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Totgeglaubte leben länger

„Tatort“-Blitzkritik Nr. 264: „Bausünden“ (Köln) Totgeglaubte leben länger

Die Überraschung kommt ganz zum Schluss: Susanne Baumann, die Frau, nach der alle fieberhaft suchen, taucht plötzlich im Schwimmbad des Chefarchitekten  Könecke auf. Gag geglückt, Fall abgeschlossen. Ballauf und Schenk können wieder ihre geliebte und schwerverdiente Wurst am Rhein essen, mit Bier anstoßen und den Zuschauern dabei nochmal erklären, was unklar geblieben sein könnte.

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Die 89 Minuten davor in diesem Kölner „Tatort“ waren nicht atemberaubend, aber durchaus spannend. Ein klassischer Ermittlungskrimi, solide und professionell gemacht und in Szene gesetzt. Besonders Hanno Koffler als verzweifelter Ehemann spielt prima und sticht heraus. Der traumatisierte Afghanistan-Soldat macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach seiner Frau und trickst dabei auch die Kommissare Ballauf und Schenk immer wieder aus.

Aus der Verknüpfung deutscher Bauunternehmer und Architekturbüros in die Fußball-WM in Qatar und möglicher Korruption hätten die Drehbuch-Autoren allerdings deutlich mehr machen können - es blieb leider nur bei Anspielungen. Das Versprechen im Titel „Bausünden“ wurde nicht eingelöst.

Vor zwanzig Jahren arbeiteten Klaus J. Behrendt und Dietmär Bär erstmals mit Regisseur Kaspar Heidelbach zusammen, danach immer wieder und auch in „Bausünden“. Man kennt und schätzt sich. Herausgekommen ist diesmal ein bodenständiger Krimi, allerdings einer, über den man nach dem Sehen nicht mehr lange nachdenkt oder diskutiert.

 

Christian Risch

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