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Tatort-Blitzkritik Zu wenig Licht
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21:46 15.04.2018

Dies gehört ebenso wie der großartige Soundtrack zu den wenigen Lichtblicken in diesem ach so düsteren Fall. Ein perfekt integrierter, hochbegabter und beliebter junger Ausländer (das ist fast zu viel des Guten) macht alles richtig und gerät trotzdem in eine absurde Spirale aus Gewalt und Gegengewalt.

Die Ermittler und leider auch die Zuschauer tappen sehr lange im Dunkeln, weil völlig unklar bleibt, wie die einzelnen Fäden zusammen hängen. Nicht nur das Leben der Nürnberger Kommissare ist Voss' Meinung nach ein schwarzer Raum. Auch die eindeutig zu verworrene Handlung könnte etwas mehr Licht vertragen. Da man auf Erhellung aber vergeblich wartet, widmet man sich lieber der Frage, was damals lief zwischen Paula Ringelhahn und Frank Leitner. Und versucht herauszufinden, wer psychopathischer ist: Leitners Ehefrau oder ihr rechts gesinnter Vater.

Der Zuschauer leidet mit Paula Ringelhahn mit, die in ihrem vierten Fall an ihre Grenzen stößt und dem Geschehen ohne Felix Voss nicht gewachsen wäre. Der hat nicht nur eine ganz eigene Art zu gucken (Paulas Rat: „Guck nicht zu tief in die Dinge rein, sonst gucken sie zurück“), sondern auch eine besondere Art, Dinge auf den Punkt zu bringen. Nachdem er die Kommissarin im letzten Moment davon abhält, Frau Leitner umzubringen, bedenkt er diese mit den Worten: „Sie stehen ja schon wieder. Immer wieder. Wie schrecklich.“ Da ist er wieder, der schwarze Raum. Aber vielleicht wird es dahinter (und beim nächsten Fall der beiden) ein bisschen heller …

Grit Petersen

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