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Tatort-Blitzkritik Wild ist der Osten, schwer ist der Beruf
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21:45 01.01.2019
Eine Kritik von Petra Haase Quelle: dpa/Maxwitat/Haller
Weimar

Gelungene erste Einstellung mit dem titelgebenden höllischen Heinz (Peter Kurth) im Profil in der Westernstadt: High Noon in Thüringen. Man hört die Stille vor dem Schuss und vermutet: gleich fordert das Duell die erste Leiche.

Ist nicht so, die Cowboys in El Doroda wollen nur spielen. Ihr Ober-Indianer "Einsamer Wolf" stattdessen wurde passenderweise mit dem Beil erschlagen und in der Ilm gefunden. 

Skurriles Setting

Das skurrile Setting versprach nach Geisterbahn, Wurstfabrik, Kloßmanufaktur, Bordell und Klo einer Autobahnraststätte wieder viel Spaß - und für den sorgte vor allem Nora Tschirner als Cowgirl. Das Outfit steht ihr, Reiten kann sie, cool ist sie sowieso.

Und dann singt sie auch noch. Ihr "The boys in the backroom" im Saloon nach Marlene Dietrich - herrlich. Da hat sich jemand wirklich wohl gefühlt, ein Highlight an diesem Abend.

Und sonst so? Die besten Duelle: Zwischen Lessing und Dorn. Da wird kein Kalauer ausgelassen, auch wenn er flach ist wie die Prärie (Indianerherz kennt keinen Scherz).

Fieser Mord

Der Fall: langweilig. Dass der Mord etwas mit den seltenen Erden und der fiesen Bauunternehmerin Ellen Kircher zu tun hatte, war ja irgenwie klar. Der fieseste Mord: am Bullen Eddi.

Großartig spielte Peter Kurth, der als entäuschter als El-Doroda-Chef viele Facetten zeigen durften. Das war leider nicht vielen Schauspielern vergönnt, Büroleiter Kurt Stich (Thorsten Merten) und Polizist Lupo (Arndt Schwerig-Sohnrey) mutieren inzwischen nur noch zu Witzfiguren.

Weimar ist Krimi-Klamauk - in diesem Fall machten die vielen Western-Zitate großen Spaß. Ein leichter, unterhaltsamer Start ins neue Jahr.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Autoren ihr Pulver noch nicht verschossen und die nächsten Folgen aus Weimar mehr Spannung haben.

Petra Haase

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