eine Kippe nach der anderen in einen Blumentopf. Nikotin in der Muttererde -  was für eine Schweinerei!

Nick Vogler

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