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Tatort-Blitzkritik Batic jagt den Weihnachtsmann
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21:42 02.12.2018
Der Krimi zieht in den Bann, ist spannend und verschont lange Zeit den Zuschauer mit dem Schlimmsten, findet unser Redakteur Nick Vogler. Quelle: hfr
München

Es passiert immer wieder, ob hinter Mauern und Fenstern von Villen der Reichen oder in den Wohnungen von Plattenbauten: Kindesmissbrauch ist eines der schrecklichesten Verbrechen und die Kamera fährt immer wieder die Häuserzeilen entlang. Ja, überall kann hinter der Fassade kann Schlimmes passieren. Wer ist im Privatleben schon dabei, wer kann den Schwachen helfen? Wann darf man überhaupt eingreifen?

Selbst Polizisten wie die Münchener Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) überschreiten dabei manchmal wieder die Grenze des Erlaubten. Batic ermittelt verdeckt, Leitmayr spioniert illegal im Kinderzimmer mit dem ferngesteuerten Spielzeug. Zum Glück, denkt der Blitzkritiker, der ansonsten blasse Kommissare erlebt. Beide agieren gewohnt unaufgeregt, aber von den Taten persönlich berührt.

Der Krimi zieht in den Bann, ist spannend und verschont lange Zeit den Zuschauer mit dem Schlimmsten. Die Kehrtwende am Ende ist dramaturgisch ausgefeilt und sitzt als Pointe. Doch wohin führt so eine Spitzkehre aus einem bis dahin gut erzählten Film? Genau: Es wird skurill, unglaubwürdig, überzogen. „Alle verrückt, das ist doch totaler Quatsch“, möchte man ausrufen und abschalten. Kann man ja machen, denn der Tatort ist bei dieser Erkenntnis ohnehin vorbei.

Und außerdem: Genauso kann es leider geschehen hinter all den Fenstern und Fassaden. Das ist ja das Schlimme.

Nick Vogler

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