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Tatort-Blitzkritik Transsilvanien an der Weser
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21:45 28.10.2018
Eine Rezension von Christian Risch. Quelle: Hfr
Bremen

Man kann die Handlung natürlich zu Recht für ausgemachten Unsinn halten, aber Regisseur Philip Koch hat aus dem Stoff einen packenden und jederzeit spannenden Krimi entwickelt. Vampirismus steigt herab von der Burg in Transsilvanien und findet nun an der Weser, in ganz normalen Mietwohnungen oder Kliniken, eine neue Heimat. Das ist bei allem Grusel auch komisch.

Nora, die junge Vampirfrau, sieht so zart und zerbrechlich aus, aber sie kann kraftvoll zubeißen, wie wir erleben. Lilith Stangenberg spielt diese Rolle hervorragend. In Stedefreund, Inga Lürsens Kompagnon, sucht sie einen Gefährten, und auch auch er wähnt sich nach dem entscheidenden Biss in den Hals als Vampir in spe, durchlebt Fieberträume. Oliver Mommsen spielt diese Figur zwischen Ängsten und wachsender Verzweiflung ebenfalls sehr gut.

Dunkelheit als tragendes Thema

Die Dunkelheit, in der Vampire sich wohlfühlen, ist ein tragendes Thema in diesem Tatort, und die Lichteffekte sind kunstvoll in Szene gesetzt. Der Zuschauer erwartet so ständig neue Schockmomente - und bekommt sie reichlich.

Hinter den Grusel- und Schockmomenten ist es aber immer auch ein Spiel mit den alten Vampirmotiven. Zum Beispiel, als Stedefreund einen Besenstiel zur Hand nimmt, um Nora den Garaus zu machen. Den muss er dann doch nicht einsetzen, weil das Sonnenlicht im Zusammenspiel mit Waschbetonplatten dem Spuk ein Ende bereitet.

Es ist ein guter, völlig unkonventioneller Tatort der Bremer Ermittler, die nur noch einmal in dieser Besetzung zu sehen sind. Ob Stedefreund dann den Vampirismus weiterträgt? Die Spannung bleibt.

Christian Risch

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